Sternzeit / Archiv /

 

Morgendliches Trio

Von Dirk Lorenzen

Saturn, Spica und der Mond zeigen sich am Morgenhimmel
Saturn, Spica und der Mond zeigen sich am Morgenhimmel (Stellarium)

Heute Nacht zeigt sich nach ein Uhr ein besonders hübsches Dreigestirn am Osthimmel. Der Halbmond steht neben Spica, dem Hauptstern in der Jungfrau, und dem Ringplaneten Saturn.

Saturn, der Lichtpunkt ganz links, ist minimal heller als Spica in der Mitte. In den kommenden Wochen wird er deutlich an Helligkeit zunehmen, weil sich der Abstand von der Erde verringert.

Spica ist ein echtes Schwergewicht unter den Sternen und hat mehr als die zehnfache Masse der Sonne. Mit einer Oberflächentemperatur von mehr als 20.000 Grad Celsius ist Spica einer der heißesten hellen Sterne am Himmel.

Unser Mond und auch der Planet Saturn sind gemessen an Spica kosmische Winzlinge: Man könnte etwa 6000 Monde auf eine Perlenschnur ziehen und diese einmal quer durch Spica spannen.

Saturn ist zwar der zweitgrößte Planet in unserem Sonnensystem. Aber Spicas Durchmesser ist dennoch gut 170mal größer.

In einem Punkt aber haben Mond und Saturn die Nase vorn: Sie werden deutlich länger leben als der Stern, den sie morgen früh in die Mitte nehmen. Spica verprasst soviel Energie, dass die Vorräte bald erschöpft sind.

Schon in wenigen Millionen Jahren wird Spica als Supernova explodieren. Dann leuchtet dieser Stern einige Wochen lang so hell wie der Vollmond und ist auch tagsüber am Himmel zu sehen. Danach wird Spica allmählich für immer verlöschen, während Mond und Saturn noch Milliarden Jahre lang ihre Runden an unserem Himmel drehen.

Genießen Sie morgen früh das wunderschöne kosmische Trio - schon recht bald, astronomisch gesehen, wird es nur noch ein Duo sein.

Der aktuelle Sternenhimmel

Beobachtungsbericht einer ähnlichen Himmelskonstellation

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Sternzeit

AstronomieWie einst bei den Dinosauriern

Der Asteroid Itokawa

Vor etwa 65 Millionen Jahren sind die Dinosaurier vermutlich nach dem Einschlag eines Asteroiden ausgestorben. Auch heute noch könnte uns prinzipiell ein Kometenkern oder ein Asteroid treffen.

AstronomieBrosche knipst den Stern aus

Der Stern HIP 3823 heute Abend gegen 19 Uhr am Osthimmel

Nach Sonnenuntergang steht Pegasus, das markante Herbstviereck, zur Seite gekippt am Osthimmel. Etwas links unterhalb der unteren Spitze befindet sich in den Fischen der Stern Hipparcos 3823.

AstronomieStaubfabriken im All

Interstellare Staubwolken im Eta-Carinae-Nebel

Während Staub im Haushalt meist ein Ärgernis ist, sind die großen Staubmengen im Universum ein Segen. Denn der kosmische Staub bildet den Grundstoff, aus dem Planeten wie die Erde entstanden sind. Entsprechend wollen die Astronomen verstehen, woher der Staub stammt.

 

Wissen

MedizinhistorikerEbola und die Geschichte der Seuchen

Ein Schild in Liberia warnt vor Ebola. In Westafrika sind bislang rund 3.000 Menschen an dem Virus gestorben.

Ebola ist eine Erkrankung, die bislang nicht medizinisch behandelbar war, und damit vergleichbar den großen Seuchen vergangener Jahrhunderte wie Pest oder Cholera. Deshalb ist der Blick eines Medizinhistorikers hilfreich: Robert Jütte, Leiter des Instituts für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung in Stuttgart, zu den gesellschaftlichen Folgen.