Campus & Karriere / Archiv /

 

Bloggen für jedermann

Das Portal "blogage" will es seinen Nutzern einfach machen

Moderation: Ulrike Burgwinkel

Computer und Maus.
Computer und Maus. (Stock.XCHNG / Daniel V.)

Vier Düsseldorfer Studenten wollen mit dem Portal "blogage" die Internetkommunikation erleichtern. "Wir richten uns neben der Klientel, die halt auch sich viel im Internet bewegt, auch einfach an Leute, die den Bereich noch nicht so für sich erschließen konnten, einfach weil aus unserer Sicht viele der Angebote doch relativ kompliziert sind", sagt Mitbegründer Frederik Aust.

Ulrike Burgwinkel: "studiVZ" und "Facebook" sind die ganz Großen im Geschäft. Die beiden Internetforen dienen ja der Kommunikation im weitesten Sinne, dem Austausch von Meinungen und Tausch eigentlich auch von allem, was tauschbar ist. "studiVZ" hat es sich mit seinen Nutzern verdorben, weil es die AGBs geändert hat und jetzt die Personendaten verkaufen kann. Soweit die Vorrede.

Vier Düsseldorfer Studenten haben jetzt eine Alternative entwickelt zu "studiVZ". Sie heißt "blogage", und Frederik Aust ist einer der Gründer. Guten Tag nach Düsseldorf!

Frederik Aust: Guten Tag!

Burgwinkel: Herr Aust, was war denn für Sie der Grund, "blogage" zu gründen?

Aust: Die Idee kam auf ungefähr Ende 2005. Es ging dabei letztendlich darum, dass wir vier uns eigentlich auch schon sehr viel mit diesen neuen Internetangeboten beschäftigt haben, auch sehr viele dieser Angebote selber benutzt haben. Und es fiel relativ schnell auf, dass viele dieser Angebote recht umständlich sind. Dann ging das so hin und her, und dann haben wir uns überlegt, warum versuchen wir es nicht einfach besser zu machen. Und so hat das Ganze eigentlich angefangen.

Burgwinkel: Das heißt, nutzerfreundlicher sollte Ihr Projekt sein. Wie würde sich das denn zeigen? Woran kann man das merken, dass es nutzerfreundlicher ist? Was haben Sie geändert?

Aust: Wir haben uns zum einen bemüht, die Bedienung möglichst einfach und intuitiv zu gestalten, was natürlich sich viele auf die Segel schreiben. Zum anderen haben wir aber einfach versucht, auf neuartige Konzepte zu setzen, die sich in Deutschland besonders im Bereich dieser Internetanwendung noch erstaunlich wenig durchgesetzt haben. Ein Beispiel wären da unsere Videoeinführungen. Das sind kurze Videos mit Erklärungen zu den Funktionen des Portals, die einem kurz und bündig halt erklären, wie alles funktioniert, damit man halt möglichst schnell sich zurechtfinden kann. Und das scheint auch aufzugehen. Wir haben Nutzer, die halt weniger zu diesem typisch sich viel im Internet bewegenden Klientel gehören, wir haben zum Beispiel eine Hausfrau und Mutter, die so in ihren 40ern ist, die über ihr Strickhobby schreibt, also auch einfach Leute, die sich sonst wahrscheinlich nicht so viel im Internet bewegen.

Burgwinkel: Das heißt, Sie wollen einen neuen Kundenkreis dazugewinnen?

Aust: Wir richten uns neben der Klientel, die halt auch sich viel im Internet bewegt, auch einfach an Leute, die den Bereich noch nicht so für sich erschließen konnten, einfach weil aus unserer Sicht viele der Angebote doch relativ kompliziert sind.

Burgwinkel: Sie haben "blogage" gegründet, versuchen neue Kunden zu bekommen, aber irgendwie müssen Sie Ihr Unternehmen ja auch finanzieren. Wie schaffen Sie denn das?

Aust: Die Finanzierung funktioniert in erster Linie über kleine Werbeeinblendungen. Das sind kleine Textwerbungen, die auf den Blogs eingeblendet werden unserer Gratisnutzer. Zum anderen haben die Benutzer bei uns die Möglichkeit, Premium-Accounts zu erwerben und damit zusätzlichen Speicherplatz, weitere Blogs und sonstige Zusatzfunktionen zu bekommen.

Burgwinkel: Und bei Ihnen ist dann auch sichergestellt, dass die Personendaten in der Tat anonym bleiben und niemals verkauft werden?

Aust: Das war eine Sache, die uns von Anfang an sehr wichtig war. Das ist ja auch in letzter Zeit einfach immer stärker zum Thema geworden, gerade auch beim "studiVZ" noch viel stärker, beim "Facebook", die immer wieder Rebellionen ihrer Nutzer zu spüren bekommen haben, als sie versucht haben, durch die Nutzerdaten halt wirklich konkret Geld zu verdienen. Und davon wollen wir halt von vornherein Abstand nehmen. Wir wollen halt ausschließlich über Werbeeinblendungen und über diese Zusatzangebote Geld verdienen.

Burgwinkel: Vielleicht können Sie ja auch den einen oder anderen Sponsoren auftreiben?

Aust: Das wäre natürlich super, klar. Also für Sponsoren sind wir immer offen.

Burgwinkel: Spenden?

Aust: Ja, das Thema Spenden ist bei uns natürlich auch ganz wichtig. Wir haben uns von vornherein entschieden, 20 Prozent der Gewinne, die wir eintreiben, am Ende eines Geschäftsjahres an gemeinnützige Organisationen zu spenden. Das Ganze funktioniert so, dass wir eine Auswahl von zehn Organisationen auf unserer Seite zur Verfügung stellen, und jeder einzelne Nutzer kann dann für sich entscheiden, welche Organisation er mit seinem Spendenanteil unterstützen möchte.

Burgwinkel: Das war Mitgründer Frederik Aust über das noch recht junge und neue Internetportal "blogage", dessen einziges Problem bislang die Aussprache ist. Na ja, englisch oder französisch, "blogâge" oder "blogage".

Infos:
news.blogage.de



Mehr bei deutschlandradio.de

 

Externe Links:

blogage.de

 

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Campus & Karriere

Frühkindliche Bildung"Qualität bleibt oft auf der Strecke"

Kinderspielzeug hängt an einem Rahmen. Im Hintergrund spielt eine Erzieherin mit zwei kleinen Kindern

120.000 zusätzliche Erzieherinnen sind nötig, um in den deutschen Kitas gute frühkindliche Bildung zu gewährleisten, heißt es in einer neuen Studie der Bertelsmann-Stiftung. Kinder entwickelten sich nachweislich besser in Kitas mit gutem Personalschlüssel, sagte Anette Stein von der Stiftung im DLF.

HochschulkürzungenLeipziger Studenten protestieren weiter

Studenten laufen mit einem Transparent mit der Aufschrift "Kürzer geht's nicht! Bildung braucht Zukunft!" am 25.06.2014 zu einer Kundgebung auf dem Augustusplatz in Leipzig (Sachsen).

Erst vor einem Monat haben tausende Studierende im Leipzig gegen die Kürzungen an den sächsischen Hochschulen demonstriert. Nun haben Studenten der Theaterwissenschaft das Rektorat besetzt und zu einer Pressekonferenz eingeladen.

Kloster-Internat Ettal Schule ohne Schüler

Ein junges Mädchen schaut durch einen Türschlitz.

2010 sorgte das Internat Kloster Ettal für Negativschlagzeilen: Misshandlung von Schülern in 50er- bis 70er-Jahren lautete der Vorwurf. Inzwischen sind die Fälle aufgeklärt und Opfer entschädigt. Dennoch hat sich für das kommende Schuljahr kein einziger Fünftklässler dort angemeldet.