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StartseiteSport AktuellParis sagt "oui" zu Olympia 202413.04.2015

FrankreichParis sagt "oui" zu Olympia 2024

Beach-Volleyball unter dem Eiffel-Turm, Fechten unter der gewaltigen Glaskuppel des Grand Palais? Mit einer breiten politischen Mehrheit hat der Stadtrat der französischen Hauptstadt grünes Licht gegeben. Damit rückt Frankreich der offiziellen Kandidatur näher, die bis spätestens 15. September eingereicht sein muss.

Von Ursula Welter

Eiffelturm in Paris (imago stock&people)
Paris hat seit 1924 keine Olympischen Spiele mehr erlebt, zum hundertjährigen Jubiläum, 2024, soll sich das ändern. (imago stock&people)
Weiterführende Information

Olympia-Bewerbung - Die skeptischen Bürger Bostons
(Deutschlandfunk, Sport am Wochenende, 05.04.2015)

Olympia 2024 - "Gigantische Kosten"
(Deutschlandfunk, Sport am Wochenende, 29.03.2015)

Olympia 2024 - "Auf einer Ebene mit Boston"
(Deutschlandfunk, Sportgespräch, 22.03.2015)

Olympia - "Kritiker von Hamburg haben sich in Luft aufgelöst"
(Deutschlandfunk, Sport am Wochenende, 21.03.2015)

"Wir, (die Stadt Paris), sind nun Partner der olympischen Bewegung, die an erster Stelle steht, wir stehen im Hintergrund."

Erst Sport, dann Politik, sagte die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, die die Bewerbungsniederlagen 1992, 2008 und 2012 vergessen machen will.
Aber die Sozialistin Hidalgo muss nun nicht nur die politischen Ebenen Staat und betroffene Regionen überzeugen, auch im eigenen Stadtrat bleiben die Grünen skeptisch, angesichts der geplanten Olympia-Bewerbung, obwohl die sozialistische Bürgermeisterin, maßvolles Vorgehen zugesichert hat, sowohl in ökologischer als auch finanzieller Hinsicht.

"Denn", das räumt die Bürgermeisterin von Paris ein, "Olympische Spiele können, wir haben das in Athen gesehen, auch eine negative Note hinterlassen,
deshalb wollen wir so planen, dass wir die bereits bestehenden Spielstätten maximal einbeziehen."

Zahlreiche Sportstätten bereits vorhanden

Paris schätzt auf Basis einer Machbarkeitsstudie, die im März vorgelegt wurde, dass sich die Spiele für 6,2 Milliarden Euro organisieren ließen, weil wichtige Spielstätten bereits vorhanden sind. Vom Stade de France, das Olympiastadion werden soll, über die Tennisflächen von Roland Garros bis zum Stadion von Bercy.

"Sicher", sagt Dennis Masseglia vom Nationalen Olympischen Komitee, "das Schwimmstadion muss noch gebaut werden, und auch das Olympische Dorf, aber nicht zuletzt das Olympische Dorf ist ja in seiner Ausstattung so geplant, dass es über die sportlichen Anforderungen hinaus geht."

Olympisches Dorf im sozialen Brennpunkt

Denn, die Stadt Paris will das Olympische Dorf in den sozialen Brennpunkt setzten, in die von Arbeitslosigkeit gebeutelte Vorstadt im Norden, ins Département Seine- Saint-Denis - damit nach den Olympischen Spielen 2024 aus den Unterkünften für die Sportler Wohnungen, auch Sozialwohnungen, werden können.
Der bereits geplante und dringend nötige Ausbau des Transportnetzes in den Banlieus könne durch Olympia beschleunigt werden, sagte die Bürgermeisterin heute früh in der Ratssitzung.

Aber auch eine innerfranzösische Hürde gibt es für die Stadt. Frankreich will sich ebenfalls für die Weltausstellung 2025 bewerben, dafür ist nicht das Rathaus Paris, sondern der Staat, also der Elysée Palast, zuständig. Zwei Kandidaturen, zwei "Rendez-vous" von erheblichem Gewicht, die teilweise in Konkurrenz zueinander stehen. Eine Mehrzahl der Franzosen sagt in Umfragen, müsse man sich entscheiden, dann wäre die Weltausstellung für die Hauptstadt wichtiger als die Olympischen Spiele.

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