Dienstag, 20.08.2019
 
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9000 Euro

Deutschland spart im Kampf gegen Doping

In der nicht öffentlichen Sitzung des Sportausschuss des Bundestags wird der deutsche Kampf gegen Doping dennoch gelobt.

Von Robert Kempe

Dagmar Freitag (SPD), Vorsitzende des Sportausschusses des Bundestages. (Dagmar Freitag / Frank Ossenbrink)
Dagmar Freitag (SPD), Vorsitzende des Sportausschusses des Bundestages. (Dagmar Freitag / Frank Ossenbrink)

Den vergleichsweise geringen Betrag von 9000 Euro will die deutsche Bundesregierung offenbar nicht an die Welt-Anti-Doping-Agentur zahlen. Bei diesem Betrag handelt es sich um die turnusmäßige Erhöhung, des zu zahlenden deutschen Anteils an den Zuschüssen der Länder des Europarats zum Jahresetat der Welt-Anti-Doping-Agentur, WADA, 2012. Das erklärte Olivier Niggli, der als Chefjurist der WADA aus Montreal angereist und Teilnehmer der nicht öffentlichen Sitzung des Bundestags Sportausschusses war.

"Es gibt noch keine endgültige Entscheidung über das WADA Budget im Jahr 2012. Wir sind in Diskussionen. Deutschland muss diese Diskussion mit den anderen europäischen Ländern führen. Aber wenn die WADA ihren Etat um zwei Prozent erhöhen will. Wäre der Beitrag bei 9000 Euro. Was für uns bezahlbar scheint für ein Land von der Größe wie Deutschland."

9000 Euro, diese Summe bestätigten mehrere Bundestagsabgeordnete gegenüber dem Deutschlandfunk. Auch andere europäische Länder wollen wie Deutschland ihre Beiträge ab dem Jahr 2011einfrieren. Zu einer Annäherung zwischen WADA und Vertretern des Bundesinnenministeriums soll es nicht gekommen sein. Die Vorsitzende des Sportausschusses Dagmar Freitag, SPD:

"Aber wenn Sie sehen, dass ja viele, viele Länder eine kleine Summe hätten beitragen sollen - müssen - dann wäre es für die WADA eine große Summe gewesen. Ich denke die WADA wäre gut beraten, wenn sie vielleicht etwas deutlicher machen würde, wofür sie zusätzliches Geld braucht. Dann könnte man vielleicht eher auf Einsicht der nationalen Regierungen hoffen. Ich denke, wir werden die Bundesregierung, was die Finanzierung von NADA und WADA angeht, noch in den Haushaltsdebatten antreiben."

Doch selbst wenn viele Länder ihre Beiträge auf diesem Niveau erhöhen würden, wäre das Problem, der als unterfinanziert geltendem WADA, nicht gelöst.

Katja Mühlbauer von der Staatsanwaltschaft München, Deutschlands einziger Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Dopingdelikte, forderte - dem Vernehmen nach im Ausschuss - den Aufbau weiterer Schwerpunktstaatsanwaltschaften in anderen Bundesländern. Bisher soll nur in Baden Württemberg eine weitere gebildet werden. Bis Mai dieses Jahres eröffnete die Münchner Staatsanwaltschaft bereits 175 Ermittlungsverfahren mit Dopingmittelbezug, fast genau so viele wie im gesamten Jahr 2010.

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