Bundestag
Abgeordnete positionieren sich für Reform der Organspende

Im Bundestag formieren sich fraktionsübergreifend neue Initiativen mit dem Ziel, die Zahl der Organspenden in Deutschland zu erhöhen.

    Eine Person hält einen Organspendeausweis in den Händen.
    Die rechtliche Regelung der Organspende in Deutschland ist ein Dauerthema. (picture alliance / Fotostand / K. Schmitt)
    Anhänger der sogenannten Widerspruchslösung wollen ihre Vorschläge morgen vorstellen. Zu der Gruppe gehören Abgeordnete von CDU, CSU, SPD, Grünen und Linken. Die Widerspruchslösung sieht vor, dass grundsätzlich jeder als Organspender gilt, sofern er dem nicht ausdrücklich widerspricht.
    Eine weitere neu gebildete Gruppe aus Abgeordneten derselben Parteien warnt jedoch vor diesem Ansatz. Sie kritisieren die Widerspruchslösung bei der Organspende als Eingriff in das Recht auf Selbstbestimmung. Die Initiative setzt sich stattdessen für freiwillige Entscheidungen ein. Sie fordert, bestehende Regelungen besser umzusetzen.
    Derzeit ist eine Organentnahme in Deutschland nur zulässig, wenn der Verstorbene zu Lebzeiten ausdrücklich zugestimmt hat. Möglich ist die Organentnahme auch, wenn Angehörige nach dem Tod der Person zustimmen. Bereits 2020 hatte der Bundestag eine Widerspruchslösung abgelehnt.
    Diese Nachricht wurde am 06.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.