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Krawalle bei ägyptischen Fußballspiel
Gericht bestätigt Todesurteile

Es waren die blutigsten Krawalle in der ägyptischen Geschichte: vor gut fünf Jahren starben in einem Stadion in der Hafenstadt Port Said 74 Menschen. Jetzt sind zehn Todesurteile gegen vermeintliche Anstifter bestätigt worden.

Von Jürgen Stryjak |
    Wegen angeblicher Beteiligung an dem Blutbad waren zuerst 21 Fußballfans zum Tode verurteilt worden. Ein Gericht hob die Urteile 2014 auf und ordnete einen neuen Prozess an, bei dem dann elf Fans die Todesstrafe erhielten.
    Zehn dieser elf Todesurteile hat Ägyptens höchstes Berufungsgericht jetzt bestätigt. Sie sind damit rechtskräftig. Außerdem hält das Gericht 41 Haftstrafen aufrecht. So muss auch der ehemalige Polizeichef von Port Said für fünf Jahre ins Gefängnis.
    Waren die Krawalle angezettelt?
    Die blutigen Krawalle brachen im Februar 2012 nach einem Spiel zwischen den ägyptischen Klubs Al-Masri und Al-Ahly aus. Bis heute glauben viele Ägypter, dass die Randale damals von Provokateuren und Schlägerbanden angezettelt wurden, die im Auftrag von Sicherheitskräften handelten.