Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung
Ab Krankheitstag 1 zum Arzt: Patientenbeauftragter der Bundesregierung kritisiert Pläne der Koalition

Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Schwartze, hat die Pläne der Koalition kritisiert, Beschäftigte schon ab Tag eins einer Erkrankung zum Arzt zu schicken.

    Stefan Schwartze (SPD), Patientenbeauftragter der Bundesregierung, spricht bei einer Plenarsitzung.
    Stefan Schwartze (SPD), Patientenbeauftragter der Bundesregierung. (Archivbild) (picture alliance/dpa)
    Das Aufsuchen einer Arztpraxis sei bei vielen Krankheitsbildern eine unnötige Belastung für alle und erhöhe die Ansteckungsgefahr, sagte der SPD-Politiker den Funke-Medien. Außerdem sei zu befürchten, dass sich noch mehr Arbeitnehmer krank zur Arbeit schleppten, nicht genäsen und letztendlich aufgrund langwieriger Verläufe mehr Krankheitstage aufwiesen. Schwartze forderte die Politik auf, digitale und telemedizinische Angebote weiter auszubauen. Die Bundesvorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes, Buhlinger-Göpfarth, sprach von "reiner Symbolpolitik". Die geplante Neuregelung werde weder den Krankheitsstand reduzieren noch Missbrauch verhindern, sagte sie der Rheinischen Post. Ähnlich äußerte sich der Deutsche Gewerkschaftsbund.
    Der Koalitionsausschuss von Union und SPD hatte sich diese Woche auf Änderungen bei der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung geeinigt. Künftig sollen Beschäftigte diese bereits ab dem ersten Krankheitstag ihrem Arbeitgeber vorlegen. Derzeit ist das erst ab dem dritten erforderlich.
    Diese Nachricht wurde am 04.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.