Dienstag, 12.12.2017
Startseite@mediasres"Nicht den Fokus auf die Behinderung legen"11.04.2017

Aufmerksamer Umgang mit Sprache"Nicht den Fokus auf die Behinderung legen"

Die US-amerikanische Ausgabe der Sesamstraße hat eine neue Bewohnerin. Die Puppe Julia ist ein Mädchen mit Autismus. In unserem Beitrag darüber wurde Autismus als Krankheit bezeichnet – das fanden die Macher von Leidmedien.de nicht so gelungen.

Das Bild zeigt Julia, die neue autistische Puppe der Sesamstraße. (Zach Hyman/Sesame Workshop)
Julia, die neue Puppe in der Sesamstraße. (Zach Hyman/Sesame Workshop)
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In unserer Sendung @mediasres haben wir über eine neue Figur in der US-Ausgabe der Sesamstraße berichtet: Julia. Die Puppe stellt ein kleines Mädchen von vier Jahren dar, so die Sesamstraßen-Macher. Sie hat rote Haare, dunkelgrüne Augen – und Autismus.

Im Beitrag hieß es dazu: "In verschiedenen multi-medialen Ablegern von Sesame Street ist Julia schon vor anderthalb Jahren als digitale Figur eingeführt worden. Dennoch bleibt die Frage, warum sich die Macher gerade dieser Krankheit angenommen haben."

Daraufhin bekamen wir die Rückmeldung: Autismus ist keine Krankheit.

Sprachliche Hilfestellung

Die Seite Leidmedien.de will eine Hilfestellung für Journalistinnen und Journalisten bieten, die über Menschen mit Behinderungen schreiben und sprechen. Im Gespräch bei @mediasres erklärte die Leidmedien.de-Projektleiterin, Lilian Masuhr, dass Autismus angeboren und damit nicht heilbar sei. Aus diesem Grund sollte auf die korrekten Begrifflichkeiten geachtet werden.

Auch in anderen Floskeln zeige sich ein unbedachter Umgang mit den Begriffen, beispielsweise wenn es heißt, dass jemand an seiner Behinderung leide. Wenn Menschen als leidende Opfer dargestellt werden, würde ihnen das nicht gerecht. Meistens leideten die Menschen nicht an ihrer Behinderung, sondern an Vorurteilen und Reaktionen des Umfelds.

Keine Sprachpolizei

Allerdings wolle sie mit dem Projekt "Leidmedien.de" nicht Sprachpolizei spielen, so Lilian Masuhr. Wesentlich sei der Kontakt, vor allem sollte nicht so sehr über, sondern mit Menschen mit Behinderung gesprochen werden.

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