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StartseiteUmwelt und VerbraucherSicherheit im Netz09.02.2010

Sicherheit im Netz

Untersuchung und Empfehlungen zum "Safer Internet Day"

Immer mehr Menschen geben persönliche Daten im Internet ein - wenn Sie einen Newsletter abonnieren, wenn Sie online ein Buch bestellen oder Geld überweisen. Leider sind die Daten dabei aber nicht immer verlässlich geschützt. Um Verbraucher besser zu informieren hat die Europäische Union den heutigen Tag zum "Safer Internet Day" ernannt - also zum Tag des sichereren Internets.

Von Verena Kemna

Computerarbeitsplatz (Stock.XCHNG / Daniel V.)
Computerarbeitsplatz (Stock.XCHNG / Daniel V.)

Die Empfehlungsliste für Datenschutz und Sicherheit im Internet beginnt mit dem Hinweis, so wenig private Daten preiszugeben wie nötig. Keinesfalls sollten Kontonummern für angeblich kostenlose Dienste eingegeben werden. Auch bei Gewinnspielen sollten die Nutzer im Zweifel besser auf eine Eingabe verzichten.

Ganz wichtig, Passwörter regelmäßig zu verändern und auch Schutzprogramme wie Anti-Viren-Programme und Firewalls regelmäßig zu aktualisieren. Nach einer Forsa Umfrage im Auftrag des Bundesverbandes für Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien, kurz Bitkom, haben im vergangenen Jahr 40 Prozent der über 14-Jährigen persönliche Informationen wie Profile, Bilder und auch persönliche Gedanken im Internet veröffentlicht. Mario Tobias Geschäftsführer beim Bundesverband Bitkom.

"Was wir auch festgestellt haben, dass nicht jeder sich dessen bewusst ist, dass diese Daten einsichtig sind. Da werden häufig die Adressen angegeben, die privaten E-Mail-Konten, das Alter, wo ich studiert habe, ob ich verheiratet bin, ob ich Kinder habe. Und das sind Daten, die ich im Bus oder in der S-Bahn nicht jedem erzählen würde. Im Internet sind da viele Leute einfach sehr unbedarft."

Im Jahr 2008 haben nur 23 Prozent der Internetnutzer derart persönlich kommuniziert. Besonders beliebt sind Profile in Internet-Gemeinschaften. 60 Prozent aller Internet-Nutzer sind in Communitys aktiv. Unter den 14- bis 29-Jährigen sind sogar neun von zehn Surfern in Communitys aktiv. Einige Internet Nutzer machen bewusst falsche Angaben, auch das ein Ergebnis der Forsa Umfrage. Da werden Name und Alter falsch angegeben, meistens eine Abwehrreaktion gegenüber den vielen Datenabfragen im Internet oder die Nutzer wollen ganz einfach anonym bleiben. Zwar sollten Web-Surfer ein gesundes Misstrauen haben, aber falsche Angaben sind kein Schutz vor Datenmissbrauch. Mario Müller über Regeln, die jeder beachten sollte.

"Man sollte auch private Fotos vermeiden. Man weiß nie, wer sich das irgendwo runter lädt. Was man sehr wohl tun sollte, man sollte mit großem Spaß die neuen Technologien nutzen. Aber immer mit dem Bewusstsein, was möchte ich von mir preisgeben. Vielleicht kommuniziere ich erst einmal nur mit Freunden und reagiere darauf, wer in diesem Netzwerk eingeladen wird, wer ist also vertrauenswürdig von meinen Freunden, wer hat jemanden dort mit eingebracht. Dann können sie sich natürlich wunderbar dort bewegen. Und das machen die Jugendlichen heute ja auch. Freundschaften werden im Internet geknüpft und das ist ja auch eine schöne Sache."

Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner CSU und der Hightech-Verband Bitkom sind sich einig darüber, dass das Datenschutzrecht an die digitale Entwicklung angepasst werden müsse. Zur Praxis von Google-Street View, wo Autos und Personen ohne ausdrückliche Erlaubnis des Einzelnen abgebildet werden, sagte die Ministerin folgendes.

"Bevor Bilder ins Netz gestellt werden, muss das Einverständnis der betroffenen Bürger vorliegen. Personen und Fahrzeuge müssen vollständig unkenntlich gemacht werden. Eine Verpixelung alleine reicht nicht aus. Solange es hier keine abschließende Regelung gibt, empfehle ich allen Betroffenen von ihrem Widerspruchsrecht gebrauch zu machen, damit die Fotos nicht im Internet veröffentlicht werden. Das Widerspruchsformular finden sie ab heute auf der Internetseite meines Ministeriums."

Sie fordert mehr Rechte für die Verbraucher. So müsse der Grundsatz gestärkt werden, dass Daten nur mit Einwilligung der Betroffenen verwendet werden dürfen. Wer persönliche Daten ins Netz stellt, sollte das Recht behalten, diese wieder zu löschen. Außerdem fordert die Ministerin einen Kopierschutz, damit Inhalte nicht kopiert und an anderer Stelle wieder ins Netz gestellt werden können. Internet-Browser sollten datenschutz- und sicherheitsfreundliche Voreinstellungen haben. Nur dann müssen die Nutzer nicht aktiv werden, wenn sie verhindern wollen, dass ihre Daten weitergegeben werden.

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