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Vergleich von Strompreistarifen lohnt sich

Versorgerwechsel bietet Einsparmöglichkeiten, sagt Jürgen Scheurer von Verivox

Jürgen Scheurer im Gespräch mit Georg Ehring

Die Umlage für erneuerbaren Energien ist nicht der einzige Strompreistreiber.
Die Umlage für erneuerbaren Energien ist nicht der einzige Strompreistreiber. (picture alliance / dpa / Hans Wiedl)

Die Ökostromumlage wird voraussichtlich im kommenden Jahr um 1,7 Cent ansteigen. Das wird zu Strompreiserhöhungen führen. Für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von etwa 4000 Kilowattstunden sei eine Ersparnis von rund 400 Euro möglich, sagt Jürgen Scheurer vom Internetportal Verivox.

Georg Ehring: Etwa 5,3 Cent je Kilowattstunde, so teuer wird für den privaten Verbraucher die Umstellung der Stromversorgung auf erneuerbare Energiequellen im nächsten Jahr aller Voraussicht nach. Die Ökostromumlage steigt damit um rund 1,7 Cent, und das wird zum Anstieg der Strompreise beitragen. Muss die Stromrechnung deshalb höher ausfallen? Nicht unbedingt! Wer den Stromversorger wechselt, kann der Preiserhöhung unter Umständen entgehen. Darüber möchte ich jetzt sprechen mit Jürgen Scheurer vom Strompreis-Vergleichsportal Verivox. Guten Tag, Herr Scheurer!

Jürgen Scheurer: Guten Tag, Herr Ehring.

Ehring: Herr Scheurer, für wen lohnt sich das Wechseln denn besonders?

Scheurer: Grundsätzlich eigentlich für jeden lohnt es sich, die Preise zu vergleichen. Aber ganz besonders für diejenigen, die noch nie den Tarif oder den Anbieter gewechselt haben, in der sogenannten Grundversorgung sind. Die zahlen die höchsten Preise und die haben in jedem Fall die Chance, deutlich zu sparen.

Ehring: Sie sagen, man könnte deutlich sparen. Was heißt das denn in Zahlen? Was ist da ungefähr drin?

Scheurer: Für einen Vier-Personen-Haushalt, durchschnittlicher Verbrauch von etwa 4000 Kilowattstunden, ist eine durchschnittliche Ersparnis von rund 400 Euro möglich.

Ehring: Die Ökostromumlage steigt ja etwa um rund 1,7 Cent. Kann man dieser Preiserhöhung dadurch vollständig entgehen?

Scheurer: In den meisten Fällen schon. Wie gesagt: In der Grundversorgung sind Einsparungen von rund 400 Euro möglich. Aber auch bei günstigeren Tarifen ist es möglich, durch einen Preisvergleich zu sparen. Die Mehrbelastung durch das EEG macht etwa 70 Euro aus und in den meisten Fällen kann man das ausgleichen durch einen günstigen Tarif.

Ehring: Die EEG-Umlage, die Umlage für die erneuerbaren Energien, ist ja nicht der einzige Preistreiber. Welchen Anteil haben denn die Erneuerbaren in den vergangenen Jahren gehabt am Strompreisanstieg?

Scheurer: Man muss sagen, der Anteil des EEG liegt im Moment bei etwa 14 Prozent des Strompreises, wird durch die Erhöhung jetzt auf über 19 Prozent Anteil steigen. Von daher ist das schon ein großer Teil des Strompreises. Aber es kommen andere Komponenten hinzu, nicht zuletzt die Netznutzungsentgelte. Auch die werden im neuen Jahr steigen durch den verstärkten Netzausbau. Und auch der Staat profitiert insgesamt, nämlich durch die Mehrwertsteuer, die all diese Steuern und Abgaben und die Preiskomponenten noch mal besteuert.

Ehring: Um wie viel ist der Strompreis ungefähr in den letzten Jahren damit insgesamt gestiegen?

Scheurer: Wir haben eine Strompreissteigerung in den letzten acht Jahren um rund 40 Prozent zu verzeichnen und es ist absehbar, wenn die Kosten weiter so steigen, dass bis zum Jahr 2020 eine weitere Steigerung um nochmals 40 Prozent ansteht.

Ehring: Das ist eine ganze Menge und sollte vielleicht den einen oder anderen doch zum Versorgerwechsel bewegen. Wie macht man das eigentlich?

Scheurer: Der Anbieterwechsel ist ganz einfach. Man braucht im Wesentlichen seine letzte Jahresrechnung. Da gibt man den entsprechenden Verbrauch, den man dort findet, im Internet beispielsweise auf Verivox.de ein, dazu die Postleitzahl, und erhält dann einen Überblick über die Angebote und sieht auch gleich die mögliche Ersparnis.

Ehring: Verbraucherschützer warnen manchmal vor besonders günstigen Tarifen mit Vorkasse. Welche Fallen lauern denn beim Versorgerwechsel?

Scheurer: Man sollte einfach die einzelnen Komponenten sich anschauen und überlegen, was für einen selbst am besten passt, also beispielsweise, wenn ich flexibel bleiben will, eine kurze Kündigungsfrist, um auf Sicherheit zu gehen, eine entsprechende Vertragslaufzeit, eine Preisgarantie, die vor weiteren Preiserhöhungen zunächst einmal schützt. All das sind Dinge, die man auch entsprechend anklicken kann und auswählen, und darauf sollte man achten.

Ehring: Jürgen Scheurer vom Strompreis-Vergleichsportal Verivox – herzlichen Dank.


Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Deutschlandradio macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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