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Tourismusprogramm für Abiturienten oder Entwicklungshilfe?

Der Freiwilligendienstes Weltwärts in der Kritik

Moderation: Manfred Götzke

Ein Zivildienstleistender schiebt  einen Medikamentenwagen über einen Flur im Diakonieklinikum in Stuttgart.
Ein Zivildienstleistender schiebt einen Medikamentenwagen über einen Flur im Diakonieklinikum in Stuttgart. (AP)

Am Mittwoch hat das Bundeskabinett das Aus für Wehr- und Zivildienst beschlossen. In Zukunft sollen Freiwillige Essen auf Rädern ausfahren und in Jugendzentren an der Theke stehen. Einen für junge Leute interessanten Freiwilligendienst gibt es schon seit 2008: das Programm "Weltwärts".

Junge Menschen können dabei für mindestens ein halbes Jahr in einem Entwicklungshilfe-Projekt im Ausland arbeiten. Mehr als 10.000 haben das schon getan. Drei Viertel der Kosten für Flug und Unterkunft trägt der Staat, genauer das Entwicklungsministerium.

Und genau da setzt die Kritik vieler Entwicklungshilfe-Experten an. Sie sagen: Das Programm mag für die Freiwilligen eine tolle Sache sein – mit Entwicklungshilfe habe das Ganze aber gar nichts zu tun. Freiwillige würden nach dem Abitur ohne Qualifikation Sprachkenntnisse in ferne Länder geschickt. Sie halten die Entwicklungshelfer vor Ort eher von ihrer Arbeit ab – statt zu helfen.

PISAplus fragt nach, was genau "Weltwärts" bringen kann – den Freiwilligen, aber auch den Entwicklungsländern.

Gesprächsgäste sind:

- "Weltwärts"-Programm Koordinatorin Karin Schüler vom Weltwärts-Sekretariat
- Kurt Gerhardt, Journalist, Ex-DED Koordinator und Weltwärts-Kritiker
- Tobias Berger, er war 2008 nach dem Abitur mit dem Programm in Tansania und hat in einer Sonderschule als Hilfslehrer gearbeitet.
- Julien Firlus, er ist mit "Weltwärts" in Brasilien und arbeitet in einer Betreuungseinrichtung für behinderte Menschen
- Valerie Steinkamp, sie ist mit "Weltwärts" in Ecuador und arbeitet in einem Kinderheim

Als Beitrag ist zudem geplant:

Frank Capellan:
Nach dem Kabinettsbeschluss: Wie funktioniert der neue Bundesfreiwilligendienst?

Eine Sendung ohne Hörerbeteiligung

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