Vertreibung und Erinnerungskultur / Archiv /

Vertreibung und Erinnerungskultur

Neue Sendereihe im Deutschlandfunk

Flüchtlinge am Anhalter Bahnhof in Berlin warten auf einen Zug
Flüchtlinge am Anhalter Bahnhof in Berlin warten auf einen Zug (AP Archiv/Henry Burroughs)

Das Thema "Vertreibung" muss seit je für politische Instrumentalisierungen herhalten. Das hat nicht zuletzt die Ausstellung "Erzwungene Wege", veranstaltet vom Bund der Vertriebenen im Berliner Kronprinzenpalais, wieder gezeigt. Trotz überwiegend positiver Berichterstattung in Deutschland wird die Schau etwa von polnischen Politikern heftig kritisiert.

Unsere Korrespondenten haben deshalb nachgefragt: Wie wird das Thema "Vertreibung" in den Ländern Osteuropas jenseits von Politik und Interessenverbänden diskutiert? Gibt es neue wissenschaftliche Erkenntnisse einer jüngeren Historiker-Generation? Gibt es private Initiativen? Was leistet in diesem Zusammenhang das von der ehemaligen Kulturstaatsministerin Christina Weiss angeschobene "Europäische Netzwerk Erinnerung und Solidarität"?

20.08.: "Vertreibung und Erinnerungskultur I: Polen" - Thomas Rautenberg

27.08.: "Vertreibung und Erinnerungskultur II: Tschechien"- Peter Hornung

03.09.: "Vertreibung und Erinnerungskultur III: Ungarn" - Harriet Ferenczi

10.09.: "Vertreibung und Erinnerungskultur IV: Triest" - Henning Klüver

17.09.: "Vertreibung und Erinnerungskultur V: Siebenbürgen in Rumänien" - Eberhard Nembach

24.09.: "Vertreibung und Erinnerungskultur VI: Slowenien / Ex-Jugoslawien" - Eberhard Nembach

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Vertreibung und Erinnerungskultur

VI: Slowenien / Ex-Jugoslawien

Ljubljana ist die Hauptstadt und größte Stadt Sloweniens

Auf dem Balkan war der Krieg besonders brutal, auch weil hier so viele Völker dicht nebeneinander lebten - und noch heute leben. Kroatische Ustascha-Faschisten machten gemeinsame Sache mit den deutschen Nazis und quälten Serben im KZ. Mit den wechselnden Fronten und erst recht mit dem Sieg der Tito-Partisanen gab es Racheakte, neue Morde und Vertreibungen. Vieles davon ist bis heute nur unvollständig aufgearbeitet, auch weil es inzwischen neue Gewalt, Morde und Vertreibungen gegeben hat.

Teil V: Siebenbürgen in Rumänien

Flüchtlinge warten im Oktober 1945 auf einen Zug in Berlin.

Rumänien tut sich schwer mit der eigenen Vergangenheit. Im Augenblick tobt ein Streit um die ehemaligen Mitarbeiter der Securitate, des gefürchteten kommunistischen Geheimdienstes unter dem Diktator Ceausescu. Umso schwerer fällt es, die noch weiter zurück liegende Vergangenheit aufzuarbeiten.

Teil IV: Triest

Blick auf Triest

Das italienische Triest und sein istrisches Hinterland waren seit Jahrhunderten ein Gebiet der wandernden Grenzen, wo mehrere Volks- und Sprachgruppen miteinander lebten: hauptsächlich Italiener, Slowenen und Kroaten. Willkürliche Grenzziehungen nach dem Zweiten Weltkrieg machten insgesamt 250.000 Menschen der Region zu Flüchtlingen.