Sonntag, 19.11.2017
StartseiteKulturfragenBlaue in der Regierung lassen viel Stoff für Satire erwarten22.10.2017

Kabarettist über Rechtsruck in ÖsterreichBlaue in der Regierung lassen viel Stoff für Satire erwarten

In Österreich können Konservative und Rechtspopulisten wahrscheinlich demnächst gemeinsam durchregieren. Der Kabarettist Florian Scheuba rechnet mit Affären, Machtmissbrauch und viel Stoff für Satire. Der deutschen Demokratie rät er im Dlf, den Rechtspopulisten streng sachbezogen zu begegnen.

Florian Scheuba im Gespräch mit Günter Kaindlstorfer

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(picture alliance / dpa / Alexey Vitvitsky)
Mit der FPÖ um Heinz-Christian Strache (Foto) würde es wahrscheinlich mehr Stoff für Satire in Österreich geben, meint Kabarettist Florian Scheuba. Allerdings seien die Rechtspopulisten keine "Glücksrittertruppe" mehr, sondern "ideologisch gefestigt" (picture alliance / dpa / Alexey Vitvitsky)
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"Ich würde das wirklich von Thema zu Thema sehen", sagte der politische Kabarettist im Gespräch mit Günter Kaindlstorfer. "Wenn wir alles in einen Topf werfen und sagen, es kommt was von 'den Rechten', dann dämonisieren wir da etwas und blasen etwas auf, das für die Diskussion falsch ist. Es muss immer wieder differenziert werden, und dort, wo was Vernünftiges kommt von der Seite, gehört es aufgegriffen, gehört diskutiert. Und dort, wo was Unvernünftiges, Unmenschliches oder Grausliches kommt, gehört es genauso gesagt."

Scheuba: FPÖ-Macht festigt sich

Österreich stehe vor einer Legislatur mit einem längst von FPÖ-Parteigängern unterwanderten Innenministerium und einer schwarzblauen Zweidrittelmehrheit im Stiftungsrat der öffentlich-rechtlichen Programme. Mit Spitzelaffären wie zur Zeit der ersten FPÖ-Regierungsbeteiligungen sei wieder zu rechnen, meinte Scheuba.

Der österreichische Kabarettist Florian Scheuba (Imago)Kabarettist Florian Scheuba (Imago)Allerdings sei die heutige FPÖ nicht wie damals eine korrupte und ideologisch flexible Glücksrittertruppe": "Der 'Backbone' dieser Partei sind aber die Burschenschafter. Rechtsnationale, deutschnationale Burschenschafter, die doch ideologisch gefestigt sind. Da ist die Frage, ob die vielleicht das anders angehen werden."

"Einen Jörg Haider haben Sie genau nicht"

Einen Rechtsruck wie in Österreich seit Jörg Haider sieht der Kabarettist auf Deutschland allerdings nicht zukommen. Dafür fehlten der AfD die Charismatiker: "Einen Jörg Haider haben sie genau nicht. Wenn ich mir Figuren wie den Herrn Gauland anschaue, dann sehe ich nicht die Gefahr, dass der eine große Massentauglichkeit hat."

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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