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StartseiteLange NachtIn den tiefen Süden01.07.2017, 23:05 Uhr

Eine Lange Nacht über den Highway 61In den tiefen Süden

Der Highway 61 in den USA ist ein Mythos, ähnlich der Route 66. Er folgt weitgehend dem Verlauf des Mississippi und verbindet den industriellen Norden mit dem tiefen, ländlich geprägten Süden, das weiße mit dem schwarzen Amerika.

Von Tom Noga

Unzählige Autos fahren bei Nacht auf einer Autobahn und erzeugen rote und gelbe Lichtspuren.  (imago/McPHOTO)
Der Highway 61 ist ein Mythos. (imago/McPHOTO)

Er führt durch zahlreiche Orte, die in Geschichte und Kultur der Afroamerikaner, von der Sklaverei über Segregation und Bürgerrechtsbewegung, das Entstehen von Blues und Jazz bis zu den Rassenunruhen im August 2014, eine Rolle gespielt haben.

Bis heute ist der Süden den meisten Nordstaatlern fremd. Bis heute sind die Wohngebiete von Schwarzen und Weißen in den meisten Städten des Südens strikt getrennt.

Im 19. Jahrhundert waren die Straßen entlang des Mississippi Teil der so genannten Underground Railroad, über die entflohene Sklaven in die Nordstaaten gelangen konnten. Ein Jahrhundert später zogen ehemalige Baumwollpflücker, insgesamt über acht Millionen, auf Highway 61 Richtung Norden, um sich in den Autofabriken Detroits, den Schlachthöfen Chicagos und den Minen Minnesotas zu verdingen.

Bluesmusiker reisten auf Highway 61 von Auftritt zu Auftritt, erst auf den Plantagen Mississippis, dann zur Beale Street im Schwarzenviertel von Memphis, schließlich bis hoch nach St. Louis in Missouri. Umgekehrt begaben sich junge Musiker auf die (oft imaginäre) Reise zu den Ursprüngen des Blues, wie etwa Bob Dylan auf seiner epochalen LP ´Highway 61`.

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