Wirtschaft am Mittag / Archiv /

Hybrid-Motoren gegen Leichtbau-Technik

Autobauer BMW und Toyota wollen noch enger zusammenarbeiten

Von Günter Hetzke

BMW und Toyota planen enge Partnerschaft.
BMW und Toyota planen enge Partnerschaft. (AP / Matthias Schrader)

BMW ist Weltmarktführer in der Oberklasse. Doch für die Entwicklung neuer Zukunftstechnologien sind die Münchner allein langfristig zu schwach. Helfen soll eine enge Kooperation mit dem Branchenriesen Toyota.

Im Premiumbereich, also der teuren Oberklasse, hat zwar BMW nach wie vor weltweit die Spitzenposition inne, aber die Konkurrenz holt auf. Auf dem Wachstumsmarkt China beispielsweise schneidet der Autohersteller Audi in diesem Jahr bereits besser ab als der Premiumhersteller BMW. Deshalb wollen sich die Münchener gegen die aufkommende Konkurrenz wehren, in dem bei Forschung und Entwicklung von Neuheiten Kosten gespart werden.

Kooperation heißt das Gebot der Stunde. Und hier will der relativ kleine Autobauer BMW die bereits vorhandene Zusammenarbeit mit dem Massenhersteller Toyota vertiefen. Was seit Wochenanfang bereits als Gerücht gehandelt wurde, wurde heute von Akio Toyoda, dem Präsidenten von Toyota bestätigt. Toyoda in der deutschen Übersetzung:

"BMW und Toyota haben vereinbart, eine mögliche Zusammenarbeit auf vier Gebieten zu untersuchen. Zu diesen Gebieten zählen die Brennstoffzellen-Technologie, Sportwagen, elektrische Antriebe und Leichtbau-Technologie. Toyota hat Stärken in den Bereichen umweltfreundliche Hybridautos und Brennstoffzellen. Ich bin sicher, dass diese Technologien für BMW von Nutzen sein werden. Andererseits glaube ich, dass die Stärke von BMW in der Entwicklung von Sportwagen liegt."

Die Vertiefung der Zusammenarbeit sei ein wichtiger Schritt für die Zukunft von BMW, so der Vorstandsvorsitzende, Norbert Reithofer, auf der gemeinsamen Pressekonferenz:

"Für die BMW-Group ist die Partnerschaft ein zentraler Punkt in unserer Strategie, die Nummer eins zu bleiben. Es ist ein Weg, den Erfolg sicherzustellen im Bereich Technologie und auch mit Blick auf unsere Kunden."

Die Forschungskosten in Milliardenhöhe auf dem Zukunftsmarkt alternativer Antriebe, könnten so bezahlbar bleiben.
Finanzanalysten begrüßen diesen Schritt, so Tim Schuldt von equinet, gegenüber dem Deutschlandfunk:

"Man muss sehen, dass Betriebstechnologie, Batterietechnologien heute Themen sind, die sehr, sehr kostspielig sind, die sehr hohen Entwicklungsaufwand verlangen und mit denen man heutzutage noch kein Geld verdienen kann. Toyota ist bestrebt, ein möglichst großes Volumen von diesen Teilen produzieren zu können. Und BMW möchte eben davon profitieren, dass man zusammen mit dem weltweit führenden Hersteller in diesem Bereich kooperiert."

Aber auch Toyota profitiert von den möglichen Einsparungen, im anhaltenden Kampf um die Weltmarktspitze auf dem Automobilmarkt.



Mehr bei deutschlandradio.de

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Wirtschaft am Mittag

QuartalsberichtSAP kämpft mit dem starken Euro

Kleine Plastikfiguren stehen vor dem Logo von SAP

Die Cloud-Anbieter erleben derzeit einen Boom. Der Waldorfer Software-Konzern SAP verzeichnete im Geschäft mit Mietsoftware aus dem Internet einen Umsatzzuwachs, blieb aber bei Umsatz und Gewinn für das erste Quartal hinter den Erwartungen der Analysten zurück - auch aufgrund des starken Euros.

IT-BrancheGoogle und IBM enttäuschen die Wall Street

Der Charging Bull (Wall Street Bull) nahe der Wall Street in New York (USA), aufgenommen am 08.03.2014.

Die Wall Street steckt mitten in der Berichtssaison. Am Mittwoch haben zwei Technologie-Schwergewichte ihre Quartalsergebnisse vorgelegt: der PC-Hersteller und Dienstleistungsanbieter IBM und der IT-Riese rund um die gleichnamige Suchmaschine Google. Mit Spannung wurden die Zahlen erwartet.

Umstrittene AktiengeschäfteFiskus will von Banken und Fonds Milliarden zurück

Ansicht der DAX-Kurve auf der Anzeigetafel der Börse

Wissen Sie, was ein cum-ex-Geschäft ist? Nein? Keine Sorge - das geht wohl den Meisten so. Doch bei dem Geschäft, mit dem sich ab heute der Bundesfinanzhof in München beschäftigt, geht es um Milliarden. Banken und Fonds sollen durch geschicktes Kaufen und Verkaufen von Papieren Milliarden erwirtschaftet haben - zu Unrecht, meinen Steuerbehörden.