Samstag, 16.12.2017
StartseiteMusikszeneOriginal, Kopie oder Fälschung?21.02.2017

Von den Seinsweisen historischer TasteninstrumenteOriginal, Kopie oder Fälschung?

Für die historisch informierte Aufführungspraxis ist der originale Klang ein erstrebenswertes Ideal: Alte Musik gespielt auf alten Instrumenten. Aus konservatorischer Sicht aber zehrt jedes Benutzen an der Originalsubstanz und jede Restaurierung historischer Tasteninstrumente bedeutet einen Eingriff in unwiederbringliches Kulturgut.

Von Tobias Barth

Den ältesten original erhaltenen Hammerflügel der Welt aus dem Jahre 1726 betrachtet am 21.03.2000 eine Besucherin in der Sonderausstellung zum 300. Geburtstag des Klaviers im Musikinstrumentenmuseum der Universität Leipzig (Zentralbild)
Nur zum Ansehen, nicht zum Spielen: der älteste Hammerflügel der Welt in Leipzig (Zentralbild)

Der älteste erhaltene Hammerflügel (Cristofori 1726) zum Beispiel steht heute im Leipziger Grassi-Museum unter Glas. Wer den Klang erleben will, kann einer originalgetreu hergestellten Kopie aus der Werkstatt von Kerstin Schwarz lauschen. Inzwischen hat die Restauratorin auch den berühmten Silbermann-Flügel nachgebaut und ist gerade dabei, ein Clavecin Royal (Wagner 1770) zu kopieren, bei dem sich die Restaurierung des Originals verbietet. In Hamburg werden viele Instrumente der Sammlung Beurmann bespielt. Zusätzlich geht das Museum neue Wege und setzt moderne Medien in der Vermittlung ein. Auch das digitale Sampling der Töne historischer Instrumente gehört mittlerweile zum Standard bei der Suche nach Authentizität, wobei sich sofort die Frage stellt, wie original solch ein Ergebnis dann eigentlich noch ist.

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