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StartseiteAus Kultur- und SozialwissenschaftenDie Suche nach einer neuen Lernkultur16.10.2008

Die Suche nach einer neuen Lernkultur

Neue Wege zu einer lebenslangen Lust am Lernen

"Heureka", also "Ich hab‘s", soll Archimedes von Syrakus gerufen haben und nackt durch die Stadt gelaufen sein, nachdem ihm in der Badewanne die Idee kam, wie er feststellen konnte, ob die Krone des Königs aus reinem Gold sei. Die Lösung eines Problems zu finden, macht ganz offensichtlich Freude. Aber warum macht das Lernen in der Schule dann meist so wenig Spaß?

Von Cajo Kutzbach

Die Schule benutzt häufig Druckmittel, etwa Noten und erzeugt Angst.  (AP)
Die Schule benutzt häufig Druckmittel, etwa Noten und erzeugt Angst. (AP)

Cajo Kutzbach stellt Ansätze zu einer neuen Lernkultur vor, die zum Ziel hat, dass das Lernen lebenslang Freude macht:

Ein Kind lernt in den ersten drei Jahren zu gehen und zu sprechen - nicht vollkommen, aber alltagstauglich. Behielte das Kind dieses Lerntempo bei, dann könnte es mit 18 sechs Sprachen und noch viele andere Dinge. Dass das nur den wenigsten gelingt, liegt an der Schule. Andreas Müller, Leiter des Instituts Beatenberg, einer Modellschule im Berner Oberland:

"Es zeigt sich ja immer wieder, dass kleine Kinder eigentlich am Anfang gerne in die Schule gehen, weil sie damit die Erwartung verbinden und verknüpfen: 'Da passiert was Neues!' Und erschreckender Weise nimmt mit zunehmender Schuldauer die Lust an der Schule ab."

Auch Lehrer sind mit der Schule nicht zufrieden. Kim Bucher unterrichtet an der Friedrich-Ebert-Schule, einer Hauptschule in Schwalbach bei Frankfurt:

"Da war das schon sehr deutlich zu merken, dass man immer gegen die Schüler gearbeitet hat in einem hohen Maß. Und obwohl die Schüler nicht dumm im herkömmlichen Sinne waren, waren die Lernerfolge, die sie gebracht haben, ganz, ganz gering. Da war eben klar: Es lag nicht an mir, weil ich weiß, dass ich mich sehr, sehr angestrengt hab. Und ich weiß, es lag nicht an denen, weil dumm waren sie nicht. Also musste es an irgend etwas Anderem liegen."

Andreas Müller und sein Team haben in den letzten zwanzig Jahren versucht, alle Anregungen aus der Wissenschaft zum Thema Lernen zu prüfen und in ihrem pädagogischen Alltag zu erproben. Er kommt zu dem Schluss:

"Ich glaube nicht, dass es an den Menschen liegt, denn die Menschen lernen grundsätzlich gern. Und ich glaube nicht, dass irgendwo auf der Welt am Morgen ein Kind aufsteht und sagt: 'Heute bin ich ein schlechter Schüler!' Sondern im Grunde genommen wollen alle gut sein, wollen wir doch alle? Und die Frage ist: Wie gelingt es denn der Institution Schule, dazu beizutragen, dass Menschen sich gut fühlen können? Gut fühlen, weil sie eine Leistung erbringen, die ihnen Spaß macht. Und nicht, weil sie irgendwo in der Hängematte liegen können. Das ist vielleicht kurzfristig lustig, aber das ist nicht das, was die Menschheit auf Dauer glücklich macht."

Glücklich macht den Menschen sein Mitmensch. Schon im Mutterleib lernt das Embryo, die Stimme der Mutter, des Vaters zu erkennen. Und schon kurz nach der Geburt versucht das Neugeborene, das Lächeln der Eltern zu erwidern. Das Lernen dient schlicht dem Überleben und dazu ist eine gute Beziehung zu den Eltern nötig. Also strengt sich der Säugling an.

Erst vor etwa einem Jahrzehnt kam man dahinter, wie das Baby es schafft zu lächeln. Es gibt in den Gebieten des Gehirns, die für Bewegungen zuständig sind, Nervenzellen, die die Bewegungen unserer Gegenüber spiegeln. Das Lächeln des Babys ist eine Antwort auf das Lächeln der Eltern. Und bei allen Vorgängen, die mit Bewegung zu tun haben, etwa Greifen, Gehenlernen oder Sprechen spielen diese Nerven eine wichtige Rolle. Deshalb ist der Mensch ein soziales lernendes Wesen.

Was beim Lernen im Gehirn passiert, skizziert Professor Manfred Spitzer, Leiter der Psychiatrischen Universitätsklinik und ebenfalls des Transferzentrums für Neurowissenschaften und Lernen in Ulm:

"Vor 20 Jahren hätte man noch gedacht, dass überhaupt nichts passiert. Und mittlerweile wissen wir, dass einfach dadurch, dass das Gehirn verwendet wird - also dass wir es benutzen zum Denken, zum Wahrnehmen, zum Fühlen, zum Handeln - dass genau das Spuren hinterlässt in dem Sinne, dass die Wege, die durch elektrische Impulse im Gehirn gegangen werden, gewissermaßen geebnet werden. Das heißt, wenn ein Impuls einen bestimmten Weg geht und immer wieder geht, dann wird dieser Weg immer leichter für den Impuls, weil die entsprechenden neuronalen Verbindungen besser werden, stärker werden, besser geschmiert laufen, könnte man sagen."

Wahrnehmen, Denken, Fühlen, Handeln schaffen sozusagen, je nach dem wie oft sie geschehen, mal Trampelpfade und mal breite Bahnen im Gehirn. Wiederholung festigt also das Gelernte und das Gehirn spiegelt so die Lebenserfahrung seines Benutzers. Allerdings nicht alle Details, sondern das Wesentliche:

"Nehmen Sie ein Baby, das Laufen lernt. Das merkt sich eben nicht: Ich bin am linken Stuhlbein auf die rechte Pobacke gefallen, aber es fällt immer wieder hin. Und letztlich bleibt im Kopf hängen, wie man oben bleibt und wie man läuft. Also man läuft von Fall zu Fall. So funktioniert eben unser Gehirn. Es ist für Einzelfälle gar nicht so gebaut, aber zum Extrahieren der allgemeinen Dinge dahinter, dafür ist es gebaut."

Während die Spiegelnervenzellen den Zugang zu den Bewegungen und über die Mimik und Gestik auch zu den Gefühlen des Mitmenschen erschließen, entstehen im Gehirn bei fast allen Tätigkeiten Verknüpfungen zwischen verschiedenen Nervenzellen, die vor allem die Beziehungen der Menschen und Dinge zueinander, die aus Erfahrungen gewonnenen Spielregeln, abbilden. Diese Fähigkeit, rasch Neues zu lernen, geht auch in der Schule nicht verloren, wie Andreas Müller an einem Beispiel zeigt:

"Fußballeuropameisterschaft, oder Fußballweltmeisterschaft: Da sammeln alle Kinder solche Panini-Bildchen. Und die können alle Spieler - von Kuba und von Kuwait und von... Die kennen Namen, die sind viel komplizierter als alle Französisch-Vokabeln. Die können sie! Einfach so! Weil‘s mit ihnen was zu tun hat."

Offenbar gibt es verschiedene Arten des Lernens. Manfred Spitzer bestätigt das:

"Wir haben herausgefunden, andere Arbeitsgruppen auch, dass wenn man unter Angst etwas lernt, dann wird das Gelernte mit der Struktur, die für Angst zuständig ist, in unserem Gehirn, der sogenannte Mandelkern, verknüpft. Und das bedeutet, dass wenn der unter Angst gelernte Inhalt wieder abgerufen wird, die Angst mit abgerufen wird. Nun wissen wir, dass Angst und Kreativität sich gegenseitig ausschließen. Also, wenn der Säbelzahntiger um die Ecke ist und sie lehnen sich zurück und lassen das Problem auf sich wirken, gehören sie nicht zu unseren Vorfahren, ja?"

"Angst verleiht Flügel" und hilft durch Wegrennen zu überleben. Aber zur Lösung von komplizierteren Fragen taugt Angst nicht und auch nicht, was man unter Angst gelernt hat.

"Angst und Kreativität schließen sich aus. Wenn man also heute mit Angst lehrt, dann sorgt man dafür, dass das Gelernte, selbst wenn es hängen bleibt, zum kreativen Problemlösen nichts taugt. Jeder kennt wahrscheinlich jemanden, oder ist selbst betroffen: Wenn der eine Formel sieht, verfällt der in so eine intellektuelle Totenstarre: 'Oh, Mathematik konnte ich noch nie und fertig war das.'"

Eine Lernkultur, die auf Angst aufbaut, macht so aus kleinen wissbegierigen Kindern in kurzer Zeit Schüler, die sich fragen, wie man die Schule heil übersteht. Zu gleicher Zeit aber können diese Jugendlichen Bildchen sammeln und tauschen, Sportergebnisse oder Hitparaden herunter rattern. Dabei nutzen sie das gleiche Lernen, wie es das kleine Kind schon tat. Und was passiert dabei im Gehirn? Manfred Spitzer:

"Das gehört zu den interessantesten Entdeckungen der Gehirnforschung, dass das, was man früher Belohnungs- oder Suchtzentrum oder Glückszentrum oder Lustzentrum genannt hat, dass das eigentlich unser Lern-Turbo ist. Hier geht Lernen auch eben ganz schnell, aber nicht, wie beim Mandelkern, wo man eben lernt, was man alles nicht tun soll, sondern, wo man tatsächlich das lernt, was positiv für uns ist. Dieses System springt an, wenn etwas passiert, was unerwartet positiv ist. Ja? Wenn es anspringt, werden Lernprozesse beschleunigt, so dass wir Menschen da mit diesem System ganz rasch lernen, alles, was für uns gut ist."

Der Mensch ist also als soziales lernendes Wesen angelegt. Er hat sogar zwei Lernsysteme: eines, das ihn durch Angst vor Schaden schützt, und eines, das ihm Freude macht:

"Dieses System hat also ganz viel mit positiven Emotionen zu tun - es macht nämlich positive Emotionen - und mit Lernen. Und wir wissen das erst seit wenigen Jahren, wie eng verknüpft in einer Struktur, die heißt Nucleus Acumbens, die liegt mitten in unserem Kopf. Und in dieser Struktur ist, wenn man so will, Glück und Lernen ganz eng miteinander verknüpft."

Kleine Kinder spüren das, nur in der Schule wird die Freude am Lernen Vielen gründlich ausgetrieben. Das kleine Kind ist aktiv und sucht sich Lernmöglichkeiten. Der Schüler dagegen soll sich belehren lassen. Das kleine Kind sucht sich - soweit wie möglich - seine Spiel- und Lernkameraden, aber auch Lieblingsorte und Vorbilder; der Schüler bekommt das meistens vorgesetzt. Das muss aber nicht so sein, wie das Institut Beatenberg zeigt. Andreas Müller beschreibt, was dort anders ist:

"Was sicher ganz anders ist, ist schon mal die Organisation von Schule, weil jedes Verhalten ist ja auch immer abhängig vom Kontext. Also, wir haben mal die Umgebung verändert. Umgebung heißt: Wir haben große offene Bereiche, offene Bereiche räumlich offen, aber auch zeitlich offen. In diesen Bereichen geht es darum, dass die Lernenden an ihre individuellen Zielen arbeiten. Ziele heißt, dass sie in die Lage versetzt werden, eben für sich zu entwickeln, was denn wichtig ist im Kontext ihrer, ja, ihrer auch längerfristigen Absichten."

Das zeitliche und räumliche Korsett der herkömmlichen Schule, die Fremdbestimmtheit wird weitgehend zugunsten von Selbstbestimmtheit aufgegeben. Dass das nicht immer ganz einfach ist, berichtet Kim Bucher. Sie hat an der von Andreas Müller, Manfred Spitzer und Peter Fratton von den Lernhäusern initiierten Firma "impact Lernkultur" einen berufsbegleitenden Studiengang absolviert und das Gelernte gleich in der Praxis mit ihrer Klasse erprobt:

"Das hat eine Weile gedauert. Das waren ein paar Wochen harte Kämpfe. Ich hatte gesagt: 'Ihr habt hier Lernmöglichkeiten und entscheidet.' Und dann saßen die vier Wochen auf der Couch und haben da gesessen und mich bei jeder Gelegenheit nett angelächelt. Und ich hab zurück gelächelt. Und dann kamen sie irgend wann mal: 'Müssen wir nichts lernen?' - 'Wenn ihr nichts lernen wollt, kann ich euch nicht zwingen.' Und dann dauerte es noch mal eine Woche, da saßen sie immer noch da, lächelten, wurden aber schon etwas unruhiger und irgendwann kamen sie: 'Wir wollen doch einen Abschluss machen, müssen wir dafür nicht was lernen?' - 'Klar, ihr habt viel zu lernen, aber, ich kann euch nicht zwingen.' Der härteste Kandidat hat es fast sechs Wochen ausgehalten, sechs Wochen kein Stück getan. Und nach sechs Wochen kam er an und hat gesagt: 'Ich möchte meinen Abschluss schaffen, was muss ich jetzt machen?' Und von dem Moment an hat ich ihn. Und von da an ging es aufwärts."

Die Einstellung der Schüler änderte sich von "Was soll ich tun?" zu "Was will ich tun?". Die Schüler wurden zu "Unternehmern", statt "Unterlassern", wie Andreas Müller das umschreibt.

Können Schüler einer Hauptschule damit etwas anfangen? Kim Buchers Klasse verstand offenbar, dass man auch Verantwortung übernehmen muss, wenn man sein Leben selbst gestalten will. Und wie ist das mit Erstklässlern?

"Also, ich hab ursprünglich eine Grundschulausbildung gemacht. Ich hab vorher in einer ersten Klasse unterrichtet. Die kommen mit einem unglaublichen Lernwillen. Die können gar nicht schnell genug lernen. Da ist vielleicht der Begriff des Unternehmers ein bisschen weit her, aber ansonsten die Strategie, die dahinter steckt, die wollen die Verantwortung für ihr Lernen. Da ist es eher erschreckend, wie schnell wir ihnen das in der traditionellen Schule oft abgewöhnen."

Es lässt sich mit etwas gutem Willen auch unter schwierigen Bedingungen etwas ändern. Die Sozialpädagogin Karin Raetzer, die ebenfalls den Studiengang besuchte, arbeitet mit einer Fachlehrerin und einer Sonderpädagogin an der Integration Behinderter in der Hamburger Gesamtschule Poppenbüttel:

"Wir haben die Tische anders gestellt. Das heißt, der ganze Raum wurde systematisch umgeräumt, wurde geteilt in eine Instruktionsphase und in eine Arbeitsphase. Das ist für meine Kollegin, die eine hervorragende Deutschlehrerin ist und am liebsten eben auch von Vorne her unterrichtet, ein schweres Brot und ein schweres Los, aber sie hat sich drauf eingelassen. Und das ist wirklich nicht einfach!"

Das bestätigt auch Studiendirektor Doktor Hans-Albert Lotze. Er bildet am Studienseminar für berufliche Schulen in Kassel selbst Fachlehrer weiter. Auch er hat mit einer Kollegin den Studiengang zum Lerncoach absolviert und schildert, wo ein Kernproblem liegt:

"Schwierig ist in vielen Fällen - das ist so unsere Erfahrung -, dass die Lehrkräfte immer noch Probleme haben, ihr Rollenverständnis zu ändern, das heißt, nicht mehr die Wissenden zu sein, sondern die Fragenden, nicht mehr die Lehrenden zu sein, sondern die Coaches für die Entwicklung der Schüler."

Lernen muss von Lernenden her betrachtet werden, um zum Erfolg zu führen. Diese Erkenntnis ist nicht ganz neu, den schon Heraklit meinte vor über 2500 Jahren, Lernen sei nicht das Füllen von Fässern, sondern das Entzünden von Fackeln. Die Hirnforschung bestätigt ihn heute.

Dass die Schule sich so entwickelte, wie sie heute in der Regel ist, dürfte damit zusammenhängen, dass Wissen Macht ist. In Europa hatte die Kirche jahrhundertelang das Monopol auf Wissensvermittlung. Noch heute bestimmt die Politik, was gelernt wird, wobei sie von der Wirtschaft gedrängt wird, deren Interessen zu berücksichtigen.

Die Hirnforschung jedoch belegt, dass das Land am Glücklichsten wäre, in dem jeder Mensch entsprechend seinen Fähigkeiten ausgebildet würde und dadurch dem Land den größten möglichen Dienst leisten könnte. Andreas Müller sieht deshalb die übliche Schule sehr kritisch:

"Schulisches Lernen ist ja eine Art 'Organisierte Unverantwortlichkeit'. Es ist eine Art Berechtigungssystem. Und es geht also um, um quasi Berechtigungszuweisungen, die ich in irgendeiner Weise erlangen muss. Es geht eigentlich gar nicht um Lernen. Und solange natürlich es nicht um Lernen geht, sondern um Berechtigungen, bleibt irgend etwas auf der Strecke. Also ich sag immer: 'Die Schule schwänzt das Lernen.'"

Man könnte auch sagen: Die Schule ist eine Mogelpackung, denn außen steht Bildung drauf, aber innen werden Chancen verteilt. Kein Wunder, dass viele Schüler, Eltern und Lehrer unzufrieden und unglücklich sind und nach Auswegen aus der Misere suchen. Der Boom der privaten Schulen zeigt, wie groß die Not ist. Denn Schule wirkt ein Leben lang:

"Das hat dann Auswirkungen auch natürlich in späteren Lebensphasen. Das weiß man ja heute auch, gerade auch aus Forschung zur Frage 'Lernen im Alter'. Also: Welche Auswirkungen hat denn diese Einstellung auch auf spätere Lebensphasen? Und das kann man sagen: Es hat negative Auswirkungen."

Wenn Hänschen nicht lernt, dass Lernen zwar mit Mühe verbunden ist, aber durch Erfolg, durch Aha-Erlebnisse, durch überraschende Ergebnisse beglückt, dann lässt Hans die Finger sein Leben lang vom Lernen. Damit verpasst Hans aber auch eine Menge Beziehungen, denn:

"Es gibt kein Lernen ohne Beziehung: zu mir, zu Anderen, zu Dingen um die es geht."

Jeder Volkshochschulkursleiter weiß, dass das Zweitwichtigste für die Teilnehmer nach dem Kursinhalt das Kennenlernen anderer Menschen ist. Viele Schüler vermissen in den Ferien nur die Klassenkameraden, nicht das Lernen. Wie sehr strengt man sich für einen beliebten Lehrer an. Auch das wussten schon die alten Griechen, die vom pädagogischen Eros sprachen, wenn sie die Beziehung zwischen Lehrer und Schüler beschrieben. Doch Schule und Universität prägen heute zehn bis 20 Jahre des Lebens, und viele sind dort unzufrieden. Manfred Spitzer:

"Es wird ihnen auch das Lernen ausgetrieben, nicht umsonst heißt ja die Schule 'der Ernst des Lebens'. Rein aus Sicht der Gehirnforschung ist das ganz falsch. Es müsste eigentlich der Spaß des Lebens heißen. Ich rede nicht von Spaßpädagogik, aber ich rede davon, dass dort Dinge ablaufen sollten, die intrinsisch Spaß machen, weil dann ganz rasch gelernt wird. Und, wenn wir das wieder schaffen, dass die Schule der Ort ist, wo man interessante Dinge tut, die einen wirklich richtig begeistern, die einen interessieren, dann kommen wir auch mit dem Lernen wieder weiter und dann können wir auch eine ganze Generation effektiver bilden."

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