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StartseiteHintergrundAbenteurer mit Pensionsberechtigung24.04.2006

Abenteurer mit Pensionsberechtigung

Die Fremdenlegion und ihre Rolle in der französischen Sicherheitspolitik

Nach dem Tsunami in Asien helfen Fremdenlegionäre beim Wiederaufbau, in Afghanistan suchen sie Minen. An der Elfenbeinküste evakuieren sie Menschen, schaffen eine Pufferzone zwischen Nord und Süd, sollen einen Bürgerkrieg verhindern. Für Spezialeinsätze im Dschungel- und Antiterrorkampf oder bei Geiselbefreiungen schickt die französische Regierung die Fremdenlegionäre in den Einsatz.

Von Martina Zimmermann

Französische Fremdenlegionäre in Algerien, 1960 (AP Archiv)
Französische Fremdenlegionäre in Algerien, 1960 (AP Archiv)
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Doch überwiegend dienen die Legionäre heute kriegsverhindernd, im Rahmen von UNO- oder NATO-Einsätzen oder bilateraler Verteidigungsabkommen, die Frankreich mit einigen afrikanischen Ländern geschlossen hat.

Am französischen Nationalfeiertag, am 14. Juli, bei der Militärparade auf den Pariser Champs Elysées, haben gerade die Fremdenlegionäre regelmäßig viel Erfolg bei den dicht gedrängt stehenden Zuschauern am Straßenrand. Die Ausländer-Truppe im französischen Sold unterscheidet sich von den anderen französischen Militärformationen durch ein bewusst verzögertes Marschtempo - eine spezifische, martialisch anmutende, exakt 88 Schritte pro Minute zählende Gangart. Auffällig auch ihre blendend weißen Käppis, die an ihre ersten Wüstenfeldzüge im 19. Jahrhundert erinnern sollen, als die ursprünglich beigefarbene Kopfbedeckung von der sengenden Sahara-Sonne ausgebleicht worden war.

Die Legionäre waren bei allen Feldzügen und Kolonialkriegen der französischen Armee dabei, seit König Louis Philippe ihren Verband im Frühjahr 1831 hatte aufstellen lassen - auch in den beiden Weltkriegen. Knapp 36.000 Fremdenlegionäre - so die offizielle Auskunft - sind während der vergangenen 175 Jahre den Interessen Frankreichs geopfert worden.

Doch selbst diese Zahl macht aus den Legionären keine Helden, finden zumindest einige Passanten im Alten Hafen von Marseille, etwa 15 Kilometer vom Hauptquartier der Fremdenlegion im südfranzösischen Aubagne entfernt:

"Ich bin antimilitaristisch, mir sind die völlig egal." - "Die Legion ist kein Zwang. Wer dahin gehen möchte, soll das tun.... Jedem sein Leben!"

"Gendarmen, Polizei, Fremdenlegionäre, das interessiert mich nicht, ich verwechsele die alle. Wahrscheinlich braucht man sie..."

"Das sind Leute dabei, die straffällig geworden sind, die Probleme hatten in ihrem Leben, die sich über die Legion ein neues Leben erkaufen."

"Die wirklichen Auseinandersetzungen unserer Zeit sind doch religiöser Art. Ich wüsste nicht, was es da zu kämpfen gäbe."

Warum die Elitetruppe in den Augen selbst vieler Franzosen einen eher zweifelhaften Ruf hat, versucht der Politologe Bastien Irondelle, Verteidigungsexperte am Pariser Institut für Politikwissenschaften, zu erklären:

"Das liegt an der Rekrutierung, weil sich in der Fremdenlegion Vorbestrafte oder Leute, die mit der Gesellschaft gebrochen haben, wieder integrieren können und so eine neue Identität erlangen können.... Die Franzosen sehen das im allgemeinen als sehr positiv, dass sich diese Ausländer für Frankreich engagieren. Negativ hingegen wird die Kandidaten-Auswahl wahrgenommen und auch ihr Ruf. Legionäre gelten als sehr militaristisch, gewalttätig und konservativ."

"Wir sind hier im Auswahlzentrum der Fremdenlegion in Aubagne, wo wir alle jungen Männer versammeln, die zur Legion möchten. Die Leute kommen aus 130, 140 verschiedenen Ländern. Sie werden zwei Deutsche sehen, die soeben bei uns angekommen sind: Der erste ist ein so genannter "Roter", der den Auswahltest schon bestanden hat. Er ist bereits in Uniform und wird bald zur Grundausbildung nach Castelnaudary geschickt. Er hat schon das Grundverhalten eines Legionärs gelernt, also zum Beispiel das tadellose Aussehen. Hier sehen Sie ihn, wie er gerade seine Schuhe putzt, auch das gehört dazu..."

"Der zweite Mann hier, das ist ein so genannter 'Blauer’. Er hat die Prüfung abgelegt, wartet aber noch auf sein Ergebnis, ob er in die Legion aufgenommen wird."

Leutnant Gregory Gavroy, der Presse-Offizier, stellt den 21-jährigen Ralf Maier vor. Maier weiß schon, dass er es geschafft hat. Die Legion wird den gebürtigen Bayern aufnehmen.

"Ich war zwei Jahre in Deutschland arbeitslos. In Deutschland zählt das Papier, hier zählt das Können. ... Ob Vorstrafen, Papier, Zeugnisse, alles. Und hier zählt das, was man kann, im Kopf und körperlich."

Seine Bewerbungen bei Polizei, Bundesgrenzschutz und Bundeswehr, erzählt er ein wenig später, seien erfolglos gewesen. Dass dies mit seinem polizeilichen Führungszeugnis zusammenhängen könnte, will er nicht abstreiten.

Im Flur des Rekrutierungsbüros sitzen lauter junge Männer in blauen Trainingsanzügen, die so genannten "Blauen", die hier auf ihr Ergebnis warten. Sie wirken sichtlich angespannt, denn hier im Hauptquartier in Aubagne wird sich jetzt entscheiden, ob sie demnächst ein neues Leben als Fremdenlegionäre beginnen werden oder nicht.

Wer in die Legion eintritt, kann die Vergangenheit hinter sich lassen, wenn er das möchte, sogar einen anderen Namen und eine andere Identität annehmen. Doch Schwerkriminelle hätten heutzutage keine Chance mehr, versichert Oberstleutnant Charles-Henri de Mayenne:

"Jedes Jahr melden sich rund siebeneinhalbtausend Kandidaten, und von denen nehmen wir etwa eintausend: Junge Männer zwischen 17 und 40 Jahren, die natürlich körperlich und gesundheitlich fit sein müssen. Sie unterziehen sich ein paar Tests, müssen Gespräche führen, wo wir sie medizinisch, physisch und psychisch überprüfen. - Einer von sieben bleibt übrig. Mörder, Drogen-Dealer und all jene, die eine zu schlimme Vergangenheit haben, weisen wir systematisch und konsequent ab!"

Der Durchschnitts-Legionär, so Oberstleutnant de Mayenne weiter, ist 23 Jahre alt, also älter als ein französischer Soldat. Und: Er hat einen höheren Bildungsgrad. Seit dem Fall der Berliner Mauer, dem Ende des Ost-West-Konflikts zu Beginn der 90er Jahre, kommen die meisten Legionärsbewerber aus Mittel-Osteuropa sowie den ehemaligen Sowjetrepubliken. Sie stellen ein Drittel der Mannschaften, unter denen sich aber auch Männer aus Südamerika, Afrika, dem fernen Osten, Korea und selbst China finden lassen.

Schon am ersten Tag bei der Legion erhalten die Freiwilligen drei Stunden Französischunterricht. Sie sollen wenigstens "bonjour", "oui" und "merci" sagen können.

In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg stellten die Deutschen zwei Drittel der Legionärsmannschaft, heute sind es gerade einmal vier Prozent.

"Die ersten fünf Jahre, da haben wir die wenigsten Rechte, nur eine Identitätskarte von der Fremdenlegion und eine einfache Geldkarte von der Post und da hört's dann auch auf. Da haben wir kein Recht, Autos zu haben, kein Recht, uns zu verheiraten. Wir können nicht heiraten, wir können nicht draußen in der Stadt wohnen. Die ersten fünf Jahre sind die härtesten. Wir müssen für alles fragen, selbst wenn wir ’n Fahrrad kaufen wollen, müssen wir fragen, ob wir's dürfen..."

...schildert Unteroffizier Thomas Till aus Gütersloh den Beginn einer Legionärskarriere. Im ersten Jahr besitzt ein Legionär keine richtige Identität, weil alle zunächst einen neuen Namen annehmen müssen. Nach zwölf Monaten entscheiden sie dann, ob sie mit dem neuen Namen leben oder ihren ursprünglichen Namen zurück haben wollen.

Kommandiert werden die Legionäre von französischen Offizieren. Denn die Fremdenlegion gehört zu den französischen Landstreitkräften. Nach fünf Jahren Dienst hat ein Legionär dann aber das Recht, die französische Staatsbürgerschaft zu beantragen. Dann steht ihm auch innerhalb der Legion eine militärische Karriere offen. Jeder zehnte Offizier oder Unteroffizier in der Fremdenlegion hat als einfacher Legionär begonnen, wurde dann Franzose und anschließend befördert. Schafft es einer bis zum Hauptmann, darf er auch heiraten - allerdings nur mit Erlaubnis der Legion.

Während ihrer Ausbildung in Castelnaudary bei Toulouse schlafen die Rekruten einem Saal, der mit 70 Mann belegt ist. Die Einrichtung dort ist schlicht: kaltes Neonlicht, Metallstühle und kahle Betonwände. Unteroffizier Thomas Till:

"Vor allem bringen wir den Leuten bei, was das heißt, alleine zu leben und selbständig zu sein. Dass sie sich jeden Morgen waschen müssen, dass sie sich jeden Morgen rasieren müssen, dass sie ihre Wäsche waschen müssen, das Alleineleben bringen wir denen schon bei. Viele kommen sofort von zu Hause von ihrer Mutter und ihrem Vater."

Der Drill geht dann in den Trainingslagern weiter: Artaplage in Dschibuti gilt wegen seines Wüstenklimas als das härteste Lager, und auch das Trainingszentrum im Dschungel von Französisch-Guyana hat es in sich. Es liegt nicht weit entfernt von Kourou, wo Legionäre unter anderem auch die europäische Raumfahrtrakete "Ariane" bewachen. Frank Seidel war 26 Monate in Südamerika stationiert:

"Es gibt dieses Überlebenstraining, das man drei vier Tage macht, und die ganze Zeit wird den Jungs beigebracht, was man essen kann. Man kann da im Schlüpfer hinsetzen sich und ’n paar Tage überleben. ... Wenn man Hunger hat, isst man alles. .... Und da kann man so ziemlich alles essen, die 'mygales’, das sind so ’ne Spinnen, die kann man halt essen, hinten ’n Körper abtrennen. Das sind so Sachen, wo Leute sagen würden, 'is eklig’, aber es wird normal dann..."

"Er roch so gut nach heißem Sand…" sang in den fünfziger Jahren Edith Piaf und trug mit diesem Chanson eine Menge zum Mythos vom "Legionär" bei. - Gefährliche Abenteuer im heißen Wüstensand: Viele junge Männer verlockte damals diese vermeintliche Romantik. Drill und Härte in diesem Männerbund stießen sie nicht ab, sondern schienen sie im Gegenteil anzuziehen. Nicht wenige bezahlten dafür dann mit ihrem Leben in einem der zweifelhaften Kolonial-Kriege in Indochina und Nordafrika.

Die Legion rühmt sich, den Pianisten Cole Porter in ihren Reihen gehabt zu haben. Prinzen sollen mitgekämpft haben, Kinoregisseure, Maler, Schriftsteller, sogar Geistliche. Doch im allgemeinen gibt die Herkunft der Kandidaten vor allem darüber Auskunft, wo auf der Welt gerade politische oder wirtschaftliche Krisen herrschen.

Sold erhalten die Legionäre wie alle anderen französischen Soldaten. Das heißt, sie beginnen mit dem gesetzlichen Mindestlohn in Höhe von rund 1.100 Euro brutto. Kost und Logis sind umsonst in der Legion.

In der Mannschafts-Messe in Aubagne sitzt Kantikis beim Mittagessen: Blutwurst mit Kartoffelpüree gibt es, als Vorspeise - Pizza. Der gebürtige Lette hat in Riga als Drucker bei einer Zeitung gearbeitet, bis er sich mit 23 Jahren entschied, ein neues Leben zu beginnen:

"Wenn Sie Ihr Glück woanders versuchen wollen, ist es in Frankreich praktisch unmöglich, sich zu integrieren, wenn man die Sprache nicht kennt. Im zivilen Leben findet man da keine Arbeit. Deshalb gehen eine ganze Menge Leute aus wirtschaftlichen Gründen in die Legion. - Aber es ist eine Entscheidung, die Folgen hat. Und ich rate allen, es sich gut zu überlegen, ob sie ihr Leben wirklich ändern wollen. Fünf Jahre in einer fremden Armee sind lang. Und jeder sollte wissen, was er verliert: die Familie, die Freunde, die zurückbleiben. Hier beginnt ein völlig neues Leben."

Die Fremdenlegionäre gehören zum französischen Territorialheer. Das unterscheidet sie von Söldnern, wie sie etwa bei amerikanischen oder britischen Privatfirmen anheuern: Für diese modernen Landsknechte spielt vor allem der finanzielle Anreiz die ausschlaggebende Rolle. Für die Legionäre dagegen - das behaupten sie auf Nachfrage zumindest selbst - spiele ihr vergleichsweise geringer Sold dagegen nur eine zweitrangige Rolle.

Ein Viertel der Legionärskandidaten kommt heute aus Südamerika, die so genannten "Latinos" stellen nach den "Slawen" - so der Sprachgebrauch in der Legion - das größte Kontingent. Aus Schwarz-Afrika kommen nur vier Prozent der Kandidaten, genauso viele wie aus Nordafrika und dem Nahen Osten.

Allerdings: Fast ein Fünftel der Bewerber sind eigentlich französischer Herkunft. Sie werden aber augenzwinkernd als Belgier oder Kanadier eingeschrieben. Die Fremdenlegion darf nach eigenem Selbstverständnis zwar nur Ausländer aufnehmen. Doch auch Franzosen, die Legionärsqualitäten vorweisen können, sind beim Offizierskorps beliebt, weil sie dabei helfen, ihre ausländischen Kameraden an die französische Sprache, an die Mentalität des Landes und dessen Kultur heranzuführen.

Wer einmal in der Legion war, kann sich auf eine Art Netzwerk verlassen, loben die Legionärs-Veteranen. Es steht ihnen zum Beispiel offen, ihren Lebensabend im Altersheim der Legion im südfranzösischen Puyloubier zu verbringen. Sie können dort Keramik brennen, Andenken aus Holz schnitzen oder die Reben für den legionärseigenen Wein beschneiden: "Domaine Capitaine d’Anjou, Légion Etrangère" heißt die Lage. Sogar die Qualitätsbezeichnung "Apellation contrôlée" als Côtes-de-Provence-Wein ist ihr zuerkannt worden.

Heinrich Wilhelm Schliebach ist schon seit 25 Jahren im Ruhestand. Er war in Libyen und in Dschibuti stationiert. Seine Dienstjahre in den Indochina- und Algerien-Kriegen aber zählten doppelt, als er seinen Rentenantrag einreichte:

"Man erinnert sich nur noch an die guten Sachen, wo man schöne Feste gefeiert hat, wo man in ner Stadt war, richtig austoben, bei Zivilisten, mehr oder weniger zivilisierten Leuten als immer so draußen hängen und keinen Mensch sehen. - Ich habe 842 alte Franken gekriegt, und ’n Paket Zigaretten hat 60 Pfennig gekostet, Schuhcreme hat n Franken gekostet, da war das schnell weg. Da blieb nichts übrig."

Viele dieser Männer haben und hatten Probleme, sich in ihren Gesellschaften einzurichten: Eine unglückliche Liebe kann der Grund sein oder auch schwierige Familienverhältnisse. Wenn sie ledig sind oder sich dafür ausgeben, sind sie für die Fremdenlegion besonders interessant. Sie will das Gefühl vermitteln, die Familie ersetzen zu können. Ihr offizieller Leitspruch lautet: "Legio patria nostra - die Legion ist unser Vaterland." Und im Ehrencodex der Legionäre heißt es ausdrücklich:

"Jeder Legionär ist ein Waffenbruder, gleich, welcher Nationalität, Rasse oder Religion er ist. Du erweist ihm stets die enge Solidarität, die die Mitglieder einer Familie vereint. Deine Mission ist heilig. Du erfüllst sie bis zum Ende, um jeden Preis. Nie gibst du deine Toten, deine Verletzten oder deine Waffen auf."

Der Oberbefehlshaber der französischen Armee ist der Staatspräsident. Er allein befindet zum Beispiel über den Einsatz von Atomwaffen. Steht indes zur Entscheidung an, ob Frankreich Krieg gegen ein anderes Land zu führen beabsichtigt, muss das Parlament dies zuvor billigen. Anders bei Einsätzen französischer Streitkräfte im Rahmen der Vereinten Nationen, der NATO oder wenn ein Verteidigungsabkommen mit anderen Ländern berührt wird: Dann entscheidet der Staatspräsident allein.

Das hat dazu geführt, dass die französische Afrika-Politik zur "domaine réservée", zur persönlichen Angelegenheit des jeweiligen Präsidenten geworden ist.

Nach Gutdünken konnten sie Legionäre nach Afrika schicken, um befreundete Diktatoren an der Macht zu halten oder in Ungnade gefallene Potentaten aus dem Amt zu putschen. Frankreich intervenierte nach der Unabhängigkeit der ehemaligen Kolonien gut 20 mal in Afrika, und die Legionäre haben dabei eine maßgebende Rolle gespielt. In den 70er Jahren kamen noch die französischen Marineinfanteristen hinzu, die man damals zu Berufssoldaten machte. Die Wehrpflichtigen-Armee stand währenddessen bereit, einem potentiellen Angriff des Ostblocks entgegenzutreten. Die französische Sicherheitsdoktrin während des Kalten Krieges lässt sich verkürzt so zusammenfassen: "Den Legionären und Berufssoldaten die Aktion, den anderen die Verteidigung."

Zu Beginn des neuen Jahrtausends hat Paris seine Strategie grundsätzlich umgestellt: Seit der Militärreform von 1996 ist die gesamte französische Armee in ein Berufsheer umgewandelt worden. Im Jahr 2002 verließen die letzten Wehrpflichtigen die Streitkräfte. Die Fremdenlegionäre aber haben für die französische Führung auch weiterhin einen unschätzbaren Nutzen, ist sich der Politologe Bastien Irondelle sicher:

"Die Politiker haben stets die Möglichkeit gehabt, die Legionäre auf sehr schwierige Kriegsschauplätze zu schicken, wo große Verluste drohten. - Es ist leichter, Legionäre zu schicken als andere Soldaten, vor allem Wehrpflichtige aus dem eigenen Volk. Diesen Vorteil hat die Fremdenlegion immer noch In besonders gefährlichen Situationen bleibt es folgenlos, wenn ein Legionär umkommt. Familien, die wissen wollen, wie ihr Angehöriger eingesetzt worden ist, ob der Einsatz legitim gewesen ist und tatsächlich den Interessen Frankreichs gedient hat - all das ist bei Legionären nicht zu befürchten. Außerdem akzeptieren diese Soldaten ein höheres Risiko und sind bereit, größere Opfer zu bringen als der durchschnittliche französische Soldat."

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