Umwelt und Verbraucher / Archiv /

 

Pferd in der Lasagne

Lebensmittelskandal in Großbritannien weitet sich aus

Von Theo Geers

Kind mit Lasagne auf der Gabel
Kind mit Lasagne auf der Gabel (picture alliance / dpa / Friso Gentsch)

In Großbritannien haben die Behörden erneut Pferdefleisch in Lebensmitteln gefunden. Diesmal betroffen: Lasagne. Mitte Januar hatte der Fund von Pferdefleisch in Tiefkühl-Hamburgern in Großbritannien, Irland und Spanien für Verunsicherung bei den Verbrauchern gesorgt.

Briten sind Pferdenarren. Aber sie haben Pferde nicht zum Fressen gern, wie andere Völker. Pferdesteak etwa, das in Belgien oder Frankreich manchem als Delikatesse gilt, kommt in Britannien nicht auf den Tisch. Umso größer ist der Skandal, der nun das Vereinigte Königreich erschüttert und heute die Nachrichten bestimmt:

Pferdefleisch - statt Rind. Die Firma Findus hat in 11 von 18 Proben in ihrer tiefgekühlten Rindfleisch-Lasagne Pferdefleisch-Anteile bis zu 100 Prozent festgestellt. Das Unternehmen entschuldigte sich bei den Verbrauchern und hat alle Lasagne-Produkte aus dem Handel genommen. Die britische Behörde für Lebensmittelsicherheit FSA betont aber, eine Gesundheitsgefährdung bestehe nicht. Geschäftsführer Andrew Rhodes:

"Wir raten den Menschen im Moment, die Findus Produkte nicht zu essen, sondern sie dahin zurückzubringen, wo sie sie gekauft haben. Aber keine unserer Untersuchungen hat bislang Bedenken hinsichtlich der Lebensmittelsicherheit ergeben. Es ist überhaupt nicht gefährlich, Pferdefleisch zu essen. Es ist so wie jedes andere Fleisch auch; nur hier haben wir das Tabu, Pferde zu essen, das ist sehr neuartig für uns."

Man habe bislang auch keinerlei Spuren des in der Veterinärmedizin bei Pferden üblichen Arzneimittels Phenylbutazon entdeckt:

"Das ist in der Lebensmittelkette nicht erlaubt, weil es in sehr seltenen Fällen für den Menschen gefährlich sein kann. Aber alle der von uns getesteten Produkte waren negativ und wir haben kein Phenylbutazon nachgewiesen."

Bereits vor einigen Wochen hatten irische Lebensmittelkontrolleure in Tiefkühl-Hamburgern der Supermarkt-Kette Tesco Pferdefleischanteile festgestellt. Zehn Millionen Burger wurden daraufhin vom Markt genommen. Doch erst jetzt hat die FSA angeordnet, dass der Lebensmittelhandel alle Fertigprodukte in denen Rindfleisch enthalten ist, wie Fleischbällchen, Burger und Lasagne, testen muss. Die Ergebnisse sollen in einer Woche vorliegen. Die Spur im Lasagne-Fall führt ins französische Metz zum Unternehmen Comigel, dem Fleischlieferanten. Die Supermarktketten von Tesco und Aldi haben vorsichtshalber alle Comigel-Produkte aus den Tiefkühltruhen entfernt.

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Umwelt und Verbraucher

Verunreinigtes Mineralwasser"Einen Nullstandard kann man nicht festlegen"

Ein Tropfen Wasser kommt am 21.03.2013 aus einem Wasserhahn in Frankfurt (Oder)

"Die Reinheit geht baden" – so bilanziert die Stiftung Warentest ihre aktuelle Untersuchung zur Qualität von Mineralwasser. Sie zeigt, dass ein Drittel der Wässer Substanzen enthält, die dort nicht drin sein sollten: Pestizid-Rückstände oder auch künstliche Süßungsmittel. Die Brunnenbetreiber wehren sich nun und zweifeln die Methodik der Warentester an.

Wassertest im RheinMarathon-Schwimmtour im Zeichen der Forschung

Das Rheintal mit dem Loreleyfelsen.

Andreas Fath ist Leistungssportler und Wissenschaftler und möchte den Rhein durchqueren. Von der Quelle bis zur Mündung wird er mehr als 1.200 Kilometer zurücklegen. Täglich wird er etwa 50 Kilometer schwimmen und dabei Wasserproben entnehmen. Mehrere mobile Forschungslabore unterstützen ihn dabei und analysieren die Proben.

Internet-SicherheitAlternativen zum Passwort

Ein Mensch vor einem Laptop, an dessen Monitor der Schriftzug "Passwort akzeptiert" zu lesen ist.

Kaum eine Woche vergeht ohne Schlagzeilen zu Datendiebstahl im Netz. Egal, ob eBay, Google oder Facebook - fast alle großen Onlineplattformen waren in jüngerer Vergangenheit betroffen. Sind Passwörter also grundsätzlich unsicher? Neue Technologien versprechen besseren Schutz vor Angreifern.