Wirtschaft und Gesellschaft / Archiv /

Investor Warren Buffett lässt Milliarden in Heinz-Ketchup fließen

Traditionsfirma kostet 28 Milliarden Dollar

Von Marcus Pindur

Warren Buffett, Geschäftsmann und Starinvestor
Warren Buffett, Geschäftsmann und Starinvestor (picture alliance / dpa)

Es ist die bisher größte Übernahme in der Lebensmittelbranche: Der Ketchuphersteller Heinz wechselt ins Firmenimperium der Investorenlegende Warren Buffett.

Über die Herkunft des Vorzeigeproduktes des Hauses Heinz gibt es mehrere Theorien, die bekannteste ist, dass das Ketchup, ursprünglich eine fischbasierte Gemüsesauce, seinen Weg über chinesische Einwanderer nach Amerika gefunden habe. Fest steht, dass der Firmengründer Henry John Heinz, ein Sohn deutscher Einwanderer, bereits seit 1876 Ketchup produzierte und die Firma seit 1907 ein Ketchup ohne jegliche Konservierungsstoffe herstellte.
Die Nachricht über den Verkauf von Heinz an Warren Buffett und den Finanzinvestor 3G Capital katapultierte die Heinz-Aktie auf den Platz 1 der Tagesgewinner der Aktienmärkte.
In Konsumentenbefragungen rangiert Heinz regelmäßig an der Spitze aller Lebensmittelmarken, gewöhnlich vor Coca-Cola, Kraft und Nestlé. Das macht die Marke Heinz auch für den Investor Warren Buffett so attraktiv, so Dominic Chu vom Wirtschaftssender Bloomberg TV:

"Das ist eine typische Warren-Buffett-Entscheidung, dieser Investitionsstil. Er kauft ein Konsumentenprodukt, das jeder kennt und jeder im täglichen Leben benutzt. Er kauft Heinz, weil er weiß, dass das Management gut ist, die Aussichten für die Firma gut sind und weil sie gut funktioniert."

Heinz stellt außer Ketchup noch Dutzende anderer Produkte her, von der Gourmet-Steaksauce über Gemüsekonserven bis hin zu den Weight-Watchers-Produkten. Nach Angaben des Heinz-Konzerns hat die Firma 150 Produkte im Angebot, die weltweit gegenüber der Konkurrenz auf Platz 1 oder 2 rangieren.

Für Buffett ist es die größte Übernahme nach dem Zukauf der Frachteisenbahn Burlington Northern Railroad im Jahr 2010 für 26 Milliarden Dollar. Beim Heinz-Deal übernimmt Buffett jedoch nur die Rolle des Finanziers. Seine Investmentfirma Berkshire Hathaway stelle zwölf bis 13 Milliarden Dollar bereit, erklärte er gegenüber dem Wirtschaftssender CNBC. Die Mitarbeiter des ebenfalls beteiligten Finanzinvestors 3G seien "die Leute fürs Tagesgeschäft", sagte Buffett.
3G Capital ist eine bekannte Größe im Geschäft und hatte im Jahr 2010 die Fast-Food-Kette Burger King geschluckt und dann wieder an die Börse gebracht. Hinter dem Finanzinvestor steckt der brasilianische Finanzier Jorge Paulo Lemann, der 2008 auch die Übernahme des amerikanischen Bierbrauers Anheuser-Busch durch den brasilianisch-niederländischen Rivalen InBev vorangetrieben hatte.



Mehr bei deutschlandradio.de

Links bei dradio.de:

28 Milliarden Dollar für Ketchup

 

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Wirtschaft und Gesellschaft

Besuch in ChinaGabriel preist deutsche Umwelttechnik an

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hält in Peking bei einem deutsch-chinesischen Forum für Energieeffizienz vor einer Plakatwand stehend eine Rede.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) wirbt in China für Umwelttechnik "Made in Germany". Deutsche Firmen sollen China helfen, Herr über die große Umweltverschmutzung zu werden. Doch neben den enormen Chancen gibt es Hürden - zum Beispiel Produktpiraterie.

Republik MoldauZwischen russischer Zollunion und EU-Annäherung

Blick ins Parlament der Republik Moldau

Die Bevölkerung Moldawiens unterstützt den pro-europäischen Kurs ihrer Regierung keineswegs geschlossen. Russlands Gegenangebot zum Assoziierungs- und Freihandelsabkommen mit der EU heißt Zollunion: ein enges Wirtschaftsbündnis mit dem ebenfalls rohstoffreichen Kasachstan, mit Weißrussland und möglicherweise weiteren GUS-Staaten.

ReparaturfondsZehn Milliarden für die Straßensanierung

Ein Lastkraftwagen fährt an einem großen Schlagloch auf der Autobahn A4 in Richtung Görlitz bei Bautzen vorbei, Aufnahme vom Dezember 2010

Etwa 100 Euro pro Jahr sollen Autofahrer in einen Reparaturfonds einzahlen - die Idee des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Torsten Albig sorgt seit den Ostertagen für hitzige Diskussionen. Trotz Gegenwind hat der SPD-Politiker seine Pläne jetzt bekräftigt.