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StartseiteSport am Wochenende"Das sind einige Aufgaben, die noch vor uns liegen."13.01.2018

Videobeweis"Das sind einige Aufgaben, die noch vor uns liegen."

Der Star war weder ein Spieler noch eine Mannschaft - in der Hinrunde der Fußball-Bundesliga wurde vor allem über den Videobeweis diskutiert. Im Interview benannte Videoassistent Jochen Drees verschiedene Schwächen: "Es muss die Transparenz im Stadion besser geschaffen werden," sagte er im DLF.

Videoassistent Jochen Drees im Gespräch mit Klaas Reese

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Schiedsrichter und Video-Assistent Jochen Drees spricht im Anschluss an eine Pressekonferenz von DFB und DFL in Frankfurt am Main. (Arne Dedert/dpa)
Schiedsrichter und Video-Assistent Jochen Drees (Arne Dedert/dpa)
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Für Jochen Drees erfüllen Schiedsrichter und Video-Assistent völlig verschiedene Aufgaben: "Ich würde mich schwer tun zu sagen: Das eine ist schwieriger, das andere ist leichter. Die Tätigkeit als Video-Assistent ist eine sehr verantwortungsvolle, weil ich natürlich durch meine Entscheidung den Kollegen, den Schiedsrichter auf dem Feld, sozusagen in eine bestimmte Richtung führen kann. Und da muss man mit dieser Verantwortung sehr sensibel umgehen. Das kann man mit der Tätigkeit auf dem Platz nicht so vergleichen."

Krasser Unterschied

Für Drees ist der Unterschied enorm. "Der ist krass, muss man wirklich sagen. Also früher auf dem Feld hat Intuition eine große Rolle mitgespielt. Die Spielentwicklung, die Atmosphäre im Stadion trägt dazu bei, wie ich als Schiedsrichter agiere. Wenn ich eine hitzige Atmosphäre habe, dann werde ich auch als Schiedsrichter meine Art zu pfeifen anpassen. Wenn ich ein ruhiges Spiel habe, dann kann ich das anders machen. Dieser emotionale Aspekt, der fällt ja für mich als Video-Assistent völlig raus. Ich habe eine Analyse von Bildern zu machen und dahingehend zu einer Entscheidung zu kommen."

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Auch für die Schiedsrichter habe sich vieles verändert, sagt Drees: "Früher war die Maßgabe, was wir wahrgenommen haben wird auch entschieden und umgesetzt. Jetzt weiß aber jeder, dass auch ein Video-Assistent drin ist. Deswegen ist in einigen Situationen auch das Unverständnis so groß gewesen, warum trotzdem noch eine falsche Entscheidung getroffen worden ist. Jetzt ist er dabei. Jetzt muss der Anspruch sein, dass wir diese klaren Fehler ganz rauskriegen."

Die Linie des Schiedsrichters aufnehmen

Langfristige, feste Teams hält Drees aus Personalmangel zunächst für unrealistisch. Stattdessen müssten die Standards für alle klar sein. Probleme sieht er anderswo: "Die Bilder müssen eventuell noch ein bisschen besser werden. Die Kommunikation mit dem Stadion muss besser werden, was die technische Seite angeht.  Die Leute müssen wissen: Warum ist eine Entscheidung so oder so getroffen worden, oder warum ist eine revidiert worden. Das sind, glaube ich, alles so Aufgaben. Und das sind einige, die noch vor uns liegen, die in Zukunft zu bewältigen sind."

Entscheidend sei es als Video-Assistent, nicht den eigenen Stil zu verfolgen, sagt Drees: "Und dann wichtig: Dem Schiedsrichter seine Linie überlassen und nicht als Video-Assistent glauben, ich muss die Linie da verändern. Wenn der Schiedsrichter eher großzügig arbeitet, habe ich mich auch darauf einzustellen."

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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