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StartseiteComputer und KommunikationDas Digitale Logbuch: Tetris macht schlau26.09.2009

Das Digitale Logbuch: Tetris macht schlau

Computerspiele und Genies

Wer groß und stark werden will, sollte als Kind immer alles aufessen, was Muttern einem kocht. Wer seine graue Hirnmasse vergrößern will, muss einfach regelmäßig Tetris spielen.

Von Michael Stang

Körperfitness durch Konsolen? Eine Wii-Spielerin vor dem Bildschirm.  (AP)
Körperfitness durch Konsolen? Eine Wii-Spielerin vor dem Bildschirm. (AP)

Einfach ein paar Monate täglich eine halbe Stunde die herunterfallenden geometrischen Figuren passgenau an die Klötzchen am Boden anpassen und schon wird die Großhirnrinde nachweislich dicker. Das haben jetzt Neurologen des Mind Research Network in Albuquerque bei pubertierenden Mädchen nachgewiesen.

Vielleicht hätte Tetris zu seinen Anfängen vor 25 Jahren – als alle exzessiv ihre graue Hirnmasse vergrößerten – zu einem besseren Pisa-Ergebnis beigetragen als heute, wo der Computerspielemarkt etwas unübersichtlich geworden ist. An der Spielindustrie liegt es aber nicht. Dort erkennt man seit Jahren ernsthafte Bemühungen, den Geist der Spieler auf Vordermann zu bringen. Dr. Kawashimas Gehirnjogging erfreut regelmäßig Massen von Senioren, die nach dem Lösen kniffliger Aufgaben auf dem Bildschirm bescheinigt bekommen, dass ihr geistiges Alter unter ihrem körperlichen liegt. Herzlichen Glückwunsch!

Aber nicht nur das Gehirn soll mithilfe von PC-Spielen fit gehalten werden. Der Spielemarkt betrachtet seinen Kunden ja ganzheitlich, dazu gehört auch der Daddler-Körper, in dem ja bekannterweise – sofern er gut im Training liegt - ein gesunder Geist wohnt. Wo bis vor einiger Zeit Actionspiele ausschließlich darin bestanden, mithilfe eines Joysticks sein virtuelles Alter Ego durch diverse Abenteuer zu hetzen, hat mittlerweile eine ganz neue Generation der körperlichen Ertüchtigung dienenden Spielekonsolen Einzug gehalten – das Zauberwort heißt wii.

Die Leibesübungen vor dem Monitor bieten alle Vorteile gängiger Sportarten, während die Nachteile komplett ausgeschlossen werden konnten. Wahnsinn! So fällt einem beim Bowling nie mehr die Kugel auf den Fuß, beim Kanu fahren wird man nicht mehr nass, holt sich keine Erkältung beim Skifahren oder eine blutige Nase beim Boxen und muss beim Golf auch nicht die ganze Zeit rumlaufen. Ist das herrlich!

Der einzige Haken an der Sache ist, dass bei der Tetris-Studie das Gehirnwachstum nur bei Mädchen beobachtet wurde und kein Forscher weiß, ob auch Jungen ihr Gehirn mithilfe der Konsole vergrößern können. Bei ihnen wurde aber immerhin schon vor Jahren nachgewiesen, dass sie ihre Daumen viel häufiger und flinker einsetzen als je eine Generation davor. Hut ab!

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