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Lange Liste schwarzer Schafe

Verbraucherschützer warnen vor windigen Angeboten zur Geldanlage

Von Dieter Nürnberger

Wer Geld anlegen will, sollte sich gründlich informieren.
Wer Geld anlegen will, sollte sich gründlich informieren. (Stock.XCHNG / Marja Flick-Buijs)

Das Deutsche Institut für Anlegerschutz hat zusammen mit den Verbraucherzentralen aus Berlin und Brandenburg eine Warnliste zu unseriösen Angeboten zur Geldanlage vorgelegt. Noch immer lassen sich Anleger mit windigen Zinsversprechen locken. Oft folgt ein böses Erwachen.

Skepsis sollte, so sagen die Anlegerschützer, bei all jenen Offerten gelten, die derzeit eine Rendite versprechen, die deutlich über den gängigen Quoten liegt. Bei den Produkten, die da angeboten werden, sind die unterschiedlichsten Anlageformen vertreten. Auffällig ist, dass derzeit der graue Kapitalmarkt so verstärkt auftritt wie selten zuvor. Das hängt damit zusammen, dass sich die Bürger Gedanken um zusätzliche, finanzielle Absicherungen machen müssen, es hängt auch damit zusammen, dass die Zinsen derzeit weiterhin nicht sehr hoch sind. Volker Pietsch, der Vorsitzende des Deutschen Instituts für Anlegerschutz.

"Wir wissen ja alle, dass etwas für unsere Altersvorsorge getan werden muss. Und da hat sich schon seit vielen Jahren der graue Kapitalmarkt positioniert. Und jetzt startet dieses Pseudo-Altersanlegemarkt so richtig durch. Auf diesem Markt erkennen wir Produkte wie Inhaberschuldverschreibungen, Privatdarlehen, Anleiheobligationen, generell also auch Unternehmensanleihen. Das sind dann 'werthaltige' Immobilien, gebrauchte Lebensversicherungen, umweltfreundliche Solartechnologien und auch Kunstobjekte."

Man sieht also, da sind viele auch gängige Produkte vertreten, die ebenso von seriösen Anbietern beworben werden. Aber eine Regel sollte auf jeden Fall lauten: Vorsicht bei außerbörslichen Unternehmensanleihen und Genusscheinen. Hohe Zinsen sind nicht alles, warnen die Anlegerschützer, besonders dann, wenn von keinem Kursrisiko die Rede ist. Verdächtig ist auch die Vorgehensweise, dass der Anleger sein Geld im Depot dann auch ruhig einmal vergessen könne, er sich zurücklehnen könne - und sich die Anbieter einfach melden würden, wenn die nächste Zinszahlung anstehe. So einfach sollten es sich Anleger also nicht machen. Und auch der Weg der Kontaktaufnahme dieser unseriösen Anbieter sollte aufhorchen lassen, denn ein direkter oder persönlicher Kontakt entsteht meist nicht.

"Das werden unerfahrene Bürger im großen Stil über Telefonaktionen geworben werden, Auch mit dem Hinweis, hier könne man Steuern sparen, das Ganze würde sich auch durch Steuereinnahmen und Mieteinnahmen tragen. Und schon wird man 'Eigentümer' einer vermieteten Eigentumswohnung als Steuersparmodell. Wenn das Produkt 'sauber' und nicht überteuert ist, dann könnte man nichts dagegen sagen. Der Anleger hätte dann auch steuerrechtlich seine Vorteile. Aber wissen halt auch, dass es einen immensen Schaden durch so genante Schrottimmobilien gegeben hat. Das sind überteuerte Immobilien, und der Schaden geht in die Milliarden."

Unseriöse Anbieter bieten auch keine Transparenz darüber, wie die versprochenen hohen Renditen nachhaltig erwirtschaftet werden. Der volkswirtschaftliche Schaden ist auf jeden Fall hoch, wahrscheinlich höher, als man weithin vermuten würde, sagt Anlegerschützer Volker Pietsch.

"Wir kommen jetzt zu einer Größenordnung von 250 Milliarden Euro. Diese Anlegergelder sind 'im Feuer'. Wir rechnen das Ganze hoch, zusammen mit den Schrottimmobilien und sonstigen Betrugsformen. Das sind immerhin zehn Prozent des Geldanlagevermögens der Haushalte in Deutschland."

Die Bürger können sich natürlich informieren. Das Deutsche Institut für Anlegerschutz ist im Internet unter der Adresse www.dias-ev.de abrufbar. Aber auch die örtlichen Verbraucherzentralen und die Stiftung Warentest veröffentlichen Listen mit den schwarzen Schafen des Anlegermarktes. Übrigens eine sehr lange Liste.

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