
Nach Ansicht von Heil sind die zu erwartenden Veränderungen durch die Künstliche Intelligenz gleichzusetzen mit der Industriellen Revolution im 19. Jahrhundert. Das Ausmaß für die Arbeitswelt lasse sich noch nicht absehen, sagte der SPD-Politiker dem "Tagesspiegel". Klar sei aber, man stehe mit der KI am Anfang einer revolutionären Entwicklung. Die Experten in seinem Haus prognostizierten, ab 2035 werde es keinen Job mehr geben, der nichts mit KI zu tun habe. Das gelte auch für Tätigkeiten, von denen man das jetzt noch nicht glaube. Heil forderte, nun die Weichen zu stellen, damit am Ende die Künstliche Intelligenz den Menschen diene und nicht umgekehrt.
Derzeit sorgt der Text-Automat ChatGPT für viel Aufsehen - ein lernendes System, das mithilfe von KI auch Texte erstellen kann, die sich kaum noch von Schriften unterscheiden, die Menschen verfasst haben.
Heil hält von Verboten solcher Programme nichts, wirbt aber stark für Transparenz. Die Menschen müssten wissen, mit welchen Daten diese lernenden KI-Systeme trainiert werden, mahnte der Minister. Unter Expertinnen und Experten gibt es jedoch große Bedenken.
Italien gibt wieder grünes Licht für ChatGPT
In Italien hatten Datenschützer das KI-System ChatGPT Ende März vorerst gesperrt und dem US-Unternehmen OpenAI verboten, Nutzerdaten aus dem EU-Land zu verarbeiten. Sie warfen dem Unternehmen vor, den Nutzern nicht mitzuteilen, welche Informationen von ihnen gespeichert werden, wenn sie den Chatbot verwenden. Inzwischen darf ChatGPT in Italien wieder genutzt werden. Die italienische Datenschutzbehörde teilte mit, die Betreiberfirma OpenAI wolle die Datenverarbeitung transparenter machen und europäischen Nutzern mehr Rechte zugestehen.
Italien forderte unter anderem einen Vermerk, in dem die Methoden der Datenverarbeitung erläutert werden. Zu den weiteren Forderungen gehörten auch Filter oder Sperren für Kinder unter 13 Jahren. Die Datenschutzbehörde hatte OpenAI eine Frist bis Mitte April gesetzt, um die Regeln zu befolgen.
Diese Vorgaben hat das Unternehmen nun offenbar erfüllt. Die italienische Behörde fordert allerdings noch weitere Maßnahmen wie ein System, um das Alter von Nutzern des Dialog-Programms zu verifizieren. Die Ermittlungen gegen OpenAI würden fortgesetzt.
Diese Nachricht wurde am 30.04.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
