• Deutschlandfunk bei Facebook
  • Deutschlandfunk bei Twitter
  • Deutschlandfunk bei Instagram

 
 
Seit 17:30 Uhr Kultur heute
StartseiteKultur heute"Lange Vorgeschichte der Spannungen"12.10.2017

USA verlassen Unesco"Lange Vorgeschichte der Spannungen"

Die USA treten zum 31. Dezember aus der Unesco aus. Das US-Außenministerium begründete den Schritt mit der "israelfeindlichen Haltung der Unesco und Zahlungsrückständen innerhalb der Organisation". Zum ersten Mal ausgetreten waren die USA 1984 unter dem damaligen Präsidenten Ronald Reagan.

Thilo Kößler im Gespräch mit Antje Allroggen

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Das Logo der UNO-Kulturorganisation Unesco. (AFP / JOEL SAGET )
Das Logo der UNO-Kulturorganisation Unesco. (AFP / JOEL SAGET )
Mehr zum Thema

UNESCO-Lehrstühle in Deutschland "Es lassen sich viele Türen öffnen, die sonst nicht so leicht aufgehen"

Syrien Unesco verurteilt Zerstörung weiterer Bauwerke in Palmyra

UNESCO-Konferenz Ein sicherer Hafen für bedrohte Kulturschätze

Toleranztag der Unesco Über Wahrheit, Dummheit und Toleranz

"Man habe sich Entscheidung nicht leicht gemacht", so das US-Außenministerium in Washington. Die Regierung begründete den Schritt des weiteren damit, dass "die Organisation eine grundlegende Reform" brauche.

Unesco zwischen den Fronten

Die Beziehung zwischen den USA und der Unesco seien "schon seit längerem im Argen", erklärte Washington-Korrespondent Thilo Kößler den Hintergrund der Entscheidung. Immer wieder gerate die Organisation zwischen die Fronten hochpolitischer Debatten. So hatten die USA bereits 2011 unter Präsident Barack Obama die Zahlungen an die Organisation mit Sitz in Paris eingestellt - als Reaktion auf die Aufnahme Palästinas als Mitgliedstaat. Daher seien die USA auch mit rund 550 Millionen Dollar im Zahlungsrückstand.

"Kulturarbeit ist sensibel und zweischneidig", betonte Kößler. Daher stünde die Unesco auch immer wieder im Mittelpunkt der Kritik: Was für den einen schützenswerte Kultur sei, stelle für den anderen eine Provokation dar.

Schwierige Phase und Geldernot

Die Entscheidung träfe die Organisation in einer ohnehin schwierigen Phase: In dieser Woche soll ein Nachfolger für Generaldirektorin Irina Bokova gewählt werden. Auch stehe die Unesco vor Finanzierungsschwierigkeiten. In den USA befinden sich den Angaben nach 23 Unesco-Welterbestätten.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk