Kunst
61. Biennale von Venedig hat begonnen - Proteste statt Eröffnungsfeier

In Venedig ist die 61. Kunst-Biennale eröffnet worden. Wegen politischer Streitigkeiten um die Teilnahme Russlands und Israels fand die Eröffnung ohne offizielle Zeremonie statt. Die für die Verleihung des Preises Goldener Löwe zuständige Jury war im Vorfeld bereits wegen des Streits zurückgetreten.

    Russlands Pavillon in den Biennale Gardens mit der Aufschrift "Russia".
    Die Teilnahme Russlands an der 61. Biennale von Venedig ist umstritten. (picture alliance / SIPA / Mirco Toniolo / AGF)
    Die Goldenen Löwen werden in diesem Jahr erst zum Abschluss der Biennale im November durch das Publikum verliehen. Die Jury-Mitglieder erklärten zu ihrem Rücktritt, sie würden keine Preise an Länder vergeben, gegen die der Internationale Strafgerichtshof wegen des Vorwurfs von Verstößen gegen die Menschenrechte ermittele.

    Kritik an Teilnahme Russlands

    Moskau ist erstmals seit dem Beginn seines Angriffskriegs gegen die Ukraine 2022 wieder mit einem Pavillon auf der Biennale vertreten. Die italienische Regierung hatte die Entscheidung für Russland abgelehnt. Kulturminister Giuli sprach von einem "Sieg Putins". Biennale-Chef Buttafuoco verteidigte die Teilnahme mit Blick auf die Kunstfreiheit und die Völkerverständigung. Die EU strich deswegen ihre Finanzmittel für die Kunstmesse im Umfang von zwei Millionen Euro.

    Proteste gegen Israel

    Umstritten ist auch die Präsenz Israels. Gestern Abend protestierten nach Polizeiangaben rund 2.000 Menschen gegen das israelische Vorgehen im Gazastreifen. Dabei wurden Palästinenser-Fahnen geschwenkt. Die Polizei ging teilweise mit Schlagstöcken gegen die Menge vor.
    Die alle zwei Jahre stattfindende Biennale von Venedig gilt mit der documenta in Kassel als wichtigste internationale Veranstaltung für zeitgenössische Kunst. Sie dauert bis zum 22. November. 
    Diese Nachricht wurde am 09.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.