Sport am Wochenende / Archiv /

 

Lösung "im Sinne des Handballs“

Causa Glandorf endet mit Vergleich

Von Erik Eggers

Handball im Tor.
Handball im Tor. (AP)

Der Fall hatte im April letzten Jahres Schlagzeilen gemacht: Holger Glandorf, Handball-Weltmeister von 2007, hatte nach einer Cortisonspritze des Mannschaftsarztes vom Deutschen Handballbund die Amputation seines Beins gedroht. Seine Karriere stand auf dem Spiel. Jetzt endete der Rechtsstreit.

Als die Güteverhandlung in der Causa Glandorf vor dem Landgericht Flensburg schloss, gab es nur zufriedene Gesichter. Die Vorsitzende Richterin Hille-Grit Gutbier freute sich, dass der Rechtsfrieden wiederhergestellt sei. Eine Lösung "im Sinne des Handballs" sei dieser außergerichtliche Vergleich, bemerkte der Kieler Sportmediziner Detlev Brandecker, da ein Urteil womöglich für die sportärztliche Arbeit enorme Konsequenzen bedeutet hätte. Und auch Kläger Glandorf war zufrieden. Er dürfte mit einer Summe in niedriger fünfstelliger Höhe abgefunden werden, bezahlt überwiegend von der Berufshaftplicht des Arztes.

Zuvor hatte die Richterin in detaillierten Ausführungen deutlich gemacht, dass der Fall juristisch kompliziert liege. Die Cortison-Spritze, die Brandecker im Rahmen eines Lehrganges des Deutschen Handballbundes in einem Hotelzimmer verabreicht hatte, sei keineswegs eindeutig eine falsche Behandlungsmethode, wie der Kläger vorgetragen hatte. Vielmehr sei die Methode an sich üblich. Und es sei denkbar, dass in der "speziellen Welt" des Handballs, wie Brandeckers Anwalt Helmar Maeder sie bezeichnete, eine solche Praxis gängig und eine Aufklärung über die Risiken anders zu deklarieren sei als für Normalbürger.

Es folgten rund 90 Minuten Feilschen zwischen Kläger und Beklagten. Dem Spitzenhandball bleibt mit dem Vergleich eine gerichtliche Milieustudie erspart, die womöglich einige medizinische und ethische Fragen aufgeworfen hätte.

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Sport aktuell

Tour de FranceHoffen auf die "neue Generation" im Radsport

Der chinesische Radsportprofi Cheng Ji bei einer Etappe der 3. Etappe der Tour de France 2014

Die Tour de France hat seit 2012 Sendepause im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Der Grund für den Ausstieg aus der Berichterstattung waren die vielen Dopingskandale im Radsport. Ab dem kommenden Jahr könnte es in der ARD wieder Live-Bilder geben. Eine moralische Hürde scheint gefallen zu sein.

Fussball-EM 2020Gute Chancen für München

UEFA-Präsident Michel Platini während des 64. FIFA-Kongresses im June 2014 in Sao Paulo.

Am Genfer See entscheidet der europäische Fußballverband am Freitag, wo die erste paneuropäische Fußball-Europameisterschaft 2020 ausgetragen wird. 13 Städte werden es sein, und München hat gute Chance. Aber auch Baku und St. Petersburg werden wohl dabei sein, trotz aller politischen Bedenken.

Rassismus Roma-Fußballer ohne Gegner