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Angriff auf das iPad

Microsofts neuer Tablet-PC "Surface"

"Surface" - der neue Tablet-Computer aus dem Hause Microsoft.
"Surface" - der neue Tablet-Computer aus dem Hause Microsoft. (picture alliance / dpa - Microsoft)

Hardware.- Microsoft hat zwei Varianten eines eigenen Tablet-PCs vorgestellt, die den Siegeszug von Apples iPad stoppen sollen. Was die Geräte können und wo mögliche Schwachstellen liegen, erläutert Wissenschaftsjournalist Marcus Schuler im Gespräch mit Manfred Kloiber.

Manfred Kloiber: Microsoft will selbst Tablet-Computer herstellen. Das amerikanische Unternehmen stellte diese Woche in den USA zwei Geräte unter dem Namen "Surface” - also Oberfläche - vor. Und der Software-Konzern will damit vor allem dem iPad von Apple Konkurrenz machen, zum anderen soll so auch der Verkauf des Betriebssystems "Windows 8”, das im Herbst erscheinen soll, angekurbelt werden. Marcus Schuler, Sie haben die Produktvorstellung mitverfolgt, macht da der Software-Hersteller Microsoft jetzt nicht seinen wichtigsten Verbündeten und seinen Kunden, nämlich den PC-Herstellern, Konkurrenz?

Marcus Schuler: In der Tat. Es hat den Anschein als wolle Microsoft so ein bisschen sein wie Apple: Durch eine maßgeschneiderte Hardware, die an das kommende Betriebssystem angepasst ist, will man die Leistungsfähigkeit von Windows 8 unter Beweis stellen. Denn dieses Betriebssystem ist von der Optik und von der Bedienung her ganz stark auf Tablet-PCs ausgerichtet. Und, ganz klar: HP, Dell, Asus, oder Acer - die alle Tablets für dieses neue OS, das neue Betriebssystem, planen, dürften sich ein wenig vor den Kopf gestoßen fühlen. Gleichwohl: Der Tablet-Markt ist riesig. 60 Millionen Geräte wurden da im vergangenen Jahr verkauft, im Jahr 2015 rechnen die Marktforscher von Gartner mit einem Absatz von 320 Millionen Geräten - also mehr als fünf Mal so viel; und das ist noch eher konservativ gerechnet. Das ist also noch viel Luft nach oben drin. Und: Platzhirsch ist hier nach vor Apple mit seinen iPads.

Kloiber: Microsoft startet gleich mit zwei Geräten. Was sollen sie können und wie werden sie sich unterscheiden?

Schuler: Das Besondere der beiden Geräte beginnt schon beim Gehäuse: Es kommt eine Magnesium-Legierung zum Einsatz, die Microsoft VaporMG nennt. Das ist wohl eher ein Marketing-Begriff. Dadurch soll eine dünne und dennoch stabile Außenhaut möglich sein. Die Bildschirmgröße beträgt bei beiden Surface-Tablets 10,6 Zoll, es ist damit ein klein wenig breiter als der Bildschirm des iPads. Die kleinere Variante des Microsoft-Tablets hat eine HD-Auflösung von 1280 auf 720 Pixel, die größere Variante liefert sogenanntes Full HD mit 1920 Pixel auf 1080 Pixel. Im schwächeren Gerät, das für den Massenmarkt gedacht ist, soll sich ein Nvidia-Mobilprozessor befinden, ein ARM-Prozessor. Und es kommt Windows RT – eine abgespeckte Version von Windows 8 - zum Einsatz. Es gibt einen USB-2.0-Anschluss - den kennt man vom PC. Außerdem einen Micro-HDMI Port - der ist für den Anschluss an den Fernseher oder an den Beamer gedacht. Und es ist noch Platz für eine Micro-SD Karte. Wichtiges Thema übrigens: Speicherplatz. Es soll Versionen mit 32 Gigabyte und 64 Gigabyte Speicher geben. Die schnellere Variante in diesen Tabletts ist mit einem Intel Core i5 Prozessor bestückt, hat USB-3.0 und verfügt über 64 beziehungsweise 128 GB Speicher.

Kloiber: Tablets werden ja in der Regel mit dem Finger bespielt. Aber bei den Microsoft-Tablets soll es wohl doch eine Tastatur geben.

Schuler: Das ist richtig und diese Tastatur hat bei der Vorstellung viel Lob bekommen. Sie ist zugleich Cover, also Schutzhülle des Tablets und wird beim iPad magnetisch am Gehäuse passgenau befestigt. Genauso ist es auch bei den Microsoft-Geräten. Diese Tastatur soll sehr schnell auf Fingereingaben reagieren und kann erkennen, ob man die Hand nur auf der Tastatur liegen hat oder tatsächlich tippt. Die Datenübertragung von der Tastatur in das Gerät soll mit einer neuen, mit einer magnetischen Schnittstelle funktionieren. Genaueres gibt es da noch nicht. Außerdem verfügt dieses Tablet auch über einen Zeigestift, mit dem man auf dem Bildschirm schreiben kann, inklusive der dazugehörigen Schrifterkennung.

Kloiber: Wenn man das jüngste iPad-Modell vergleicht mit diesen neuen Geräten, wie fällt da das Urteil aus?

Schuler: Ich meine, die Geräte sind in punkto Hardware-Ausstattung den Apple Produkten in vielen Bereichen überlegen. Es gibt aber einen gravierenden Nachteil: Die Microsoft-Geräte bieten nur Wlan-Zugang, das iPad hat 3G, LTE und Wlan. Bei der Bildschirm-Auflösung hat das iPad die Nase vorn. Was den Prozessor, die CPU angeht, da kann man noch keine richtig verlässlichen Angaben machen. Beim Speicherplatz mit 128 GB schlägt das schnelle Microsoft-Gerät in jedem Fall Apple. Auch beim Bedienkonzept ist Windows 8 ebenbürtig, wenn nicht gar besser - hier hat man nämlich die komplette Windows-Palette vor sich, wie das Office-Paket mit Word, Powerpoint und Excel.



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