Sogar erschreckend irisch. Das wurde offenbar, als die Gäste zu vorgerückter Stunde nicht bloß ihr Guinness Extra Stout bezahlten, sondern dem Wirt noch Geld in eine andere Kasse legten – eine Menge Geld, wie es den Lebensverhältnissen dieser in den USA zu einigem Reichtum gelangten Autohändlern, Schwimmbadbauern, Rechtsanwälten und sogar Schriftstellern entsprach. Das Geld war für die IRA bestimmt, für den bewaffneten Kampf, für Mord und Terror in einem demokratischen Land.
Solche Sammlungen waren bis vor kurzem gang und gäbe; sie wurden in verblüffender Offenheit durchgeführt. Doch nach dem elften September 2001 änderte sich das. Mit einem Mal wurden die amerikanischen Iren gewahr, was das eigentlich ist, was sie da finanzierten. Die Attentate der IRA unterscheiden sich vom Treiben der El Kaida ja nur graduell – immer sterben Unschuldige, weil irgendwelche politisierten Sprengstoffliebhaber das gerade so wollen. Und wahrhaftig, beide Gruppen sind religiös motiviert. Beide stützen sich auf mittelalterliche Weltbilder und sind geradezu stolz auf eine Jahrhunderte lange Historie des Hasses.
Seitdem sich englische Farmer um das Jahr 1180 auf der Nachbarinsel niederließen, herrscht zwischen den Völkern Unfrieden. Pointiert gesagt, handelt es sich um den längsten Konflikt der Menschheitsgeschichte. Er wird daher auch nicht durch eine pathetische Erklärung von der Einstellung des bewaffneten Kampfs beendet sein. Das aufsehen erregende Statement der IRA-Führung verdankt sich auch nicht pazifistischer Bekehrung, sondern einer grässlichen Geschichtsironie, nämlich der El Kaida-Konkurrenz.
Nachdem die Anschläge in New York zu einem Versiegen des amerikanischen Spendenflusses geführt hatten, haben nun auch in London die islamischen Terroristen die katholischen gewissermaßen aus der Spur gebombt. Man sollte sich das Erschrecken über die Parallelen des archaischen Wahnsinns und über die glimmende Gewaltkultur in Ländern der europäischen Gemeinschaft nicht ersparen oder verkürzen. Der Kampf in und um Nordirland hat in 36 Jahren ein paar tausend Menschenleben gekostet.
Für die IRA bleibt jetzt noch das Problem, die pensionierten Mörder für den Rest ihres Lebens zu versorgen und vor staatlichem Zugriff zu schützen – auch das wird auf europäischem Boden geschehen, eine Art Balkan in Belfast.
Solche Sammlungen waren bis vor kurzem gang und gäbe; sie wurden in verblüffender Offenheit durchgeführt. Doch nach dem elften September 2001 änderte sich das. Mit einem Mal wurden die amerikanischen Iren gewahr, was das eigentlich ist, was sie da finanzierten. Die Attentate der IRA unterscheiden sich vom Treiben der El Kaida ja nur graduell – immer sterben Unschuldige, weil irgendwelche politisierten Sprengstoffliebhaber das gerade so wollen. Und wahrhaftig, beide Gruppen sind religiös motiviert. Beide stützen sich auf mittelalterliche Weltbilder und sind geradezu stolz auf eine Jahrhunderte lange Historie des Hasses.
Seitdem sich englische Farmer um das Jahr 1180 auf der Nachbarinsel niederließen, herrscht zwischen den Völkern Unfrieden. Pointiert gesagt, handelt es sich um den längsten Konflikt der Menschheitsgeschichte. Er wird daher auch nicht durch eine pathetische Erklärung von der Einstellung des bewaffneten Kampfs beendet sein. Das aufsehen erregende Statement der IRA-Führung verdankt sich auch nicht pazifistischer Bekehrung, sondern einer grässlichen Geschichtsironie, nämlich der El Kaida-Konkurrenz.
Nachdem die Anschläge in New York zu einem Versiegen des amerikanischen Spendenflusses geführt hatten, haben nun auch in London die islamischen Terroristen die katholischen gewissermaßen aus der Spur gebombt. Man sollte sich das Erschrecken über die Parallelen des archaischen Wahnsinns und über die glimmende Gewaltkultur in Ländern der europäischen Gemeinschaft nicht ersparen oder verkürzen. Der Kampf in und um Nordirland hat in 36 Jahren ein paar tausend Menschenleben gekostet.
Für die IRA bleibt jetzt noch das Problem, die pensionierten Mörder für den Rest ihres Lebens zu versorgen und vor staatlichem Zugriff zu schützen – auch das wird auf europäischem Boden geschehen, eine Art Balkan in Belfast.