Wehrbericht
20 Prozent der Rekruten brechen Ausbildung ab

Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Otte, hat die Personalgewinnung der Bundeswehr bemängelt und vor Folgen für die Einsatztauglichkeit gewarnt. In seinem heute veröffentlichten Jahresbericht heißt es, die Truppe habe zwar im vergangenen Jahr mit gut 25.000 Einstellungen das stärkste Jahr seit der Wehrpflichtaussetzung 2011 verzeichnet. Doch die Probleme blieben gravierend.

    Portrait-Aufnahme von Henning Otte
    Henning Otte, Wehrbeauftragter des Bundestags (picture alliance / Flashpic / Jens Krick)
    Rund 20 Prozent der Rekruten brechen laut dem Bericht die Ausbildung ab. Otte betonte, um das Ziel von 260.000 ⁠aktiven Soldaten und ⁠200.000 Reservisten bis Mitte der 2030er-Jahre zu erreichen, sei ein Erfolg des neuen Wehrdienstmodells zwingend. Sollte die Freiwilligkeit nicht genügen, müsse die Rückkehr zur Wehrpflicht der nächste Schritt sein. Otte kritisierte außerdem, dass es zu viele Offiziere und zu wenig einfache Soldaten gebe.
    Zahlreiche Kasernen sind nach Angaben des Wehrbeauftragten marode und müssten dringend saniert ​werden. Auch bei der Ausrüstung gebe es nach wie vor großen Nachholbedarf. ‌‌Da die ‌Verteidigungsausgaben von der Schuldenbremse ausgenommen seien, könne Geldmangel dabei keine Rolle mehr spielen.
    Der Bericht dokumentiert auch ​eine wachsende Bedrohung im Inland. So sei die Zahl der Straftaten gegen die Bundeswehr im vergangenen Jahr auf 112 gestiegen. Darunter seien sechs ‌Brandanschläge und zehn Sabotageakte gewesen.

    Aus dem Deutschlandfunk-Programm

    Nach Vorfällen bei Fallschirmjägern: Wehrbeauftragter stellt Jahresbericht vor (Audio)
    Diese Nachricht wurde am 03.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.