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StartseiteInformationen am MittagOlympiakritiker muss drei Jahre in Haft12.02.2014

RusslandOlympiakritiker muss drei Jahre in Haft

Der russische Umweltschützer und Olympiakritiker Jewgenij Witischko muss für drei Jahre in Haft. Grund für die Strafe ist die Beschädigung eines Zaunes. Menschenrechtler kritisieren das Urteil. Witischko hatte auf Umweltschäden durch die Olympischen Spiele in Sotschi aufmerksam gemacht.

Von Gesine Dornblüth

Weiterführende Information

Festnahmen während der Olympiaeröffnung (Deutschlandfunk, Informationen am Morgen, 10.2.2014)

Putins Olympische Winterspiele (Deutschlandfunk, Hintergrund, 6.2.2014)

Der Richter benötigte keine fünf Minuten, um sich das Urteil zu überlegen. Der 40-jährige Jewgenij Witischko Umweltaktivist und Olympiakritiker aus dem südrussischen Krasnodar muss für drei Jahre hinter Gitter. Sein Einspruch gegen die Entscheidung der niedrigeren Instanz wurde abgelehnt.

Witischko wird zur Last gelegt, den Zaun eines Grundstücks des Gebietsgouverneurs beschädigt zu haben. Er war deshalb bereits 2012 zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Ein Gericht wandelte das Urteil im Dezember in eine reale Haftstrafe um, nachdem Witischko angeblich gegen Auflagen verstoßen und ohne Genehmigung seine Heimatstadt verlassen hatte.

Zahlreiche Interviews mit ausländischen Journalisten

Menschenrechtler haben das Vorgehen der Justiz gegen den Umweltschützer kritisiert. Amnesty International hat Witischko als gewaltlosen politischen Gefangenen anerkannt und IOC-Präsident Thomas Bach vorgestern in einem offenen Brief aufgefordert, den Druck insbesondere auf Umweltschützer gegenüber den russischen Behörden anzusprechen.

Jewgenij Witischko ist Mitglied der Ökowache des Nordkaukasus. Vor allem diese Organisation hatte in den vergangenen Jahren Umweltschäden durch Olympia publik gemacht. Witischko hatte ausländischen Journalisten zahlreiche Interviews gegeben. Den heutigen Prozess verfolgte er bereits aus der Haft. Witischko war am 3. Februar festgenommen und zu 15 Tagen Haft verurteilt worden, weil er angeblich an einer Bushaltestelle geflucht hatte.

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