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StartseiteForschung aktuellWer war Tutanchamun?17.02.2010

Wer war Tutanchamun?

Erbgutanalysen klären altägyptische Verwandtschaftsverhältnisse

Archäologie. - Der altägyptische König Echnaton war der Vater des Pharaos Tutenchamun. Das zeigen DNA-Analysen an 16 Mumien, die ein internationales Forscherteam in Kairo präsentiert hat. Die Todesursache Tutanchamuns soll danach eine Malariaerkrankung im Zusammenspiel mit einer Knochennekrose gewesen sein.

Von Katrin Zöfel

 Der ägyptische Archäologe Zahi Hawass entnimmt mit seinen Mitarbeitern Erbgutproben aus der 3300 Jahre alten Mumie des Pharaos Tutanchamun. (AP)
Der ägyptische Archäologe Zahi Hawass entnimmt mit seinen Mitarbeitern Erbgutproben aus der 3300 Jahre alten Mumie des Pharaos Tutanchamun. (AP)

Es war der Brite Howard Carter, der 1922 das Grab des Tutanchamun im sogenannten Tal der Könige entdeckte. Bis dahin war gerade dieser Pharao den Archäologen kaum bekannt gewesen, nach der Ausgrabung stieg er posthum zum berühmtesten aller alt-ägyptischen Herrscher auf. Denn nie vorher und nie wieder danach wurde ein nahezu unberührtes Pharaonengrab entdeckt. Dank der reichen Grabbeigaben konnten Forscher vieles über Religiosität, Mentalität und Alltag dieser Zeit herausfinden, was allein durch das Lesen von Hieroglyphentexten nie zu ergründen gewesen wäre.

Mit acht Jahren wurde Tutanchamun zum Herrscher erklärt, schon elf Jahre später, 19 Jahre alt, starb er. Die Zeit vor und während seiner Regentschaft war eine Zeit des Umbruchs. Sein Vorgänger, Pharao Echnaton, hatte den Gotteskult stark verändert und die Hauptstadt des Reiches verlegt, unter Tutanchamun wurde beides wieder zurückgenommen.

Warum aber starb dieser Pharao so jung? Es könnte Mord gewesen sein, spekulierten Ägyptologen. 2005 jedoch zeigt eine Computertomografie der Mumie: Tutanchamun ist nicht erschlagen worden, er starb vermutlich eines natürlichen Todes. Ähnlich spekulativ blieben bisher alle Annahmen über seine Herkunft.

Die neue Studie, die heute im Journal of the American Medical Association erscheint, legt zu beiden Fragen neue Details vor. Die Forscher aus Deutschland, Italien und Ägypten entnahmen Gewebeproben aus Tutanchamuns Überresten und 15 weiteren Mumien, die meisten von mutmaßlichen Mitgliedern der Herrscherfamilien. Ihre genetischen Analysen ergaben Hinweise auf Krankheiten und zu den Verwandtschaftsverhältnissen unter den Toten.

Das Ergebnis: Tutanchamun litt an einer Knochennekrose im Fuß und starb vermutlich an Malaria. Erbgut des Malariaerregers wurde in Gewebeproben aus seiner Mumie gefunden.

Weiter schließen die Wissenschaftler: Der Vater Tutanchamuns ist der Mann gewesen, dessen Mumie als KV55 katalogisiert wurde. Forscher vermuten schon länger, dass es sich dabei um Pharao Echnaton handelt. Und die Mutter des Kindpharaos ist eine Frau, deren Mumie die Bezeichnung KV35YL trägt. Doch wer sie war, bleibt weiter ungewiss.

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