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Sinnbild Italiens

Pompejis zweiter Niedergang

Mit Reportagen von Nadja Fischer

Blick auf das Forum in Pompeji (picture alliance / dpa / Waltraud Grubitzsch)
Blick auf das Forum in Pompeji (picture alliance / dpa / Waltraud Grubitzsch)

Pompeji ist eines der wichtigsten Zeugnisse antiker Kultur und Gesellschaft und eine der größten archäologischen Grabungsstellen der Welt. Doch die Stadt, die im Jahr 79 von den Lavamassen des Vesuv begraben wurde, macht nicht mehr mit ihren einzigartigen Schätzen von sich reden, sondern mit dem Einsturz ihrer antiken Gemäuer.

Als 2010 das Haus der Gladiatoren mit seinen berühmten Fresken in sich zusammenfiel, war die Empörung im In- und Ausland groß. Archäologen warnen seit Langem vor der Gefahr eines weiteren Untergangs der Stadt. Seit Jahrzehnten werde in Pompeji nicht mehr in den notwendigen Unterhalt investiert, sondern in spektakuläre Events ohne Langzeitwirkung, kritisierten auch Experten der UNESCO.

Der spektakuläre Einsturz kostete den damaligen Kulturminister Bondi den Kopf, doch trotz vollmundiger Ankündigungen hat sich nichts getan. Nun eilt die EU zur Hilfe: Mit insgesamt 105 Millionen Euro soll Pompeji in den nächsten Jahren saniert werden. Strenge Kontrollen sollen verhindern, dass das Geld in dubiosen Kanälen versickert.

Die Rettung von Pompeji? Viele Beobachter sind skeptisch. Denn Pompejis desolate Lage ist nicht nur auf Geldmangel, sondern ebenso auf eine exzessive Bürokratie, Korruption und den Einfluss der Camorra zurückzuführen. Der leise Niedergang von Pompeji - ein Lehrstück über Italien.

Am Mikrofon: Norbert Weber

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