Das Kulturgespräch / Archiv /

 

Hochschulquartett: Mehr Macht für den Bund

Wer kümmert sich künftig um die Hochschulen?

Moderation: Christian Floto

Annette Schavan rüttelt an den Grundfesten der Verfassung.
Annette Schavan rüttelt an den Grundfesten der Verfassung. (picture alliance / dpa / Robert Schlesinger)

Zwei neue Wörter im deutschen Grundgesetz könnten das Verhältnis zwischen Bund und Hochschulen bald nachhaltig verändern. Noch beschränkt Artikel 91b die Bundesförderung auf wissenschaftliche Vorhaben. Künftig sollen es "Einrichtungen und Vorhaben" sein, wenn es nach Bundesbildungsministerin Annette Schavan geht. Die CDU-Politikerin will sich nicht mehr auf kurzfristige Projektförderung reduzieren lassen. Sie plant den großen Wurf, will die rechtlichen Möglichkeiten schaffen, auch universitäre Institutionen zu fördern.

Seit der Föderalismusreform 2006 war dies dem Bund untersagt. Setzt sich Frau Schavan jetzt durch, rüttelt das an den Grundfesten der Verfassung, die bisher Bildung eindeutig zur Ländersache macht und ein sogenanntes Kooperationsverbot für den Bund erlassen hat. Doch die Bundesbildungsministerin sieht darin eine Gefahr für die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Forschung im internationalen Vergleich. Auch die 2017 auslaufende Exzellenzinitiative soll somit eine Zukunft bekommen.

Für das Brot-und-Butter-Geschäft, also die alltägliche Finanzierung der Hochschulen, sollen jedoch weiterhin die Länder zuständig bleiben. Und genau die sind nicht alle begeistert. Bayern zum Beispiel fürchtet einen Machtzuwachs für den Bund. Der Opposition im Bundestag geht die Reform dagegen nicht weit genug. Sie fordert die Ausdehnung der Gesetzesänderung auf die Schulen. Gemeinsam mit den Grünen will die SPD den Vorschlag Frau Schavans im Herbst im Bundestag ablehnen, obwohl sie mit der grundsätzlichen Richtung einverstanden ist.

Die Gäste:

- Dr. Jörg Dräger, Geschäftsführer Centrum für Hochschulentwicklung, CHE

- Prof. Jürgen Hesselbach, Präsident der TU Braunschweig

- Prof. Dr. Dieter Lenzen, Präsident der Universität Hamburg

- Prof. Dr. Johanna Wanka, Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Das Kulturgespräch

Gehen - Denken - Wissen Über die Geschichte des Menschen "zu Fuß"

Die Nordic-Walking-Gruppe "Über 70 Jahre" aus Langenargen läuft am 07.01.2014 in Langenargen (Baden-Württemberg) am Ufer des Bodensees entlang.

Millionen Jahre war der Mensch nur zu Fuß unterwegs, aber das Wissen darüber, wie es wirklich war, zu Fuß durch die Welt zu gehen, ist vergleichsweise klein. Zwei neue Bücher untersuchen die Geschichte des Gehens mit ganz unterschiedlichen Ansätzen.

Comic oder Kunst?Über den Erfolg der Graphic Novel

Graphic Novel im Comic Salon Erlangen

Keiner spricht mehr von Schundheften. Aufwendig erzählte und ausgestattete Comics erobern den Buchhandel - mit steigenden Verkaufszahlen. Graphic Novels werden im Feuilleton besprochen und sogar an der Uni behandelt. Sind die Comics besser geworden oder hat sich nur die Gesellschaft verändert?

BildstörungWie relevant ist unsere Auslandsberichterstattung?

Der Journalist und ehemalige Intendant des WDR, Fritz Pleitgen

Mehr als hundert Jahre lang waren es die Auslandskorrespondenten der großen Medien, die uns die Welt nach Hause holten. Verleger hielten es für eine Frage der Ehre, in den Hauptstädten der Welt ein Büro mit einem Reporter zu unterhalten. Doch die Zeiten, in denen ein tägliches Bulletin aus Washington, Paris oder Moskau genügte, sind endgültig vorbei.