Essay und Diskurs / Archiv /

 

Wahrheit und Versöhnung (3/3)

3. Spanien oder: Aufbruch aus dem Schweigen

Der Menschenrechtler Wolfgang Kaleck im Gespräch mit Jochanan Shelliem

Der spanische General und Diktator Franco grüßt die vorbeiziehenden Massen (undatierte Aufnahme).
Der spanische General und Diktator Franco grüßt die vorbeiziehenden Massen (undatierte Aufnahme). (picture alliance / dpa)

Bis heute versteckt sich die polnische Obrigkeit hinter ihrer Opferrolle im Dritten Reich, überlagert das Massaker von Katyn 1940 das historische Bewusstsein einer ganzen Nation. Die polnische Kollaboration im Holocaust wird dabei gern negiert. In der Türkei beherrscht eine widersprüchliche Gemengelage den Kampf um Verfassung und Vergangenheit.

Lange wurde der Völkermord an den Armeniern 1905 unter Strafandrohung tabuisiert. Doch allmählich bricht sich eine quälende Diskussion über Schuld und Verantwortung Bahn. Auch die Rekonstruktion der spanischen Demokratie nach dem Tode Francos ruhte auf den Grundprinzipien von Amnestie und Amnesie.

Erst 2008 eröffnete der Untersuchungsrichter Baltazar Garzón ein Verfahren gegen Entscheidungsträger der Franco-Ära, veranlasste gar eine systematische Öffnung über das Land verteilter Massengräber - und scheiterte.

Von der Dynamik der Verdrängung und vom Wandel ohne Stabilität wird in den drei von Jochanan Shelliem geführten Gesprächen mit dem polnischen Historiker Jan Tomasz Gross, dem kurdischen Verfassungsjuristen Osman Can und dem Menschenrechtler Wolfgang Kaleck die Rede sein.

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Essay und Diskurs

Ukraine im Gespräch Tanja Maljartschuk im Gespräch mit Katja Petrowskaja

Mehrere Bücher liegen auf drei Stapeln nebeneinander.

Tête-à-tête, nach dem französischen Vorbild, heißt es auch auf Russisch, wenn zwei Menschen sich unterhalten. Vier Gespräche tête-à-tête mit Schriftstellern und Künstlern aus der Ukraine führt Katja Petrowskaja, nicht allein um die Lage in der Ukraine aus der Sicht von Intellektuellen in den kommenden Monaten im Blick zu behalten.

LiteraturHat Mittelamerika eine Zukunft?

Der Autor Sergio Ramírez

Sergio Ramírez, einer der einflussreichsten Schriftsteller Lateinamerikas, war Vizepräsident Nicaraguas, als dort in den 80er-Jahren eine Revolution das kleine Land für kurze Zeit zum Blühen brachte. Er hat eine Anthologie über ein nahezu unbekanntes Kapitel der lateinamerikanischen Literatur, nämlich die Mittelamerikas, verfasst.

GesellschaftWarum einen öffentlichen Platz besetzen?

Rote Fahnen auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking der Hauptstadt Chinas, aufgenommen am 07.05.2007.

Der Platz des Himmlischen Friedens in China, der Midan Tahrir in Kairo, der Taksim-Platz in Istanbul, der Majdan in Kiew, der Oranienplatz in Berlin sind nur einige Beispiele. Aber was bedeutet die Besetzung eines öffentlichen Platzes in einer sich zunehmend verstädterten urbanen Welt?