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StartseiteSternzeitOstfriesische Sonnenflecken05.04.2012

Ostfriesische Sonnenflecken

Was macht ein Ostfriese, der bei Nebel mit einem einfachen Teleskop in die Sonne guckt? Er entdeckt die Sonnenflecken! Das klingt nach einem blöden Kalauer, ist aber Johann Fabricius vor gut vierhundert Jahren genauso passiert.

Von Dirk Lorenzen

Die Sonne voller Flecken  (NASA/ESA/Soho)
Die Sonne voller Flecken (NASA/ESA/Soho)

In Berlin wurde der Planet Neptun entdeckt, am Rande von Los Angeles die Expansion des Kosmos - und in Osteel die Sonnenflecken! Dieser Ort, der Astronomiegeschichte geschrieben hat, befindet sich im Landkreis Aurich.

Der Überlieferung nach nutzte Johann Fabricius gern das schaurig-schöne Wetter in Ostfriesland. Denn die Nebelschwaden waren ein gutes Filter, um auch bei Tage die Sonne mit dem Teleskop zu beobachten. So fielen Fabricius die Flecken auf der Sonnenscheibe auf.

Es sei allerdings dringendst davon abgeraten, diese Beobachtungen genauso nachzustellen. Der Blick mit Teleskopen in die Sonne führt zum Erblinden. Fabricius hat unglaublich viel Glück gehabt.

Zwar haben auch einige andere Astronomen unabhängig vom Observator von Osteel die Sonnenflecken entdeckt. Aber Johann Fabricius hat als Erster eine Veröffentlichung zu diesem Thema gedruckt.

Im Juni des Jahres 1611 erschien die Schrift über die Sonnenflecken, die er Graf Enno dem Dritten gewidmet hat. Dieser wäre - bei allem Respekt - heute vermutlich völlig in Vergessenheit geraten, hätte Fabricius ihn nicht mit dieser bedeutenden Arbeit geehrt.

Ihm war die Himmelskunde übrigens in die Wiege gelegt: Sein Vater David ist als Entdecker des veränderlichen Sterns Mira bekannt. Doch Johann war bereits der letzte Vertreter dieser ostfriesischen Astronomendynastie.

Johann Fabricius, der große Astronom aus Osteel

Über die Entdeckung der Sonnenflecken

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