Essay und Diskurs / Archiv /

Wahrheit und Versöhnung (3/3)

3. Spanien oder: Aufbruch aus dem Schweigen

Der Menschenrechtler Wolfgang Kaleck im Gespräch mit Jochanan Shelliem

Der spanische General und Diktator Franco grüßt die vorbeiziehenden Massen (undatierte Aufnahme).
Der spanische General und Diktator Franco grüßt die vorbeiziehenden Massen (undatierte Aufnahme). (picture alliance / dpa)

Bis heute versteckt sich die polnische Obrigkeit hinter ihrer Opferrolle im Dritten Reich, überlagert das Massaker von Katyn 1940 das historische Bewusstsein einer ganzen Nation. Die polnische Kollaboration im Holocaust wird dabei gern negiert. In der Türkei beherrscht eine widersprüchliche Gemengelage den Kampf um Verfassung und Vergangenheit.

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Erst 2008 eröffnete der Untersuchungsrichter Baltazar Garzón ein Verfahren gegen Entscheidungsträger der Franco-Ära, veranlasste gar eine systematische Öffnung über das Land verteilter Massengräber - und scheiterte.

Von der Dynamik der Verdrängung und vom Wandel ohne Stabilität wird in den drei von Jochanan Shelliem geführten Gesprächen mit dem polnischen Historiker Jan Tomasz Gross, dem kurdischen Verfassungsjuristen Osman Can und dem Menschenrechtler Wolfgang Kaleck die Rede sein.

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