Sonntag, 17.12.2017
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Eine Falcon-9-Rakete startet mit gebrauchter erster StufeRaketen-Recycling

Vor wenigen Wochen startete von Cape Canaveral aus eine ganz besondere Falcon-9-Rakete des Unternehmens SpaceX: Für die erste Stufe der Rakete war es bereits der zweite Flug. Knapp ein Jahr zuvor war sie Teil einer Rakete, die eine Versorgungskapsel für die ISS ins All brachte. Nachdem die Stufe ausgebrannt war, landete sie auf einer Plattform im Atlantik.

Von Dirk Lorenzen

Start der Falcon-9-Rakete mit der gebrauchten 1. Stufe. (SpaceX)
Start der Falcon-9-Rakete mit der gebrauchten 1. Stufe. (SpaceX)

Doch es war nicht das erste Mal, dass gebrauchte Komponenten ins All gestartet sind: Auch die beiden Feststoffraketen des Space Shuttle der NASA waren immer wieder zum Einsatz gekommen – ebenso wie die Raumfähren.

Durch wiederholten Einsatz sollen Flüge ins All deutlich billiger werden. Das geht aber nur, wenn das Reinigen und Warten der Raketenstufe viel kostengünstiger ist als ein Neubau. Wiederverwendbarkeit senkt nicht automatisch die Kosten: Der Space Shuttle war ein extrem teures Raumfahrzeug.

Etablierte Raumfahrtunternehmen wie Airbus und Boeing sehen sich durch SpaceX herausgefordert – und müssen sich fragen lassen, warum sie bisher ihre Raketen nach jedem Start wegwerfen. Der langjährige Airbus-Manager François Auque meinte kürzlich auf einer Raumfahrttagung schmunzelnd, das Wort "wiederverwenden" habe in der Szene lange Zeit als geradezu obszön gegolten.

Bei Europas Ariane-Rakete mit ihren meist nur etwa sieben Starts im Jahr mag es kaum lohnen, einzelne Stufen mehrfach zu fliegen. So etwas rechnet sich erst bei mehreren Starts im Monat. Genau deshalb tritt SpaceX vehement für Netzwerke aus tausenden Satelliten ein. Dafür würden Hunderte Starts gebraucht – was nur geht, wenn Raketen mehrfach fliegen.

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