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Mehr Informationen über die Busstrecke

Bustec produziert Fahrgastinformationssysteme

Von Simon Schomäcker

Linienbus: Sehr häufig sind sie mit intelligenten Fahrgastinformationssystemen ausgestattet.
Linienbus: Sehr häufig sind sie mit intelligenten Fahrgastinformationssystemen ausgestattet. (AP)

Die Zeiten, da Bus- und Bahnfahrer nuschelige Angaben zu den Haltestellen machten, sind an vielen Orten vorbei. Auf vielbefahrenen Routen informieren sich die Fahrgäste über aufwendige Strecken– und Anzeigetafeln. Ein Hersteller davon ist die Firma Bustec.

Für Nutzer von öffentlichen Verkehrsmitteln gilt sie lange als selbstverständlich: die audiovisuelle Fahrgastinformation. Großflächige Außenanzeigen kündigen schon aus weiter Entfernung die Linienkennziffer und das Ziel von Bussen und Bahnen an. Der Streckenverlauf kann nach dem Einsteigen auf LCD-Bildschirmen verfolgt werden, eine sympathische Lautsprecherstimme kündigt die Haltestellen an.

Längst haben sich Firmen auf die Entwicklung und Herstellung solcher Informationssysteme spezialisiert. Zu diesen Unternehmen zählt auch Bustec mit Standorten in Wuppertal und im tschechischen Blansko. Geschäftsführer Andreas Wagner:

"Ich hätte mir nie vorgestellt, dass dieser Bereich so spannend ist. Der normale Fahrgast hat gar keine Idee davon, was alles erforderlich ist, damit eben diese Information auch im Fahrzeug wirklich visuell angezeigt wird."

Die Vorgänger von Bustec waren die Wuppertaler Firma Buse, ebenfalls Hersteller von Fahrgastinformationssystemen und ihr Metallzulieferer Temp-Metall aus dem tschechischen Blansko. Die Idee, auch auf tschechischer Seite Elektronik für die aufwändigen Anlagen zu entwickeln, war die Grundlage für das länderübergreifende Unternehmen Bustec.

"Die ersten Anfänge der Fahrgastinformation in Tschechien hat man Anfang der 1990er-Jahre gemacht. Und über diesen Know-How-Transfer konnten wir 2009 eine Firma gründen mit einer speziellen Zielsetzung, eben Produkte für den europäischen Markt, aber auch für den Weltmarkt zu produzieren. In einem Land, in dem die Kostenstruktur noch eine andere ist als in Deutschland, mit einem Technologie- und Know-How-Transfer aus Deutschland."

Bei der Entwicklung seiner Anzeige- und Ansagesysteme setzt Bustec verstärkt auf neue Technologien. So auch auf die verbrauchsarme und wartungsfreie LED.

"Auf dieser Matrix haben wir eine Aluminiumverkleidung. Und über jeder LED ist eine kleine Augenbraue, die Streulicht minimieren soll, aber auch für eine gezielte Führung des Lichtes verantwortlich ist."

Durch dieses Verfahren ist die gute Lesbarkeit der Anzeige aus verschiedenen Entfernungen und Betrachtungswinkeln gewährleistet. Für detaillierte Informationen über den Streckenverlauf einer Bus- oder Bahnlinie entwickelte Bustec spezielle Flachbildschirme für den Fahrzeuginnenraum. Diese müssen im Vergleich zu herkömmlichen Geräten hohe technische Anforderungen erfüllen, wie Andreas Wagner betont:

"So eine Komponente darf ja im Bus zum Beispiel nicht die Kommunikation mit der Betriebsleitstelle stören. Deswegen kann man auch nicht einfach einen umgedrehten Laptop nehmen, den in den Bus hängen und erwarten, dass die Informationen dort angezeigt werden."

Haltestellenansagen liegen heutzutage im Bordrechner als MP3 vor. Lange wurde bei der Umsetzung mit Radiosprechern gearbeitet. Allerdings geht der Trend mittlerweile mehr zu computergestützen Sprachsystemen. Dietmar Päzolt, technischer Leiter bei Bustec:

"Das Problem ist, wenn sich dann nach zehn Jahren mal einige Haltestellen ändern, steht eventuell der Sprecher nicht mehr zur Verfügung. Und man hat dann verschiedene Stimmen. Und man hat dann immer wieder versucht, vollelektronische Sachen zu nehmen, die ja immer weiterentwickelt werden. Die hören sich auch mittlerweile ganz gut an."

Insgesamt 175 Mitarbeiter sind bei Bustec beschäftigt. 169 von ihnen kümmern sich in Blansko um Produktion, Entwicklung und den Vertrieb in Osteuropa. Ihre sechs deutschen Kollegen sind für das Marketing und den Vertrieb in Westeuropa zuständig.

"Wir haben auch Zusammenarbeiten mit großen Systemhäusern wie Siemens, die eben den Bordrechner liefern, aber die Anzeigesysteme nicht mehr, weil das nicht mehr ihr Schlüsselgeschäft ist. Die konzentrieren sich auf die höhere Intelligenz im Fahrzeug."

Bustec legt großen Wert darauf, möglichst viele Bauteile seiner Produkte im eigenen Haus zu fertigen.

"Bei uns fängt eigentlich der Arbeitsschritt an am Gehäuse, an den Befestigungspunkten, die Materialwahl, die Software, die implementiert ist. Und das ist eben der Schlüssel auch für unsere Firma, hier im Wettbewerb zu bestehen."

Zwischen vier und zehn Millionen Euro Umsatz pro Jahr kann die Firma Bustec je nach Anzahl und Umfang ihrer Aufträge verzeichnen. Produkte des Unternehmens sind mittlerweile in ganz Europa, in Australien und Teilen Asiens unterwegs. Ein aktueller Auftrag eröffnete Bustec den südamerikanischen Markt. Andreas Wagner:

"Mit einem Konsortium haben wir an einer Ausschreibung teilgenommen. In Sao Paulo, da ist eine große Metro-Linie neu aufgebaut worden. Und für dieses Lieferlos liefern wir die komplette Fahrgastinformation, was die Anzeigesysteme anbelangt."

Das nächste Ziel von Bustec ist es, auch sehbehinderten Menschen einen intensiven Zugang zu Fahrgastinformationen ermöglichen. Hierzu wurde ein besonderes Programm für die Nutzung auf Mobiltelefonen geschrieben. Dietmar Päzolt:

"Sobald der Fahrgast in ein Fahrzeug einsteigt, das mit dieser Technik ausgerüstet ist, wird über Bluetooth automatisch eine Verbindung hergestellt mit seinem Handy. Und über die Zehnertastatur, die er an seinem Handy hat, kann er dann entsprechende Informationen über die Route abrufen. Also sprich: Wo bin ich gerade, wann und nach wie vielen Stationen erreiche ich mein Ziel. Und in der nächsten Ausbaustufe dann sogar, welche Umsteigemöglichkeiten habe ich. Das ist auch mit den Blindenverbänden schon durchgemacht worden. Die waren durchweg sehr begeistert davon. Und es lässt sich relativ einfach in alle unsere Geräte implementieren, weil wir ja die Informationen dort schon vorliegen haben."

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