Jazz / Archiv /

 

Craig Taborn

Piano Solo

Vorgestellt von Harald Rehmann

Der Jazzer Craig Taborn verfolgt viele Stilrichtungen  (Stock.XCHNG / Stefan Kuemmel)
Der Jazzer Craig Taborn verfolgt viele Stilrichtungen (Stock.XCHNG / Stefan Kuemmel)

Den Pianisten Craig Taborn kann man kaum einer bestimmten Szene oder Stilkategorie des Jazz zuordnen, so unterschiedlich sind seine kreativen Aktionsfelder. Sie reichen von dem, was auch Puristen noch als "Modern Jazz" bezeichnen würden, bis hin zu audiovisuellen Performance-Shows im Umfeld von Ambient und Techno-Music.

So muss man auch, wenn Taborn seine Kunst als unbegleiteter Solist zum Besten gibt, auf Überraschungen gefasst sein. Sein Pianospiel ist von ungeheurer Virtuosität und Dynamik - und es lebt von Kontrasten. So schöpft seine Anschlagskultur das ganze mögliche Spektrum aus - von leisesten Tongebungen an der Grenze zur Stille bis hin zum brachialsten Fortissimo.

Streckenweise bestimmen längste Notenwerte, Pausen und weiter Raum das Klangbild, dann wieder füllen dichte Verwebungen komplexer Harmoniewanderungen und schwindelerregend rapider Improvisationen viele Takte. Ragtime und Stride-Piano, lyrisches Spiel und Free-Eskapaden, Expressionismus, Minimalismus - all das und mehr bringt der 42-jährige New Yorker auf eine verblüffende Weise zusammen, was seinen intuitiven Vortrag nie ins Chaos führt, sondern erkennen lässt, dass die Wege des Jazz noch lange nicht zum Ziel geführt haben. Craig Taborn ist jedenfalls ganz weit vorn.


Aufnahme vom 27.4.12 aus dem Kammermusiksaal im Beethoven-Haus Bonn

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jazz

JazzFactsDie unablässige Suche nach der Musik

Der Musiker Sebastian Gille (Bernd Freundorfer)

Sein Saxophon-Sound ist unverwechselbar: Sebastian Gille spielt mit viel Luft, sein Ton ist gerade in hohen Lagen sehr zart und sanglich - und trägt dennoch stets ein unterschwelliges Schreien in sich. Zuweilen greift der 32-jährige Wahl-Hamburger auch zum Sopran-Saxofon oder zur Alt-Klarinette und erforscht damit Wege zu neuen Klangformen zwischen Vertrautheit und Abstraktion.

Jazz LiveJulia Hülsmann Trio & Michael Schiefel "The Unsung Weill"

Die deutsche Pianistin Julia Hülsmann spielt am 08.06.2014 auf dem Moers Festival in Moers (Nordrhein-Westfalen). Erstmals wird das Fest für improvisierte Musik in der neuen Festivalhalle veranstaltet. (picture-alliance / dpa / Bernd Thissen)

Julia Hülsmann hat sich einen Namen als eine der einfühlsamsten Pianistinnen Deutschlands erspielt. Die Wahlberlinerin wird gern als instrumentale "Lyrikerin des Jazz" bezeichnet, die indessen auch eine ausgesprochene Vorliebe zum geschriebenen und gesungenen Wort hegt und sich immer wieder mit Poesie und eben auch mit Vokalisten auseinandergesetzt hat.

Jazz LiveAle Möller Band / Geir Lysne - New Circle

Die Ale Möller Band (Moa Karlberg)

"Ich habe überhaupt nicht darüber nachgedacht, dass man das World Music nennt", sagt Nils Landgren, künstlerischer Leiter der Jazzbaltica. "Wenn sich die Musik der Kulturen mischt, dann passt es auch ins Programm."