RKI-Bericht
5.100 Todesfälle durch Hitzewelle im Juni

Die Hitzewelle im Juni hat nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts zu etwa 5.100 Todesfällen in Deutschland geführt. Das geht aus dem aktuellen RKI-Wochenbericht zur hitzebedingten Mortalität hervor.

    Eine pflegebedürftige Frau in einem Altenheim steht neben einem Ventilator.
    Durch die Hitzewelle im Juni sind mehr als 5.000 Menschen gestorben. (picture alliance / Ipon / Stefan Boness)
    Allein in der besonders heißen Woche vom 22. bis 28. Juni mit Rekordwerten von über 40 Grad gab es demnach rund 4.300 hitzebedingte Sterbefälle. Bei mehr als 80 Prozent der Hitzetoten handelt es sich demnach um Menschen im Alter von über 75 Jahren.

    Zahl der Hitzetoten deutlich gestiegen

    Die Zahl der Hitzetoten übertrifft damit schon zur Jahresmitte die Werte der Vorjahre bis einschließlich 2020. Auffällig auch der Vergleich zu 2018 und 2019: Damals starben hitzebedingt im ganzen Jahr rund 8.000 bzw. 7.000 Menschen. Im laufenden Jahr 2026 sind es schon jetzt mehr als 5.000.

    Übersterblichkeit lag bei 6.800 Fällen

    Die Folgen der Hitzewelle im Juni könnten noch größer sein, hieß es weiter vom RKI. Die vom Statistischen Bundesamt geschätzte Übersterblichkeit lag in der heißesten Woche vom 22. bis 28. Juni bei 6.800 Fällen. Übersterblichkeit bedeutet demnach, dass in einem bestimmten Zeitraum mehr Menschen sterben als normalerweise zu erwarten wäre.
    Die Schätzung des Instituts basiert unter anderem auf dem Monitoring der Sterbefallzahlen des Statistischen Bundesamtes und Daten des Deutschen Wetterdienstes.

    Grüne fordern Sofortprogramm zum Hitzeschutz

    Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Dröge, sagte im Bundestag, die Klimakrise sei schon heute tödlich in Deutschland. Sie forderte Bundeskanzler Merz dazu auf, die Menschen mit einem Sofortprogramm vor der Hitze zu schützen. Dies gelte vor allem bei Betreuungseinrichtungen für ältere Menschen, Krankenhäusern und Schulen. Außerdem brauche es Hitzeschutzpläne für die Kommunen, forderte Dröge.

    Greenpeace: "Hitze ist ein stiller Killer"

    Die Umweltorganisation Greenpeace teilte mit, Hitze sei ein "stiller Killer". Wirksamer Hitzeschutz beginne in den Kommunen: "Städte und Gemeinden müssen jetzt finanziell in die Lage versetzt werden, Menschen vor extremer Hitze zu schützen. Dafür brauchen sie verlässliche Einnahmen: für schattige Schulhöfe, Schwimmbäder, entsiegelte und begrünte Flächen, kühle Aufenthaltsorte für ältere Menschen und hitzefeste Infrastruktur."

    Vereinzelt Engpässe bei Bestattern und Abtransport von Leichen

    Ende Juni hatte es in Deutschland mehrfach Rekord-Temperaturen gegeben. Vielerorts wurden um die 40 Grad Celsius gemessen, an einigen Orten wurden Hitzerekorde von mehr als 41 Grad erreicht.
    Die Hitze sorgte in einigen Städten auch vereinzelt für Engpässe beim Abtransport von Leichen. Das sagte der Gruppenleiter im nordrhein-westfälischen Gesundheitsministerium, Professor Frank Stollmann, im zuständigen Ausschuss des Landtags. In Leverkusen und Köln gab es zudem Schwierigkeiten bei der Unterbringung der Verstorbenen.
    Diese Nachricht wurde am 09.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.