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Abbaubar aus nachwachsenden Stoffen

Ökologie. - In Hannover findet derzeit die Tagung "Biologisch abbaubare Werkstoffe in Landwirtschaft und Gartenbau" statt. Ein wichtiges Thema sind biologisch abbaubare Folien und Stoffe, die dazu noch aus nachwachsenden Rohstoffen produziert werden.

    30.000 Tonnen biologisch abbaubare Produkte werden zurzeit auf Felder und in Gärten eingesetzt, etwa als Mulchfolie oder als Pflanztöpfe. Das meiste davon stammt allerdings weiterhin aus endlichen Rohstoffen. Daher forschen Wissenschaftler an Möglichkeiten, nachwachsende Rohstoffe, wie etwa Kartoffelstärke einzusetzen. Doch die Anforderungen sind hoch, denn die Leistungsdaten der konventionellen Konkurrenten müssen die ökologisch saubereren natürlich auch erfüllen. So soll derartige Mulchfolie natürlich Unkraut kleinhalten, das Wasser zurückhalten und die Pflanzen wärmen. Bisher wird diese Folie aus Polyethylen hergestellt, von dem 1000 Tonnen jährlich verarbeitet werden. Dabei ist der Ersatz durch Folie aus Kartoffelstärke keineswegs eine Kleinigkeit. Burkhard von Elstner vom Institut für Technik im Gartenbau der Universität Hannover: "Das ist natürlich auch ein technische s Problem, denn während der Nutzungszeit muss die Folie die Eigenschaften von Polyethylenfolie haben. Sie darf sich nicht zersetzen, sie muss lichtdicht bleiben und muss zu einem bestimmten Zeitpunkt zersetzbar sein." Nämlich dann, wenn sie einfach mit den Ernterückständen geshreddert und untergepflügt wird.

    Bei all den biologisch abaubaren Folien und Stoffen stellt sich allerdings ein Problem, und das unabhängig, ob Erdöl oder Kartoffelstärke die Basis bilden. Sie sind mit Zusatzstoffen versehen, die sich nicht so leicht abbauen lassen und ins Erdreich eindringen. Ein breit angelegtes EU-Forschungsprojekt soll jetzt klären, welche Auswirkungen dies hat.

    [Quelle: Jo Schilling]