Computer und Kommunikation / Archiv /

 

Das Geschäftsfeld des mobilen Internets wird immer härter umkämpft

Die großen Unternehmen drängen neue und kleinere Konkurrenten vom Markt

Von Klaus Herbst

Einer der großen Player in der Branche: Apple.
Einer der großen Player in der Branche: Apple. (dapd / Lukas Barth)

Mobilität.- Der heftige Preiskampf in der Branche der mobilen Internet-Geräte beschert den Nutzern immer günstigere Tablet-Computer und Smartphones. Allerdings: Kleinere Anbieter können unter diesen Bedingungen nicht lange bestehen. Auch die Diskretion im Umgang mit Nutzerdaten leidet.

Das Geschäft mit mobilen Endgeräten wächst weiter explosionsartig an. 53 Prozent zieht alleine das Hotelportal HRS aus seinem Tagesgeschäft. Die mobilen Zuwächse über Smartphones seien keine reinen Substitutionszuwächse, die also das stationäre Geschäft ersetzen, sondern echte, neue, mobile Umsätze. Apples iOS sei immer noch am stärksten, Android hole ständig auf.

""Die Mobilisierung ist schon da und steigt stetig voran. Für das nächste, übernächste Jahr ist prognostiziert, dass die mobile Internetnutzung sogar die Desktop-Internetnutzung nicht nur gleichgezogen, sondern leicht überholt haben wird. Das ist global in der Verteilung ein bisschen unterschiedlich, aber ich spreche jetzt mal hier von Europa. Japan ist uns da immer voraus”",

sagt Stephanie Renda. Sie ist leitend tätig in der Fachgruppe Mobile beim Bundesverband Digitale Wirtschaft in Düsseldorf. Deren aktuellen Studien "Mobile Meter”, erfassen B2B- und B2C-Marktpotentiale des mobilen Internets in Deutschland. Die Geräte und ihre Anwendungen werden immer attraktiver. Gepusht wird der Markt von den Verbrauchern. Renda nennt eine Prognose:

""Dass die Kanäle sehr stark zusammenwachsen werden. Also wer stark mobiles Internet nutzt, der konsumiert auch sehr viele Videos auf dem Handy. Der ist sehr stark auch in dem Social Networking. Der nutzt auch das Handy oder eben auch die Tablets, auch beim Fernsehgucken. Und das wird alles cross-medialer zusammenwachsen, auch interaktiv von den Möglichkeiten, die sich da ergeben - für die Nutzer und natürlich auch für die Werbetreibenden.”"

Eine Haupt-Triebkraft des mobilen Internets sei die Handlichkeit, Nutzerfreundlichkeit und Schnelligkeit der Smartphones. Ohne hochzubooten greifen die Nutzer sofort auf Anwendungen zu. Neue Apps sollen noch attraktiver und lebendiger werden, sie sind bereits in den mobilen Browswer integriert. Als Hauptursprungsort innovativer Lösungen gelten Schwellenländer. Von dort stammen besonders überzeugende Apps für Onlinebanking, E-Commerce und Location Based Services. Weltweit werden private und geschäftliche Nutzer dem Trend folgen, erwartet Stephanie Renda:

""Gebremst werden kann er nicht mehr, schon alleine dadurch, dass die feste Internetstruktur auch in den Entwicklungsländern nicht so ausgeprägt ist. Mobiles Internet ist dort der Treiber, und die Geschäftsmodelle, die daraus werden, werden auch hier den Durchbruch völlig erfahren. Dem kann sich kaum einer entziehen.”"

Getragen wird der Höhenflug der Mobiltechnologie von Geschäftsinteressen, sagt Sebastian Meyen vom IT-Verlagshaus Software and Support Media in Frankfurt am Main:

""Die Mobilmachung sozusagen im mobilen Markt ist so gigantisch! Microsoft zahlt Milliarden dafür, dass Nokia sein Betriebssystem benutzt. Google, das weiß man auch, das ist zwar nicht offiziell, aber das weiß man in der Branche, hat Milliarden ausgegeben dafür, dass andere Hersteller sein Betriebssystem benutzen. Also hier fließen Geldströme in unfassbaren Größenordnungen.”"

Experten auf dem Mainzer Kongress nennen vielfach einen im Mobilbereich neuen Akteur, der sich schon im Weihnachtsgeschäft outen werde; andere, kleinere - wie zum Beispiel Research in Motion und sein Black Berry - würden dann wohl verdrängt.

""Amazon hat schon mit dem Ausliefern von Devices, mit dem Kindle, seit vier Jahren Erfahrungen gesammelt. Das ist nicht zu unterschätzen, sie sind kein Newcomer in diesem Markt. Die haben zig Millionen - Amazon veröffentlicht leider diese Zahlen nicht – zig Millionen Kunden, die schon registriert sind weltweit. Bei Sony ist es zum Beispiel über die Playstation, haben die über die Jahre, ich glaube es sind paarundsiebzig Millionen, registrierte Kunden, die mit Kreditkarte etc. alle schon hinterlegt sind. Daraus können die ein Bombengeschäft machen.”"

Fest am Mobilmarkt verankert habe sich der Trend, die Hardware mitsamt ihren Apps zu verkaufen, also nur noch zusammen mit mobilen Software-Lösungen. Sebastian Meyen:

""Umgekehrt muss man einfach sehen, dass die reinen Hardware-Anbieter, die also nur ein Tablet zum Beispiel auf den Markt bringen, und sei es auch noch so gut, es sehr, sehr schwer haben werden in Zukunft. Weil die Margen werden immer geringer werden. Der Preisdruck bei den Tablets wird ganz massiv sein, und ich persönlich glaube nicht, dass ein großer Anbieter in Zukunft noch auf dem Markt sichtbar sein wird, der quasi nur Hardware anbieten wird. Beispiel ist ja eben auch Hewlett Packard, die sich sehr angestrengt haben, mit dem Touchpad auch einen iPad-Rivalen auf den Markt, die nach 50 Tagen nur entschieden haben, diesen Touchpad wieder vom Markt runterzunehmen.”"

Für die Nutzer dürfte dies weiter fallende Gerätepreise bedeuten - aber auch den Preis, von Großen dominiert zu werden; und Abstriche an der Integrität der Daten!

""Wir steuern in diesem Mobile-Markt auf ein ganz erhebliches Oligopol zu. Die großen Anbieter, die in der Lage sind, Hardware, Software und Content-Angebote in einer durchgehenden Lieferkette zu verknüpfen. Und jeder von diesen großen Playern, tendiert natürlich massiv dazu, den Kunden und seine Gewohnheiten und seine Präferenzen auszuforschen. Jeder von denen wird aus seinem inneren Geschäftsmodell heraus ein großes Problem haben mit Datenschutz. Nur vom Geschäft führt kein Weg an diesen großen Oligarchen in Zukunft vorbei, nach meiner festen Auffassung.”"

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Computer und Kommunikation

IT-Sicherheit So kommen die Bugs in die Software

Auf der Computermesse in Taipeh stehen Menschen vor einem Schild des Softwarekonzerns Microsoft. 

Auch bei Software, die schon Jahre lang auf dem Markt ist, werden regelmäßig Sicherheitslücken entdeckt. Eigentlich müsste das in Zeiten von Regeln für sicheres Programmieren nicht mehr vorkommen. Doch es gibt zu wenig Anreize für Programmierer, einen zuverlässigen Code zu schreiben.

Programmierfehler"Sicherheit lässt sich nicht messen"

Ein Mann vor einem Rechner mit Quellcode auf dem Bildschirm.

Dass noch immer viele Programmierfehler zu Sicherheitslücken in Software führen, habe in erster Linie wirtschaftliche Gründe, sagte IT-Journalist Achim Killer im Deutschlandfunk. Aufgrund von Konkurrenzdruck bleibe für Sicherheits-Checks oft keine Zeit.

Digitales Logbuch Hundehandy 3

Rassehundeausstellung in Berlin-Schönefeld

Als die SMS kam, dachte ich, ich lese nicht richtig: "Um 2 Uhr unten beim alten Audi an der Birke. Pinscher."