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Keine Gefahr für den Polarstern

Von Hermann-Michael Hahn

Der Polarstern an der Schwanzspitze des Kleinen Bären (Hahn)
Der Polarstern an der Schwanzspitze des Kleinen Bären (Hahn)

Der Polarstern ist bekannt dafür, dass er nahezu unverändert am nördlichen Himmelspol steht. Das liegt daran, dass die langsam taumelnde Drehachse der Erde gegenwärtig ziemlich genau in seine Richtung zeigt. Unveränderlich ist der Polarstern jedoch nicht.

Denn seit dem 19. Jahrhundert wissen die Astronomen, dass der Stern seine Helligkeit periodisch verändert: Er gehört zur Gruppe der Cepheiden-Veränderlichen. Das sind Sterne, die sich wie durch einen regelmäßigen Pulsschlag aufblähen und wieder zusammenziehen und dabei ihre Helligkeit verändern. Allerdings ist die Lichtwechselperiode des Polarsterns nicht konstant.

Seit Beginn der Beobachtungen vor mehr als 150 Jahren ist sie etwa um elf Minuten länger geworden. Ganz unerwartet ist eine solche Zunahme der Periode nicht, denn sie wird von Modellrechnungen zur Sternentwicklung vorausgesagt, weil Cepheiden durch ihre Schwingungen immer auch einen geringen Materieverlust erleiden.

Doch die Messungen am Polarstern stimmen nicht mit den Modellen überein. Denn nach den Beobachtungen ist der Materieverlust um einiges größer und liegt bei etwa einer Erdmasse pro Jahr.
Dies zumindest haben Astronomen der Universität Bonn zusammen mit amerikanischen Kollegen herausgefunden. Jetzt suchen sie nach Erklärungen dafür, warum der Polarstern offenbar deutlich mehr Masse verliert, als von den Modellrechnungen vorhergesagt.

Doch auch eine solche Verlustrate wird nicht dazu führen, dass der Polarstern in absehbarer Zeit verblasst – er wird noch lange am irdischen Himmel zu beobachten sein, wenn auch nicht immer am Himmelspol.

Mehr über den Materieverlust beim Polarstern
Original-Veröffentlichung zum Materieverlust beim Polarstern

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