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StartseiteCampus & KarriereKompetenzcheck am Computer11.10.2002

Kompetenzcheck am Computer

Soft-Skill-Test an der FH-Bochum

<em>Die Wünsche sind in der Tat ganz eindeutig aus der Wirtschaft gekommen. Um zwei Protagonisten zu nennen: Opel und Nokia haben zum Ausdruck gebracht: Wir brauchen Absolventen, die über das Fachliche hinaus fit sind und Hochschulen sollten etwas dafür tun. Und wir haben das aufgegriffen, wir tun etwas dafür!</em>

Die Psychologin Prof. Dr. Andrea Mohnert von der FH-Bochum kümmert sich vor allem um die Vermittlung der sogenannten Schlüsselqualifikationen wie Teamfähigkeit, Stressbewältigung und Selbstmarketing. Fähigkeiten, die von der Wirtschaft ganz selbstverständlich erwartet werden. Mit einem sogenannten Kompetenzcheck, der im Internet heruntergeladen werden kann, können Studierende ihre Fähigkeiten testen und auswerten lassen. Bei Defiziten stehen zahlreiche Seminare zur Verfügung, um die "Softskills" gezielt zu fördern. Ein Studienanfänger legt für Campus und Karriere seine Stärken und Schwächen offen:

Mein Name ist Rafael Medrala und ich studiere Elektrotechnik und bin im ersten Semester.

Rafael wird zu 147 Aussagen Zustimmung oder Ablehnung per Mausklick signalisieren. Dabei geht es um die drei großen Bereiche methodische, kommunikative und persönliche Kompetenzen. Selbsteinschätzung vor dem Start:

Ich persönlich glaube, ich bin so in der Mitte. Nicht gut, aber auch nicht schlecht. Meine Kompetenzen, z.B. mit Menschen umzugehen denke ich, dass ich besser abschneide.

Beim Präsentieren glaube ich, bin ich nicht so gut, wenn ich Teamarbeit machen sollte.

Der Test beginnt, rund eine halbe Stunde dauert die Bearbeitung.

Wenn Konflikte auftauchen versuche ich zumindest den Standpunkt und die Hintergründe des Konfliktpartners zu verstehen. – Stimmt genau!

Vor dem Halten eines Referats lasse ich mich oft von anderen kritisch beurteilen. – Mache ich nicht, stimmt nicht.

Rafael ahnt, dass seine zweite Antwort negativ zu Buche schlagen wird, denn...

Ich glaube schon, weil eigentlich ist es wichtig, dass man sich kritisieren lässt.

Zügig, ohne lange nachzudenken sollte der Test durchgeführt werden. Zügig und ehrlich verneint Rafael auch, dass er unflexibel ist.

Stimmt kaum! Ich bin flexibel! Wenn z.B. ein Kollege zu mir kommt und sagt: Komm, lass uns Party machen gehen und ich bin am Lernen, dann kann ich die Arbeit auch zurückstecken und gehe Party machen. Also gaaanz spontan bin ich dann.

Ab sofort können sich die rund 4.500 Studierenden der FH-Bochum den Test aus dem Netz laden und die Antworten per E-Mail zur Auswertung schicken. Rafael hat als Campus und Karriere-Testkandidat das Privileg, das Ergebnis sofort zu erhalten. Seine Werte werden mit denen von 500 Studierenden verglichen, die den Test im Vorfeld gemacht haben. Werden von Rafael z.B. im Bereich Stressbewältigung 20 Prozent erreicht, so haben 80 Prozent der Vergleichsgruppe einen besseren Wert erzielt.

Wenn ein Wert unter 65 liegt, dann sollte man aktiv werden, dazulernen, Kompetenzen entwickeln und sich damit bessere Vorraussetzungen schaffen.

Ausschnitte aus Rafaels Auswertung:

Dann sehen Sie z.B., dass sie im Bereich Kreativitätstechniken ein Ergebnis haben, dass deutlich darüber liegt, da haben sie einen guten Wert erzielt. Beim Zeitmanagement sind sie nur bis "7" gekommen... , d.h. 93 Prozent ihrer Kommilitonen hatten da einen höheren Wert erzielt und das würde bedeuten, dass hier – oder im Bereich Selbstmarketing oder bei den Präsentationstechniken, da sind sie auf 25, dass sie da was tun sollten, um ihre Chancen zu verbessern.

Die Expertin rät, ein Seminar über Präsentationstechniken zu besuchen. Dort werden Fähigkeiten der Selbstorganisation und Selbstmarketing vermittelt. Der Test sollte im Laufe des Studiums insgesamt dreimal gemacht werden. So lassen sich Fortschritte im Bereich der Schlüsselqualifikationen nachvollziehen. Der Besuch von entsprechenden Soft-Skill-Seminaren an der Fachhochschule Bochum wird dann im sogenannten Lernpass eingetragen. Bewerbungen können dann mit diesem Nachweis bereichert werden. Rafael will dem Rat der Psychologin folgen, Seminare besuchen, um sich über das Fachliche hinaus bei zukünftigen Arbeitgebern zu empfehlen. Training der Schlüsselqualifikationen, Rafael hält dies für wichtig, schon aus ganz praktischen Erwägungen...

Wir können, z.B. wenn wir bei einem Kunden sind alles besser präsentieren, schneller verkaufen, besser verkaufen.

Related Link:

www.fh-bochum.de

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