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Seit 19:15 Uhr Das Kulturgespräch
StartseiteFirmenporträtLicht, in Metern gemessen05.12.2014

LED-BeleuchtungssystemeLicht, in Metern gemessen

Als das Unternehmen LED-Linear 2006 in einer Garage gegründet wurde, war das Geschäft mit LED-Leuchten noch ein Nischengeschäft. Doch die Beleuchtungssysteme werden immer beliebter. Heute stattet das Unternehmen mit seinen Produkten Hotels, Banken, Kaufhäuser und Galerien auf der ganzen Welt aus.

Von Klaus Deuse

Die LED-Beleuchtung an der neuen Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt stammt von LED-Linear. (LED Linear)
Die LED-Beleuchtung an der neuen Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt stammt von LED-Linear. (LED Linear)

"Das ist eloxiertes Aluminium, ein Strangbrettprofil. Und da haben wir eine große Vielzahl von Außengehäusen. Von den Maßen 42 mal 42 Millimeter bis 70 mal 66 Millimeter. Und dann haben wir da verschiedene Insets, in denen das LED-Band eingeklebt wird. Und nachher wird es verdrahtet, das LED-Band mit der integrierten PSU, was dann ins Profil verschraubt wird, verbunden. Und dann setzt man diese beiden Teile, das Inset und das Außenprofil, zusammen. Wie so ein Legosystem,"

beschreibt Jan Weßels die letzten Handgriffe bei der Endmontage einer Leuchtleiste aus der Produktpalette der LED-Linear GmbH.

Das mittelständische Unternehmen aus Neukirchen-Vluyn am Niederrhein bestückt mit diesen Licht emittierenden Dioden inzwischen Kreuzfahrtschiffe ebenso wie Galerien und noble Hotels rund um den Globus. Carsten Schaffarz und Michael Kramer, den beiden Geschäftsführern, ist offenbar ziemlich früh ein Licht aufgegangen, als sie 2006 das Start-up-Unternehmen gründeten. In übrigens sprichwörtlich kleinen Verhältnissen. Doch irgendwo, sagt Michael Kramer, musste man ja anfangen:

"Und so hat sich das eben ergeben, dass der Herr Schaffarz seine Garage und sein Wohnzimmer zur Verfügung gestellt hat. Und so sind wir dann im Prinzip in die Selbstständigkeit gestartet."

In einer Garage, an improvisierten Arbeitsplätzen, die aus Gartenbänken und Biertischen bestanden. Michael Kramer wagte sich mit dem Wechsel ins Licht-Fach mehr oder weniger auf Neuland vor. Der gelernte Maschinenbauingenieur war zuvor bei einem großen Industrieunternehmen schließlich auf einem ganz anderen Feld tätig. Und zwar "im Bereich der Eisenbahn-, Verkehrstechnik. Zum Schluss im Bereich der dieselelektrischen Lokomotiven".

Doch zusammen mit Carsten Schaffarz war Kramer davon überzeugt, dass linearen LED-Lichtsystemen die Zukunft gehört und sie eine Marktnische besetzen konnten.

"Wir haben damals angefangen, unser Geschäft, in den Märkten der Lichtwerbung, aber auch dann der Beleuchtung für Kreuzfahrtschiffe. Insbesondere der ambienten und dekorativen Beleuchtung. Überall dort, wo Lichtlinien gut zum Einsatz kommen konnten. Aber auch dann Lichtlinien mit einer hohen Schutzart, das heißt für den Außenbereich geeignet. Letztlich dann auch wasserdicht."

Keine Stückzahlen, dafür Längenmaß

Bereits im ersten Jahr erzielte das Start-up-Unternehmen aus der Garage heraus einen Umsatz von rund 400.000 Euro.

Während Physiker die Geschwindigkeit des Lichts nach einer Formel errechnen, zählt man bei LED-Linear produzierte Stückzahlen nicht etwa zusammen, sondern legt ein Längenmaß an.

"Man konnte damals von einem Meterpreis ausgehen, ja ich denke mal, ungefähr von 80, 100 Euro pro Meter. Woraus sich jetzt eine Länge von vier Kilometern an linearem Licht ableitet."

Zum Vergleich: Das Start-up-Unternehmen stellt inzwischen über 500 Kilometer an Beleuchtungssystemen her. Jährlich. Das Unternehmen, das mit zwei Mitarbeitern in einer Garage startete, beschäftigt heute über 80 Frauen und Männer. Darunter nach längerer Arbeitslosigkeit auch knapp zehn ehemalige Mitarbeiter des insolventen Handyherstellers BenQ in Kamp-Lintfort.

Die steigende Nachfrage ließ die durchschnittliche Wachstumsrate in den letzten Jahren um 140 Prozent in die Höhe schnellen. Unter dem Strich steht mittlerweile ein Jahresumsatz im zweistelligen Millionenbereich. Davon entfallen gut 80 Prozent auf den Export, denn bei den Licht-Spezialisten vom Niederrhein bestellen Kunden aus aller Welt.

"Spezielle Anwendungsfälle sind für uns zum Beispiel in Galerien, Bilderbeleuchtung, Beleuchtung in Hotels. Wir haben 50 Kilometer an Beleuchtung realisiert in einem Hotel in Abu Dhabi. Auch andere Fünf- oder Sechs-Sterne Ressorts dort, die mit unserem Licht dann ausgerüstet wurden."

Auch im Singapurer Hafen hat LED-Linear sich mit einem Beleuchtungskonzept verewigt. (LED-Linear)Auch im Singapurer Hafen hat LED-Linear sich mit einem Beleuchtungskonzept verewigt. (LED-Linear)

Ins rechte Licht gesetzt hat man außerdem Läden des Modeschöpfers Karl Lagerfeld sowie den exquisiten Kaufhaustempel Harrods in London. "Und so lässt sich für uns ein ganz breiter Bogen spannen. Bis hin zur Fassadenbeleuchtung im neuen Hafen von Singapur," fügt Michael Kramer an. Und nicht zu vergessen: "Wir haben zum Beispiel auch die Fassadenbeleuchtung in der Krone der Europäischen Zentralbank in Frankfurt realisiert."

Oder den Hauptbahnhof in Göteborg und die Innenbeleuchtung von Nobelrestaurants in Madrid. Gefragt sind die linearen LED-Experten vor allem bei Architekten und Lichtdesignern. Denn: "In der Architektur ist die Linie natürlich ein Grundelement. Architekten haben es sehr gerne, dass Beleuchtung auch in ihrem Gebäude verschwindet. Dass also das Leuchtmittel an sich nicht direkt sichtbar ist. Das kann vielfach einfacher mit linearen Beleuchtungssystemen realisiert werden, die dann dort auch in der Gipskartondecke entsprechend elegant verbaut werden und so mit der Gebäudearchitektur in einem klaren Übergang verschmelzen."

Geliefert werden Lichtsysteme, die auf die jeweiligen Anforderungen der Kunden passgenau zugeschnitten sind. Ob für ein Museum oder für ein Kreuzfahrtschiff. Das aus mehreren Modulen bestehende Baukastensystem macht es möglich. Nur acht Jahre nach der Gründung hat sich LED-Linear etabliert und auch im internationalen Wettbewerb behauptet. Dass es einen Bedarf für ihre entwickelten Lichtprodukte geben würde, das habe man zwar schon geglaubt, sagt Michael Kramer rückblickend: "Aber es war nicht so klar, dass LED so schnell in die Allgemeinbeleuchtung hineingehen würde."

 

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