Seit 06:00 Uhr Nachrichten

60 Jahre Jugendweihe Immer noch ein beliebtes Übergangsritual

Glückwunschkarten zur Jugendweihe (dpa / picture alliance / Jens Büttner)

Vor 60 Jahren führte die SED die Jugendweihe ein, die sich auch 25 Jahre nach dem Ende der DDR großer Beliebtheit erfreut. An der Jugendweihe nehmen in den ostdeutschen Bundesländern dreimal mehr Jugendliche als an der Konfirmation oder Firmung in den Kirchen teil.


Bei einer Rabbinerordinationsfeier in der Neuen Synagoge in Erfurt spricht Rabbiner Walter Homolka. (Martin Schutt, dpa)

StudiumJüdische Theologie an einer staatlichen Universität

Bisher gab es an deutschen Universitäten nur die kulturwissenschaftlich ausgerichtete Judaistik oder die außeruniversitären Rabbinerseminare. Erst seit etwas mehr als einem Jahr bietet die Universität Potsdam auch das Studienfach Jüdische Theologie an, das gleichberechtigt neben der evangelischen und katholischen Theologie steht.


Der österreichische Lyriker Rainer Maria Rilke, einer der einflußreichsten deutschsprachigen Literaten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, in einer zeitgenössischen Aufnahme.  (picture-alliance / dpa)

Rainer Maria Rilke"Das musst du wissen, dass dich Gott durchweht von Anbeginn"

Der Dichter Rainer Maria Rilke hat zeitlebens eine kontroverse Auseinandersetzung mit dem Christentum und Gott gesucht. Die Rolle Jesus als Mittler zwischen Gott und den Menschen bleibt ihm fremd. Für Rilke war es wichtig "Gott aus der Gerücht-Sphäre in das Gebiet unmittelbarer und täglicher Erlebbarkeit" zu versetzen.


Ein Kruzifix in Oberschwaben (M. C. Hurek / dpa / picture alliance)

ReligionssoziologieSäkularisierung muss nicht sein

Religion und Moderne passen nicht zusammen. Modernisierung führt unweigerlich dazu, dass die Bedeutung von Religion in einer Gesellschaft abnimmt. Das besagt die Säkularisierungstheorie. Doch ganz so einfach ist es nicht - sagt eine neue Studie.


Der Religionsphilosoph Martin Buber in einer undatierten Aufnahme. Martin Buber wurde am 8. Februar 1878 in Wien geboren und ist am 13. Juni 1965 in Jerusalem gestorben. (dpa / picture alliance / ANP)

Martin Buber "Wahrheitsarroganz macht Dialog unmöglich"

Martin Buber hat als jüdischer Religionsphilosoph wichtige Anstöße gegeben für den Dialog der Religionen. Dabei gehe es um mehr als Toleranz, sagt der Theologe Karl-Josef Kuschel im DLF. Auch der Jude Buber habe einen absoluten Wahrheitsanspruch zutiefst abgelehnt.


Der Religionsphilosoph Martin Buber nimmt am 3. Juli 1963 in Amsterdam den Erasmus-Preis aus der Hand von Prinz Bernhard der Niederlande in Gegenwart von Königin Juliana der Niederlande und Prinzessin Beatrix entgegen. Buber wird für seine Verdienste um das europäische Geistesleben ausgezeichnet. (dpa / picture alliance / ANP)

Martin BuberMystiker und religiöser Sozialist

Der jüdische Religionsphilosoph Martin Buber vereinte viele Strömungen des 20. Jahrhunderts: Er war religiöser Sozialist, Kulturzionist, Mystiker. Seine Arbeit war geprägt von einem "authentischen jüdischen Geist", findet der Theologe Karl-Josef Kuschel - auch, wenn Buber nie einen Gottesdienst besucht hat.


Der Theologe Karl-Josef Kuschel war bis 2013 Professor für Theologie der Kultur und des interreligiösen Dialogs an der Fakultät für Katholische Theologie der Universität Tübingen und Ko-Direktor des Instituts für ökumenische und interreligiöse Forschung. (Hajo Schumerus)

Martin BuberKämpfer für eine eigenständige jüdische Identität

Der jüdische Religionsphilosoph Martin Buber gilt Deutschland und Österreich als einer der wichtigsten Repräsentanten des Judentums. Dabei sehen ihn die Orthodoxen im Judentum sehr kritisch, berichtet der Theologe Karl-Josef Kuschel. In seinem neuen Buch zum 50. Todestag Bubers untersucht Kuschel dessen Bedeutung für das Christentum.


Lale Akgün bei der Buchmesse 2008 in Frankfurt. (imago/Hoffmann)

Lale Akgün"Ich möchte keine Verkirchlichung des Islam"

Gesprächsreihe "Welchen Islam wollen wir?" - Teil 2

Die ehemalige Bundestagsabgeordnete Lale Akgün fordert eine strikte Trennung von Staat und Religion in Deutschland. Denn der Staat müsse eigentlich allen Religionsgemeinschaften die gleichen Rechte zugestehen - der Islam ließe sich jedoch aufgrund seiner Organisationsstruktur mit den christlichen Kirchen nicht gleichstellen, sagte sie im DLF.


Portrait von Lale Akgün (dpa / XAMAX)

Liberaler Islam"Für moderne Muslime hat die Scharia gar keine Bedeutung mehr"

Gesprächsreihe: "Welchen Islam wollen wir?" – Teil 1

Muslime müssten den Mut haben, über bestimmte Teile des Korans zu sagen, "diese Sure ist nicht mehr gültig", sagte die Ex-Bundestagsabgeordnete und Buchautorin Lale Akgün im DLF. Die überwiegend konservativen Islamverbände in Deutschland kritisierte sie scharf – an deutsche Richter stellte sie klare Forderungen.


Der neue EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm. (picture alliance / dpa / Nicolas Armer)

EKD-Ratsvorsitzender Bedford-Strohm Gelingendes Leben, gelingendes Sterben

Seinem eigenen Leben ein Ende setzen, um der Familie nicht zur Last zu fallen – die Zahl derer, die so denken, wird vermutlich steigen, wenn der Gesetzgeber die ärztliche Suizidbeihilfe legalisiert. Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm fordert nun Aufklärung darüber, wie man in Würde sterben kann, ohne sich vorzeitig das Leben zu nehmen.


Die Kuppel der Jüdischen Synagoge in der Oranienburger Straße, aufgenommen am 23.07.2014 in Berlin. (picture alliance / dpa / Soeren Stache)

Israelis in Deutschland"Ich war das letzte Mal in Israel in einer Synagoge"

Viele Israelis leben in Deutschland, allein in Berlin sind es Schätzungen zufolge 18.000 Menschen. Dort machen Israelis als Künstler von sich reden, komponieren, bieten koscheres Catering oder Hebräisch-Unterricht. Nur in jüdischen Gottesdiensten sind sie selten zu finden.


Der Gründer der ökumenischen Taizé-Gemeinde, Frère Roger Schutz, auf einem Foto aus dem Jahr 2002. (AFP / Martin Bureau)

Taizé-Gründer Frère Roger"Er hat uns mitgerissen"

In Taizé wird diese Woche der 100. Geburtstag von Frère Roger gefeiert. Der reformierte Theologe, der eigentlich Roger Schutz hieß, gründete nach Ende des Zweiten Weltkriegs die ökumenische Brüdergemeinschaft von Taizé, die zum Anziehungspunkt für junge Leute wurde. 2005 fiel er einem Attentat zum Opfer.


Sineb El Masrar, aufgenommen am 08.10.2010 auf der 62. Frankfurter Buchmesse in Frankfurt am Main. (picture alliance / dpa / Uwe Zucchi)

"Muslim Girl" Sineb El MasrarWie junge Musliminnen in Deutschland leben

Sineb El Masrar ist jung, sie ist Muslimin - und schlägt einen ganz anderen Ton an als ältere, männliche Vertreter islamischer Verbände. Humorvoll, frech und selbstbewusst beschreibt die in Hannover geborene Deutsche mit marokkanischen Wurzeln, wie junge muslimische Frauen hierzulande leben.


Ein Ehering liegt auf einem Gerichtsbeschluss über eine rechtskräftige Scheidung. (dpa / Franz-Peter Tschauner)

LiberalisierungDie katholische Kirche reformiert ihr Arbeitsrecht

Immer wieder geraten die Kirchen in die Schlagzeilen, weil sie Mitarbeitern nach Scheidung oder Bekanntwerden von Homosexualität kündigen. Die katholische Kirche hat ihr besonders strenges Arbeitsrecht jetzt überarbeitet. Auch als Reaktion auf verschiedene Arbeitsgerichtsurteile.


(picture alliance / dpa / Karl Thomas)

Religiöse Vielfalt Religion und Freiheit - zwei Welten begegnen sich

In knapp zwei Dritteln aller Staaten wird die Religionsfreiheit missachtet. Tendenz steigend. Das besagt ein Bericht der beiden christlichen Kirchen in Deutschland: Fast täglich gibt es Nachrichten über Gewalttaten im Namen der Religion.


Der Garten im Shaker Village in Canterbury diente der Selbstversorgung. Das 1792 gegründete Dorf war 200 Jahre lang von der religiösen Shakergemeinschaft bewohnt. (dpa /   Gunilla Graudins )

Die Freikirche der ShakerKult-Status mit nur drei Mitgliedern

Es gibt nur noch eine aktive Gemeinde der Shaker - und zwar im US-Bundesstaat Maine. Im 18. Jahrhundert gegründet und aus dem Quäkertum hervorgegangen, erstrebt diese amerikanische Freikirche ein Leben in Frieden, in dem weder Hautfarbe noch Geschlecht eine Rolle spielen. Die Shaker leben ehelos und verzichten auf Privatbesitz.


Ein Gemälde von Hans Holbein der Jüngere zeigt den niederländischen Humanisten Erasmus von Rotterdam (1466-1536).

Erasmus von RotterdamEin "Lob der Torheit" für die Erneuerung des Glaubens

Mit seiner Schrift "Lob der Torheit" eckte der Humanist Erasmus von Rotterdam bei vielen seiner Zeitgenossen an, die Kirche setzte sie später sogar auf den Index. Zu offen wandte er sich gegen die weltlichen Auswüchse von Religion und Kirche. Den reformatorischen Geist der Schrift erkannte auch Martin Luther nicht.


Der Religionslehrer Ridwan Bauknecht schreibt am Montag (27.08.2012) in Bonn an der Robert-Koch-Schule während des islamischen Religionsunterrichts an die Tafel. (dpa / Oliver Berg)

IslamunterrichtHerausforderung für das Bildungssystem

Religionsunterricht wird an staatlichen Schulen in Deutschland bekenntnisgebunden erteilt, in Absprache mit den Kirchen. Für den Islamunterricht ist diese Vorgehensweise eine Hürde: Denn eine einzelne islamische Institution, die für alle Muslime in Deutschland sprechen könnte, gibt es nicht - und somit auch keine Einigkeit über Unterrichtsinhalte.


Holzkreuz in einer Kirche (AFP/Olivier Morrin)

Dritter WegKritik an den Kirchen als Arbeitgeber

Das Grundgesetz garantiert den Kirchen das Recht auf Selbstorganisation im Arbeitsrecht. Die Kirchen haben sich für den umstrittenen sogenannten Dritten Weg entschieden, bei dem Arbeitnehmer und Arbeitgeber sich als eine Dienstgemeinschaft verstehen und zum Beispiel Löhne in einer paritätisch besetzten Kommission aushandeln.


Luftaufnahme des Stadtzentrums der Stadt Aachen mit der Kathedrale in Nordrhein-Westfalen (imago / Westend61)

Staatsleistungen als historisches Erbe Finanzgeflecht zwischen Staat und Kirchen

Aufgrund der Säkularisierung von Kirchenbesitz in den linksrheinischen Gebieten des ehemaligen Heiligen Römischen Reiches hat die Weimarer Reichsverfassung festgelegt, dass den Kirchen dafür eine einmalige Entschädigungssumme zu zahlen sei. Da dies so nie zustande kam, hat die Bundesrepublik diesen Auftrag als historisches Erbe übernommen.


Ein Kämpfer der Peschmerga steht mit einer Waffe auf einer Straße (picture alliance / dpa / Mohamed Messara)

Christliche MilizSie verstehen sich als Soldaten Christi

Im kurdischen Teil des Irak versuchen 70.000 Peschmerga, das Vorrücken der Terrorgruppe IS zu verhindern. An der Front von Mossul kämpft auch eine kleine christliche Miliz gegen den IS. Sie kämpfen um ihr Leben, um ihr Land und für die Zukunft der Christen im Irak.


Der Historiker Michael Wolffsohn (imago/Müller-Stauffenberg)

Historiker Michael Wolffsohn"Die meisten Nationalstaaten sind eine Totgeburt"

Die Welt ist aus den Fugen: Staaten zerfallen, nicht-staatliche Akteure besetzen die Lücken. Der Historiker Michael Wolffsohn sagt: Die Nationalstaaten sind schuld. Er plädiert in seinem neuen Buch "Zum Weltfrieden" für föderative Systeme, denn Geografie und Demografie seien meist nicht deckungsgleich.


Blick auf das christliche Viertel in der Altstadt von Jerusalem  (picture alliance / dpa / Reinhard Kaufhold )

Jerusalem"Die Spaltung der Stadt hat zugenommen"

Michael Mertes, ehemaliger Leiter der Konrad-Adenauer-Stiftung in Israel, reflektiert in seinem Buch "Am Nabel der Welt" seine Erfahrungen mit Jerusalem. Das Kernproblem des Konflikts sei der Mangel an wechselseitiger Empathie zwischen den Religionsgruppen, so Mertes im DLF.


Mouhanad Khorchide, Leiter Zentrum für Islamische Theologie Münster, vor dem Schloss. (Rolf Vennenbernd / picture alliance / dpa)

Islamische TheologieAnspruch und Wirklichkeit

Ein Diskurs über die Religion von vier Millionen Muslimen in Deutschland - dazu soll ein neues Studienfach an den Universitäten beitragen: die Islamische Theologie. Die vier Zentren für Islamische Theologie an deutschen Hochschulen stecken noch in den Kinderschuhen, sehen sich aber schon jetzt mit riesigen Erwartungen konfrontiert.


Eine Gläubige hält eine brennende Kerze. (dpa / Armin Weigel)

StudieDie Seele der katholischen Seelsorger

Wie ausgebrannt sind Seelsorger im deutschsprachigen Raum? Dieser Frage ist eine Studie nachgegangen, die ein Gemeinschaftsprojekt mehrerer Universitäten ist. Jetzt wurden erste Zwischenergebnisse präsentiert, und diese sind mehr als überraschend. Die katholischen Seelsorger sind ausgesprochen zufrieden mit ihrer Arbeit und mit ihrem Leben.


Christen sitzen in einer improvisierten Kirche auf dem Boden (dpa/picture alliance/MAXPPP/Christophe Petit Tesson)

Situation der Christen im Irak"Wir brauchen ein Gebiet, in dem wir sicher sind"

Der Erzbischof von Mossul, Yoanna Petrus Mouche, fordert Hilfe für Christen im Irak. Amerikaner und Vereinte Nationen hätten zugelassen, dass Christen vertrieben, verschleppt und ermordet werden. Christen bräuchten sichere Gebiete, wo sie gemeinsam weiterleben könnten. Zurzeit seien sie "vogelfrei".


Eine Hand hält zahlreiche Euro-Banknoten, aufgenommen am 03.01.2014 in Frankfurt am Main (Hessen). (picture-alliance / dpa / Daniel Reinhardt)

AntisemitismusvorwurfUmstrittenes deutsches NGO-Engagement in Israel

Von verschiedenen Seiten gibt es immer wieder Kritik, dass besonders deutsche Hilfswerke Organisationen in Israel unterstützen würden, die sich an israelfeindlichen Aktivitäten beteiligen. Der Vorwurf: Hilfswerke wie "Brot für die Welt" torpedierten mit dieser Finanzierung den israelisch-palästinensischen Dialog.


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Nächste Sendung: 28.05.2015 09:35 Uhr

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Buch der Bücher. (AP)

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