Sternzeit / Archiv /

 

Die Frau mit den Sternhaufen

Von Dirk Lorenzen

Helen Sawyer Hogg (1905-1993)
Helen Sawyer Hogg (1905-1993) (Uni Utrecht)

Dass der Weg zu den Sternen oft mühsam ist, hat auch Helen Sawyer Hogg erfahren, eine der einflussreichsten Astronominnen des vergangenen Jahrhunderts.

An einem College in Massachusetts hatte sie ursprünglich Chemie studiert. Doch 1925 sattelte sie auf Astronomie um. Ein Besuch der berühmten Astronomin Annie Jump Cannon am College bestärkte sie in diesem Beschluss.

Nach dem Diplom ging Helen Sawyer an die Harvard-Universität, um gemeinsam mit Annie Jump Cannon und Harlow Shapley zu arbeiten. Ihr Spezialgebiet waren Sternhaufen.

Dennoch musste sie ihre Doktorprüfung 1931 am Radcliffe College machen, denn Harvard verwehrte damals noch Frauen solche Abschlüsse.

Danach begleitete sie ihren Mann nach Vancouver in Kanada. Weil nur er an der Sternwarte dort eine Stelle hatte, forschte Helen Sawyer Hogg unbezahlt über veränderliche Sterne in Kugelsternhaufen. Mithilfe dieser Sterne hat sie die Entfernung vieler Galaxien bestimmt.

Das Ehepaar wechselte schließlich nach Toronto, wo Helen Sawyer Hogg zunächst Assistentin und 20 Jahre später endlich Professorin wurde. Sie bekleidete wichtige Positionen unter anderem in der US-Forschungsstiftung und in der kanadischen Royal Society.

Drei Jahrzehnte lang schrieb sie für die Zeitung Toronto Star eine Astronomiekolumne, denn sie wollte ihre Begeisterung für das Weltall möglichst vielen Menschen nahe bringen. Vor allem lag ihr daran, junge Frauen für eine wissenschaftliche Laufbahn zu gewinnen.

Helen Sawyer Hogg ist 1993 im Alter von 87 Jahren gestorben.

Kurzbiografie von Helen Sawyer Hogg

Der Lebenslauf von Helen Sawyer Hogg

Das Projekt "She is an astronomer" der Internationalen Astronomischen Union

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Sternzeit

AstronomieKein Komet, aber viele Weihnachtssterne

 Der Kern des Kometen Halley

Kaum eine Krippenszene oder Weihnachtsdekoration kommt ohne den berühmten Stern von Bethlehem aus, der der Legende nach den Magiern aus dem Morgenland den Weg gewiesen hat.

AstronomieSatellit unter Staub-Beschuss

Der Gaia-Satellit arbeitet gut, hat aber mit einigen Problemen zu kämpfen

Vor genau einem Jahr ist der ESA-Satellit Gaia gestartet. Er soll unter anderem die genaue Position von etwa einer Milliarde Sternen unserer Milchstraße messen. Nach ausgiebigen Tests befindet sich Gaia seit dem 22. August im Routinebetrieb.

AstronomieDie Ariane-Symphonie

Der deutsch-französische Satellit Symphonie starteten noch mit einer US-Rakete

Morgen vor 40 Jahren, in der Nacht zum 19. Dezember 1974, startete von Cape Canaveral aus der deutsch-französische Kommunikationssatellit Symphonie 1. Sein Schwestersatellit folgte gut ein halbes Jahr später.

 

Wissen

Vom DLR zur ESAJohann-Dietrich Wörner: Raumfahrt braucht Paradigmenwechsel

Der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, Johann-Dietrich Wörner, spricht am 09.04.2014 in Berlin bei einer Pressekonferenz.

Johann-Dietrich Wörner wurde in Paris zum neuen Generaldirektor der Europäischen Weltraumagentur ESA gewählt. Die Raumfahrt müsse zukünftig mehr mit der Gesellschaft zusammenarbeiten und aus diesem Input Projekte und Missionen entwickeln, sagte er im Deutschlandfunk.