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StartseiteCorsoWie sie wurden - was sie sind01.01.2018

20 Jahre Corso im DlfWie sie wurden - was sie sind

"Is was?!", fragen wir uns eigentlich täglich. Seit zwei Jahrzehnten beobachtet die Sendung Corso im Deutschlandfunk die Gegenwartskultur. 2018 feiert sie ihren 20-jährigen Geburtstag - und bewies schon früh den richtigen Riecher nach Themen-Trüffeln.

Von Sandro Schroeder und Kerstin Janse

(Deutschlandradio/Oska Wald)
(Deutschlandradio/Oska Wald)
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Corso ist nicht nur volljährig, sondern auch wirklich kein Teenager mehr. In 20 Jahren und knapp 6000 Sendungen ist das Popkultur-Magazin gewachsen. "Das Älterwerden – es war ein entscheidender Einschnitt, als ich 40 wurde." (Musikerin Annie Lennox, Corso 2007)

Schnelllebiger, digitaler, globaler 

Apropos Veränderungen. Die Gegenwartskultur hat sich in dieser Zeit selbstverständlich auch verändert. Sie ist schneller, schnelllebiger, digitaler, globaler geworden. Grenzen sind in diesen 20 Jahren verwischt und verschoben, eingestürzt und eingerissen worden. Auch – oder vielmehr vor allem – durch das Internet. "Das Internet ist nur ein System, das gar keinen Inhalt hat." (Internet-Miterfinder Robert Cailliau, Corso 2003)

Die Etiketten und Schubladen wie U-, E-, Post- oder Proto- waren schon 1998 nicht zeitgemäß, 2018 sind sie es noch viel weniger. Insofern ist sich Corso in den letzten 20 Jahren treu geblieben. Wir nehmen Unterhaltung ernst, präsentieren Ernstes unterhaltsam – und nehmen uns selbst nicht immer todernst. "Ich werde keine Witze mehr erklären auf den letzten Metern." (Entertainer Harald Schmidt, Corso 2013)

Offen für Experimente

Corso war, ist und bleibt auch weiterhin: offen für Themen von A wie Architektur bis Z wie Zukunft des Fernsehens. Offen für Musik – von altbekannten und unbekannten Künstlerinnen und Künstlern gleichermaßen –, der Corso samstags eine ganze Stunde widmet. Corso ist offen für Gesprächsgäste aus wirklich allen Bereichen der Kultur. Offen für Analysen und Diskussionen der Gegenwartskultur, die den besonderen Dreh haben. Offen dafür, zu experimentieren. "Man kann sich täglich ärgern, egal wo man einschaltet." (Fernseh-Kritiker Oliver Kalkofe, Corso 2006)

Auch 20 Jahre nach der ersten Sendung gilt: Es wird bei Corso weiter keinen Terminjournalismus geben, der lediglich Chronistenpflicht erfüllt. Keine Nacherzählungsberichterstattung. Kein Kulturbefindlichkeitshabitus. "Ein Grimme-Preis ist ein wunderbarer Türöffner – damit kann man ja in den Senderetagen Scheiben einschmeißen." (Medien-Kritiker Philipp Walulis, Corso 2014)

Aus "Kultur nach 3" wurde "Kunst & Pop"

Zeitgleich hat sich Corso in 20 Jahren natürlich auch verändert, beispielsweise im Sendungstitel: Aus "Kultur nach 3" wurde "Kunst & Pop". Im März 2017 hat sich Corso neu erfunden, die Sendung wurde kompakter, aber auch flexibler.

Geblieben ist das Corso-Gespräch, das vertiefte Interview über prominente Themen mit prominenten Köpfen, das wir zu den Markenzeichen der Sendung zählen. Und online räumen wir dem Corso-Gespräch noch mehr Raum ein für vertiefte Gedanken: mit XL-Fassungen der Interviews für unsere Online- und Podcast-Hörerinnen und Hörer. "Ich breche an dieser Stelle mal für meinen Klassiker eine Lanze – nämlich das gesprochene Wort im Radio." (Satiriker Jan Böhmermann, Corso 2013)

Veränderungen und Konstanten

Auf all die Veränderungen und Konstanten in 20 Jahren Corso wollen wir am 1. Januar 2018 schauen, mit einem Corso Spezial. Wir wollen den Weg beschreiben, den die Sendung genommen hat, aber auch den Weg der Themen, Gesprächspartner und Mitwirkenden nachzeichnen, die unsere Sendung seit mittlerweile 20 Jahren begleiten. "Die Arbeit macht mir heute mehr Spaß als früher, ich habe nicht mehr dauernd das Gefühl, mir etwas beweisen zu müssen." (Schauspielerin Michelle Pfeiffer, Corso 2009)

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