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StartseiteSonntagsspaziergangStadt des Jasmins08.08.2010

Stadt des Jasmins

Mit Düften durch Damaskus

In der Altstadt von Damaskus duftet es nach dem Rauch von Apfeltabak aus Wasserpfeifen, frisch aufgebrühtem Kardamomkaffee und Minztee. "Das riecht nach Heimat", sagt ein Besucher des Café Noufara.

Von Luise Sammann

Die Damaszener lebten immer vom Handel. ( Luise Sammann)
Die Damaszener lebten immer vom Handel. ( Luise Sammann)

Wie in Zeitlupe beginnt der Tag in der Altstadt von Damaskus. Die meisten Rollläden der kleinen Shops rechts und links der Kopfsteinpflastergasse sind noch heruntergelassen, eine gelb getigerte Katze hat sich in einem Hauseingang zusammengerollt, lässt sich die Vormittagssonne auf den Pelz scheinen. Es Mittwoch, 10 Uhr. Doch die Damaszener schlafen auch unter der Woche gern lang – besonders hier, in der Altstadt, die einem kleinen Dorf gleicht und in der die Uhren anders ticken als im Rest der Stadt. Hier, wo die Jahrhunderte alten Häuser so dicht beieinanderstehen, dass kaum ein Auto dazwischen passt, scheinen die verstopften Straßen, die grauen Hochhäuser und die von Abgasen getränkte Luft des modernen Damaskus' unendlich weit weg.

Mit müden Augen kommt der Besitzer des Saftshops angeschlurft, auf dem Arm eine Kiste duftender Apfelsinen. Eine nach der anderen nimmt er heraus, begutachtet sie von allen Seiten, stapelt sie dann zu einer orange leuchtenden Pyramide vor seinem Stand auf. Mit einem Kopfnicken begrüßt er den Parfümverkäufer von gegenüber, der jetzt auch beginnt, seine Ware in winzigen verkorkten Fläschchen auf der Theke aufzustellen. Der Tag beginnt.

Eine süßliche Duftwolke weht durch die schmale Gasse. Sie kommt weder aus einem der Parfümfläschchen von rechts noch von der Apfelsinenpyramide links. Es riecht nach Apfeltabak. Nur ein paar Schritte weiter liegt im Schatten der sandfarbenen Außenmauer der Umayyaden-Moschee eines der ältesten Wasserpfeifencafés der ganzen Stadt. Unter dem hölzernen Vordach sitzt an einem winzigen Tisch der 32-jährige Arabischlehrer Khaldoun Abbas, gibt bei einem Kellner in ausgeblichener rotschwarzer Pagenuniform seine Bestellung auf: eine Wasserpfeife – oder Argile wie die Syrer sagen, was sonst.

Khaldoun: "Hier sind wir im Café Noufara. Das ist ein sehr, sehr alter Ort und wohl das berühmteste Cafe von Damaskus. Es ist sogar in ganz Syrien bekannt, weil es so alt und so schön ist."

Während die restliche Altstadt von Damaskus erst langsam aufwacht, ist im Noufara auch jetzt am Morgen schon jeder Platz besetzt. Nicht weit von Khaldoun hat es sich eine Gruppe syrischer Studentinnen mit bunten, seidenen Kopftüchern ihren Hockern gemütlich gemacht. Gleich daneben sitzen ein paar alte Männer mit sonnengegerbten Gesichtern und paffen schweigend ihre Frühstückspfeife. Dicke weiße Rauchwolken quillen aus ihren Mündern, der süße Duft vermischt sich mit dem von frisch aufgebrühtem Kardamomkaffee und Minztee. Khaldoun schließt kurz die dunklen Augen, atmet tief durch die Nase ein und lächelt. "Das riecht nach Heimat", sagt er dann.

Khaldoun: "Wo immer man in Syrien hingeht, da findet man Wasserpfeifen. Weil es so gut duftet und auch weil es so schön ist einfach damit da zu sitzen. Es geht nicht nur um die Wasserpfeife selbst, sondern auch um das Sitzen und Umhergucken, den Rauch ... Es ist einfach schön. Ich habe einige Freunde, die trinken jeden Tag vier oder fünf Wasserpfeifen."

"Trinken" sagt Khaldoun, nicht etwa rauchen. Denn in der arabischen Welt trinkt man seine Argile traditionell, man raucht sie nicht. Und nicht nur das, fügt er hinzu, während der Kellner eine hüfthohe blaue Wasserpfeife herbeibringt und neben seinem Tisch aufstellt, es gibt noch viele weitere Traditionen rund um die Argile. Als der Kellner ihm den roten Schlauch mit dem hölzernen Mundstück hinhält, gibt Khaldoun ihm einen Klaps auf den Handrücken.

Khaldoun: "Wenn du den Schlauch weitergibst, muss der andere dir auf die Hand hauen, bevor er ihn nimmt. Das ist eine Tradition ... Und du darfst nie eine Zigarette an der Glut der Wasserpfeife anzuzünden, das ist unhöflich. Außerdem ist es verboten eine Argile auf den Tisch zu stellen, auch das ist eine der vielen Traditionen."

Und dann ist es endlich soweit. Der Kellner kommt mit einem Alutopf voller glühender Holzkohlen, mit einer kleinen Zange legt er drei Brocken behutsam auf den Porzellanaufsatz der Wasserpfeife, der den frischen Apfeltabak hält. Als Khaldoun einen ersten tiefen Zug nimmt, beginnt das Wasser in der blauen Glasflasche wild zu blubbern. Khaldoun verschwindet hinter einer wattig weißen Rauchwolke, sanft breitet sich der süße Apfelduft um ihn herum aus ...

"Damaskus, Paradies des Orients, dessen Glanz in alle Welt strahlt, Inbild der Länder des Islam, junge Braut, die wir bewundern, geschmückt mit duftenden Blumen und Pflanzen, gehüllt in das Brokatgewand ihrer Gärten ..."

So schwärmt der andalusische Mekka-Pilger Ibn Jubair in seinen Aufzeichnungen, als er im 12. Jahrhundert in der Oasenstadt Station macht.

Damaskus lebt von solchen Schmeicheleien und Legenden, die sich um seine kleinen verstaubten Gassen ranken, um seine unzähligen Moscheen und Kirchen, um seine Bewohner und Traditionen, um seine Düfte und Gerüche.

Die Damaszener jedoch lebten immer vom Handel. Die Gewürzkarawanen aus Fernost, die Brokat- und Seidenhändler zogen auf ihren Reisen entlang der Seidenstraße durch die wasserreiche Oasenstadt und bescherten ihr ein blühendes Geschäft. Bis heute ist der Suq, also der Basar von Damaskus, in der gesamten arabischen Welt berühmt für seine duftenden Berge von Safran, Kreuzkümmel und Thymian, für seine Kaffeeröster und Goldschmiede ...

Unter dem gewölbten Blechdach im lang gezogenen Gewürzmarkt ist es angenehm kühl. Nur durch kleine Löcher in der Decke fallen hier und da ein paar Sonnenstrahlen herein, lassen Staubkörner in ihrem Lichtkegel tanzen und tauchen die winzigen, bis unter die Decke vollgestopften Shops in schummriges Licht. Von Kopf bis Fuß schwarz verschleierte Frauen, rechts und links prall gefüllte Plastiktüten, schlendern zwischen westlichen Touristinnen im Minirock über das unebene Kopfsteinpflaster. Lastenträger mit rostigen, mannshoch beladenen Sackkarren schieben sich zwischen ihnen durch.

Links reihen sich offene Shops mit Bergen von klebrigen Pistazien- und Marzipansüßigkeiten aneinander, von der anderen Seite zieht der strenge Geruch von Kreuzkümmel herüber. Zwischen einem Dutzend mit Gewürzen gefüllten Jutesäcken, sitzt auf einem viel zu kleinen Hocker Mohidin Denoun, in der Hand eine Gebetskette, deren dunkelrote Perlen ununterbrochen durch seine dicken Finger gleiten.

Mohidin: "Hier sind wir im Buzuriye (z wie weiches s aussprechen), einem sehr alten Basar, einem der ältesten von Damaskus. Der Basar war schon hier, bevor es das Osmanische Reich gab. Damals wurden hier Messer und Schwerter verkauft, sie haben es den Waffen-Basar genannt."

Heute gibt es bei Mohidin längst keine Schwerter mehr. Seit achtzig Jahren verkauft seine Familie hier auf gut fünf Quadratmetern Gewürze. Erst der Urgroßvater, dann der Großvater und der Vater und nun eben Mohidin. Auch sein Sohn soll den Shop einmal übernehmen, sagt der 50-Jährige stolz und zieht das Passfoto eines kleinen rundlichen Jungen aus der Tasche. Dann erhebt er sich schwerfällig von seinem Hocker, lässt die Finger im Vorbeigehen durch einen Sack Sesam gleiten.

Mohidin: "Die gesammelten Düfte der arabischen Welt oder Syriens liegen hier vor uns. Zum Beispiel ist das dort süßer Chili und daneben scharfer Chili. Oder da, weißer und schwarzer Pfeffer. Wir haben auch Kreuzkümmel, Falafel-Gewürz, Zitronensalz, Ingwer usw."

Mohidin nimmt mit Daumen und Zeigefinger eine Prise Kreuzkümmel, riecht kurz daran und träufelt sie sich dann auf die Zunge. Konzentriert schließt er die Augen, den Trubel und das Gedränge draußen vor seinem Shop hat er vergessen.

Mohidin: "Wenn ich ein Gewürz koste, weiß ich sofort, ob es gut ist oder nicht. Auch am Geruch kann ich das erkennen. Ich merke, ob es frisch oder alt ist. Wenn es intensiv und stark riecht, dann ist es gut. Wenn der Geruch nur noch ganz leicht ist, dann ist es alt und nicht mehr frisch."

Dann betritt ein alter Syrer den Laden, schenkt Mohidin ein zahnloses Grinsen zur Begrüßung. Kundschaft – Mohidin zuckt entschuldigend mit den Schultern und beginnt Zaater in ein Tütchen zu löffeln. – Eine duftende Thymian-Gewürzmischung, die die Syrer bergeweise zum Frühstück essen ...

Draußen vor Mohidins Shop scheint das Gedränge inzwischen noch undurchsichtiger und chaotischer geworden zu sein. Es hilft nur eins: sich treiben lassen in dem Gewirr von Gerüchen und Stimmen, von Füßen, Sackkarren und Fahrrädern ... Der Weg führt vorbei an immer anders dekorierten Gewürzbergen, an duftendem Rosenblütentee und zuckrigen syrischen Süßigkeiten. Dann plötzlich, zwischen zwei Shops, liegt rechts ein großes Steintor – gibt den Blick auf einen hellen, mit Kisten und Tüten voll gestellten Innenhof frei.

In der 250 Jahre alten Amud-Karawanserei kamen früher die Händler mit ihren Kamelen unter. Während die Tiere unten im schattigen Innenhof blieben, stiegen ihre Herren über Treppen und Balkone nach oben und schliefen in den Zimmern, die sich rund um den Innenhof reihen. Heute ist aus der Karanwanserei ein Lager für die Händler im Suq geworden. In einer Ecke neben dem Steintor stapeln die Brüder Riyad und Matez Al-Haris kiloweise graugelbe Seifenblöcke übereinander, ein herber, angenehmer Duft liegt in der Luft. Mates, der jüngere der beiden, nimmt ein Handteller großes Stück von einem Regal.

Mates: "Das ist Lorbeerseife, gemacht aus Lorbeeröl. In Aleppo, im Norden des Landes, haben wir viele Oliven- und Lorbeerbäume. Und hier, in den Lorbeerblättern, ist das Öl."

Mates zieht eine kleine Plastiktüte voll länglicher grüner Lorbeerblätter hervor. Mit einem Draht, den er mit beiden Händen stramm hält, schneidet dann das Seifenstück leicht wie Butter in zwei Hälften. Innen ist die Seife dunkel grün, schimmert leicht. Mates nickt zufrieden, hält sich eine Hälfte unter die Nase und atmet tief den herben Seifenduft ein.

Mates: "Es ist der Geruch, der die Qualität der Seife zeigt. Das hier ist der typische Geruch von Lorbeerseife. Aber hier zum Beispiel, das ist ein anderes Beispiel: das hat diesen Geruch nicht, weil der Anteil an Lorbeer geringer ist. Der Preis steigt mit dem Anteil an Lorbeer – und genauso natürlich auch die Qualität."

Seit 1954 handelt Mates Familie mit Seife zwischen den beiden größten syrischen Städten – Aleppo und Damaskus. Damals, erzählt er, war seine Familie die erste und einzige hier. Alle Damaszener kauften ihre Seife bei den Al-Haris. Chemische und parfümierte Seifen, die heute in syrischen Supermärkten liegen, hatten damals keine Chance, sagt er.

Mates: "Diese Lorbeerseife ist hundert Prozent natürlich, da sind keinerlei Chemikalien drinnen, wie in normalen Seifen. Weil solche Stoffe schädlich sind. Unsere Seife kann man für den ganzen Körper und die Haare nutzen. Sie hilft auch gegen Schuppen und Hautprobleme."

Mates und Riyad sind fertig, die Seife liegt fein säuberlich nach Farbe und Größe sortiert in den Regalen neben ihnen. Zeit für eine Kaffeepause sagt Mates und klopft seinem Bruder auf die Schulter. "Wenn es etwas gibt, was ich so sehr liebe wie den Geruch von Seife", sagt er beim Verlassen der Karawanserei, "dann ist das wohl der Geruch von Kardamomkaffee". Dann verschwindet er im Gewühl des Suqs.

Also weiter, immer der Nase nach, auf der Suche nach dem Duft von frischem Kardamomkaffee. Nur ein paar Minuten dauert es, dann liegt rechts ein kleiner Laden voller Säcke und Dosen voller dunkler, glänzender Kaffeebohnen. Ibn Al-Qabani – Sohn der Qabanis – steht in verschnörkelten arabischen Buchstaben über der Tür.

Drei junge Männer in dunkelblauen Kitteln schütten im Akkord Kaffeebohnen aus großen goldenen Blechdosen in die Trichter der elektrischen Mühlen. Der intensive Duft von frisch gemahlenem Kaffee liegt in der Luft, betört die Sinne mehr noch als der Lärm der Mühlen. Al-Qabani selbst, ein gemütlicher dicker Mann mit lachenden, kleinen Augen hinter der Brille, sitzt im Hinterzimmer seines Ladens. Kaffee, sagt er, ist der Mittelpunkt seines Lebens, seit er denken kann.

Al-Qabani: "Hier in Syrien dominiert der Kaffee die sozialen Beziehungen und besonders die Feste. Es gibt kein Festmahl ohne Kaffee, erst der Kaffee macht das Fest zu dem, was es ist. Das Besondere am syrischen Kaffee ist, dass wir Kardamom beimischen. Im Libanon, in Ägypten oder Jordanien trinken sie ihn zum Beispiel mit Blüten oder Muskat. Einige auch mit Nüssen. Aber wir sagen: Nichts schmeckt so gut wie unser Kardamom."

Al-Qabani stützt den schweren Oberkörper auf seinen chaotischen Schreibtisch. Vor ihm liegen haufenweise Zettel und Visitenkarten, dazwischen Proben von Kaffeebohnen in kleinen Plastiktüten. Auf einem silbernen Tablett steht ein kupferner Kaffeepott mit langem Griff, daneben zwei winzige syrische Tässchen aus weißem Porzellan. Einen Gast darf man nicht wieder ziehen lassen, ohne ihm einen Kaffee serviert zu haben, sagt Al-Qabani und stellt den Minigasherd auf einem Regal neben sich an. Dann greift er nach dem Kaffeepott:

"Das hier nennen wir Dole oder auch Rakwa. Der hier ist groß, der fasst einen Viertelliter Wasser und reicht für neun Leute. Wenn das Wasser anfängt zu kochen, fügt man Zucker hinzu, je nachdem wie süß man es mag. Erst wenn das Zuckerwasser kocht, dann kommt das Kaffeepulver hinein. Wenn der Kaffee hochsteigt, fast überkocht, nimmt man den Pott kurz hoch, dann wieder runter. Hoch, runter, hoch runter, sodass er nie überkocht. Dann, nach ein paar Minuten kann man ihn trinken."

Der Duft des frisch aufgebrühten Kaffees verbreitet sich in dem kleinen Hinterzimmer. Al-Qabani lächelt glücklich, während er die winzigen Porzellantässchen bis zum Rand füllt. Wie ein Weinkenner nimmt er sein Tässchen zwischen zwei Finger und führt es leicht schwenkend unter die Nase. Wunderbar, dieser Geruch, schwärmt er, bevor er den ersten Schluck nimmt.

Al-Qabanis Kardamomkaffee gibt Energie für die letzten Meter des Suqs. Die überdachte Basarstraßee macht eine Linkskurve, dann ist plötzlich das Ende in Sicht. Grelles Sonnenlicht lässt die Augen blinzeln, aus dem schummrigen, überdachten Basar wird eine normale Straße – die "Gerade Straße" oder Via Recta, wie die Römer sie einst nannten.

Nach dem Gewühl des Basars wirkt sie wie ausgestorben, kleine Antiquariate mit Silbertellern und Kupfertöpfen reihen sich an der frisch restaurierten Straße, ein paar Händler dösen davor in der Nachmittagssonne. Aus einer der kleinen Seitengassen strömt der muffige Geruch von frischem Weihrauch – kündigt das Christenviertel Bab Sharqi an, das hier beginnt.

Ein junger Mann steht in der kühlen Gasse an eine Mauer gelehnt, tupft sich mit einem Tuch den Schweiß von der Stirn. Anas Sadek wurde vor 31 Jahren in der Altstadt von Damaskus geboren, das Gewirr der kleinen Gassen kennt er in und auswendig.

Anas: "Hier beginnt Bab Sharqi. Das Viertel ist benannt nach einem der sieben Tore von Damaskus, einer der ältesten Hauptstädte der Welt. Das Viertel Bab Sharqi ist überwiegend christlich. Aber eigentlich gibt es bei uns keine strenge Trennung zwischen Christen und Muslimen."

Anas macht ein paar Schritte aus der Gasse heraus, zurück auf die Gerade Straße. Schützend hält er die Hand über die Augen, blinzelt in die Sonne.

Anas: "Hier kann man es gut sehen. Das dort ist die Marienkirche, dort sind der Glockenturm und das Kreuz obendrauf. Und gleich daneben ist das Minarett einer Moschee. Der Glockenturm und das Minarett direkt beieinander – genauso ist Damaskus."

An der griechisch-orthodoxen Marienkirche vorbei geht es weiter durch die verwinkelten Gassen von Bab Sharqi. Immer wieder stehen kleine Marienstatuen in den Ecken, die das ganze Viertel in ihren Duft nach Weihrauch und Kerzenwachs einhüllen.

Die Sonne steht inzwischen tief, eine laue Abendbrise weht durch die Gassen. Aus den geöffneten Küchenfenstern der schiefen, Lehm verputzen Altstadthäuschen kommt der Geruch von frisch gebratenem Fleisch und Gemüse – kündigt das bevorstehende Abendessen an. Der Rundgang endet am Café Noufara, in dem wie heute Morgen jeder Platz besetzt ist. Auch Arabischlehrer Khaldoun ist wieder hier, genießt mit anderen Damaszenern seine abendliche Wasserpfeife und lauscht dabei dem Ruf des Muezzins, der von der nahe gelegenen Umayadden-Moschee zum Abendgebet ruft.

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