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StartseiteKalenderblatt2.5.1904 - Vor 100 Jahren02.05.2004

2.5.1904 - Vor 100 Jahren

Bing Crosby, Schauspieler und Sänger, geboren

Bing Crosbys Version von "Dreaming of a white Christmas" wurde weltweit 31 Millionen Mal verkauft und ist nach Elton John’s "Candle in the Wind" die meistverkaufte Single aller Zeiten. Crosby nahm das Lied 1942 für den Revuefilm "Holiday Inn" zum ersten Mal auf. Im Dezember desselben Jahres stand der Weihnachtshit nicht nur auf Platz Eins der Charts, das Pentagon schickte außerdem allen US-Soldaten im Einsatz eine Crosby-Schallplatte als Weihnachtsgabe.

Von Nicole Maisch

Das Lied wurde für die Soldaten zum Ausdruck ihres Heimwehs. Es ließ die Sehnsucht nach Amerika im Traum von der weißen Weihnacht aufgehen.

Bing Crosby war im Stande, die patriotischen Gefühle der GIs zu befriedigen, denn er, der all-american guy, stand wie kaum ein anderer für die Werte US-Amerikas. Der Sänger und Entertainer galt bis zu einem gewissen Grad als stark und streng, zeigte dann aber auch seine lässige und umgängliche Seite. Anderen gegenüber übte er Toleranz, war aber jederzeit bereit, Gott und den American Way zu verteidigen. Ob nun künstlich kreiertes Image oder natürlicher Ausdruck seiner Persönlichkeit – Bing Crosby war das Symbol, das Amerika in den schweren Zeiten zwischen Depression und Weltkrieg brauchte.

Der Sohn eines Buchhalters finanzierte sich das College und den Beginn eines Jurastudiums als Sänger und Schlagzeuger. Aber schon nach kurzer Zeit wurden die Weichen klar gestellt: Crosby brach das Studium ab und tourte mit einem Musikerkollegen durch die Clubs von Los Angeles – dort wurde er von Paul Whiteman, dem Kopf der damals populärsten amerikanischen Jazz Band, entdeckt und engagiert. Der Sänger verließ 1931 das Whiteman Orchester wieder, um seine, von Beginn an sehr erfolgreiche Solokarriere zu starten.

Bing Crosby war der erste Musikstar, der Dank des sich schnell verbreitenden Rundfunks buchstäblich über Nacht einem ganzen Volk zum Begriff wurde. Seine warme und intime Art zu singen war ideal, um die Stärke eines Mediums zu betonen, das seine Inhalte direkt in die Wohnzimmer der Zuhörer schickte.
"You’re going to be a habit with me" war einer seiner ersten Solo-Hits:

Seine musikalischen Wurzeln liegen im Jazz, aber er war offensichtlich kein Purist. Er sang und coverte alles: zeitgenössische, oft für Hollywoodfilme komponierte Popsongs, Country, Patriotisches, Melodien berühmter Broadwayshows, religiöse Lieder oder Folk. Aber egal was er sang, jedem Lied drückte er seinen ganz eigenen Stempel auf. Bing Crosby war einer der Ersten, der einen Song tatsächlich interpretierte, ihn sich zu Eigen machte, indem er die Worte und Phrasen betonte, die er für wichtig hielt. Dieses erzählende Singen, begleitet von einer Big Band, mit leisem Augenzwinkern, summend weich und einschmeichelnd vorgetragen – das machte Crosby zum ersten Crooner. Eine Bezeichnung, die nicht zu übersetzen aber hörend zu begreifen ist:

Mit diesem Summton traf Crosby in die Herzmitte Amerikas. Sein charmantes und gezügeltes Temperament machte ihn zum Sänger
der amerikanischen Mittelklasse – und, in der ersten Hälfte des
20. Jahrhunderts, zum berühmtesten wie auch einflussreichsten Entertainer der USA.

Während der 30er und 40er Jahre zählte der Charmeur außerdem zu den Top Ten der Filmstars. Er spielte mit Bob Hope in einer Reihe verrückter Komödien, die den Nonsens-Stil eines späteren Geschmacks vorwegnahmen. In den 40er Jahren aber gehörte das Genre Hope und Crosby, der für "Going my way" 1944 als bester Hauptdarsteller sogar den Oscar erhielt.

Crosby, der Größte seiner Zeit, starb 1977 in Madrid, als er beim Golfspielen, seinem liebsten Hobby, einem Herzinfarkt erlag.

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